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12.01.2006

Axel Springer will auf Pro Sieben verzichten


Will Pro Sieben zum Verkauf anbieten: Springer-Chef Döpfner 

Will Pro Sieben zum Verkauf anbieten: Springer-Chef Döpfner

Überraschende Wende im Übernahmepoker zwischen Axel-Springer-Verlag und Pro Sieben Sat 1 Media: Um doch noch die Erlaubnis für eine Übernahme der Fernsehsender-Gruppe Pro Sieben Sat 1 Media zu bekommen, bietet Axel Springer dem Bundeskartellamt an, komplett auf Pro Sieben zu verzichten.
 
Auch die KEK hatte die Übernahme abgelehnt mit der Begründung, Springer erhielte mit dem Kauf einen zu großen Meinungseinfluss. Das Kartellamt verlangt allerdings, dass Pro Sieben verkauft werden muss, bevor Springer die TV-Gruppe übernehmen darf. Axel Springer möchte den Sender jedoch erst nach einer Übernahme verkaufen.
 
Ein Problem könnte sein sein, dass der Verlag bei einem Verkauf noch in diesem Jahr hohe Steuerbelastungen tragen müsste, die 2007 nicht mehr anfielen. Die "Süddeutsche Zeitung" bezifferte sie unter Berufung auf einen Brief Springers an das Kartellamt auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Unter dieser Bedingung wäre ein Verkauf ausgeschlossen.
 
Nach einem Bericht des "Handelsblatt" löste das Angebot Springers über einen späteren Verkauf bei Pro Sieben selbst heftigen Widerspruch aus. Demzufolge wehrt sich der Vorstand von Pro Sieben Sat gegen einen Verkauf des Stammsenders, weil dieser Schritt nicht im Interesse des Unternehmens sei. Die Integration von Sat 1 sei nicht einfach gewesen, nun gebe es zahlreiche Synergien zwischen den beiden Hauptsendern der TV-Gruppe.
 
Die Sendergruppe sei nicht in die Verhandlungen zwischen Springer und dem Kartellamt eingebunden gewesen. Der Vorstand behalte sich deshalb die Prüfung des Angebots vor, heißt es. Im Sommer 2000 schlossen sich Pro Sieben und Sat 1 zum größten deutschen Fernsehunternehmen zusammen.
 
Als Interessenten für Pro Sieben kommen derzeit vor allem die Fernsehgruppe SBS Broadcasting sowie der französische TV-Konzern TF1 in Frage. nr

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