Zeitungskrise
17.03.2009
Aus nach 146 Jahren: US-Traditionsblatt erscheint nur noch im Internet
Die US-Zeitungskrise verschärft sich weiter. Am heutigen Dienstag erscheint der "Seattle Post-Intelligencer" zum letzten Mal in gedruckter Form. In Zukunft wird der Titel ausschließlich im Internet erscheinen. Das verkündete Verleger Roger Oglesby gestern vor versammelter Mannschaft auf einer Betriebsversammlung.
Die Einstellung des gedruckten "Seattle Post-Intelligencer" dürfte Signalwirkung haben. Die Tageszeitung, die seit 146 Jahren in den Briefkästen Seattles landet, ist die bislang auflagenstärkste, die in den USA den traditionellen Markt verlässt und sich auf das Internet fokussiert. Die Auflage des Blattes lag zuletzt bei rund 117.000 am Tag. Künftig müssen sich die Zeitungsliebhaber in der Metropole des US-Bundesstaates Washington mit der "Seattle Times" zufrieden geben, die mit einer Auflage von zuletzt rund 200.000 Exemplaren einzige verbleibende Tageszeitung der Großstadt.
Anderen US-Zeitungen geht es nicht besser. So wurde das in Denver erscheinende Traditionsblatt "Rocky Mountain News" kürzlich eingestellt. Auch die "New York Times" steht wegen sinkender Werbeeinnahmen unter Druck und hat trotz einer Finanzspritze des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim vor wenigen Tagen einen Teil ihrer Immobilien veräußert. mas
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