19.01.2009
Axel Springer: "Hamburger Abendblatt" sucht Synergien mit Schwestertiteln
Claus Strunz, seit Oktober 2008 Chefredakteur des "Hamburger Abendblatts", sucht nach Synergien mit den Schwesterzeitungen "Welt" und "Berliner Morgenpost". Dabei gehe es nicht ums Sparen, sondern darum, bessere Qualität mit idealerweise weniger Mitteleinsatz zu erzielen, sagt Strunz: "Warum soll jeder von uns drei Chefredakteuren nicht die besten Geschichten der jeweils anderen für sein Blatt nehmen?" Zusätzlich will Strunz redundante Aufgaben, die nur bedingt zum USP eines Titels oder zur Pressevielfalt beitragen, zusammenlegen. So erwägt er etwa, die Hamburger Terminkalenderbearbeitung des "Abendblatts" und der "Welt" zu fusionieren. Die Handhabe dazu hat Strunz: Der 42-Jährige ist zugleich Sprecher des neuen Gremiums der Chefredakteure der drei Axel-Springer-Titel.
Im "Hamburger Abendblatt" will Strunz das Lokale vertiefen, etwa durch die jüngst eingeführte Schulseite und künftig durch Gesundheit als weiteren Themenschwerpunkt. Zudem möchte er die bundesweite Reputation des "Abendblatts" durch "präzise Themen- und Nachrichtensetzung im politischen Teil" stärken. Gleichzeitig deutet Strunz eine weitere Vertriebsexpansion ins regionale Umland an. Auch denkt er laut über eine zusätzliche - nicht kostenlose - Nachmittagsausgabe für die nach seinen Angaben täglich bis zu 80.000 Pendler nach. "Unser Titel heißt ,Abendblatt‘, und in anderen Metropolen gibt es erfolgreiche Pendlerzeitungen, deshalb wäre ich hier fehl am Platz, wenn ich das nicht prüfen würde", sagt Strunz.
Mehr zu Claus Strunz' „Abendblatt 3.0"-Plänen in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 3/2009.
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