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Apple will Vertrieb von TV-Serien ankurbeln
Apple will die Preise für TV-Episoden bei iTunes senken und damit den Umsatz mit Bewegtbild-Inhalten ankurbeln. Das berichtet die "New York Times". Bislang ist der Online-Shop als Vertriebsplattform für TV-Inhalte noch relativ unbedeutend. Das will Apple mit seiner Preisoffensive nun ändern und den Preis von bislang 1,99 Dollar auf 99 Cent je Folge senken. Die großen US-Networks reagieren allerdings zurückhaltend auf die Pläne.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Preissenkungen im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Verkaufsstart des Tablet-Computers iPad stehen. 99 Cent gilt den Apple-Strategen dabei ähnlich wie bei digitaler Musik als magische Grenze, um den Durchbruch zum Massenmarkt zu schaffen. Leslie Moonves, Boss von CBS, hat bereits angekündigt, dass "bestimmte Shows" künftig für knapp einen Dollar bei iTunes zu haben sind. Welche das sein werden, ist noch nicht bekannt. Andere TV-Manager sind noch deutlich zurückhaltender: "Wir sind bereit, alles zu probieren, aber das Schlüsselwort ist probieren", zitiert die "New York Times" einen TV-Vertreter, der nicht namentlich genannt werden will.
In Deutschland nutzen TV-Sender wie RTL, Pro Sieben, Sat 1, das ZDF und die Sender von MTV Networks iTunes für den Vertrieb ihrer Inhalte. Die Preise pro Folge liegen zwischen 1,99 und 2,49 Euro pro Folge. Apple gibt für einzelne Märkte keine Zahlen zu den Downloads von TV-Inhalten bekannt - allerdings dürfte iTunes hierzulande bislang keine große Rolle spielen. Viele Sender stellen über ihre Websites selbst zahlreiche Formate zur Verfügung, zudem gibt es mit Maxdome und Videoload zwei große Videoportale, die ebenfalls TV-Inhalte anbieten. Für die deutschen Sender ist iTunes daher allenfalls eine Ergänzung ihrer eigenen Vertriebskanäle.
"Das Angebot von ausgewählten RTL-Formaten wie 'Doctor's Diary', 'Alarm für Cobra 11' oder 'Rach der Restauranttester' bei iTunes gegen ein Entgelt erweitert unseren werbefinanzierten Catch-Up-Service und unser Pay-Streaming-Angebot sinnvoll um die download-to-own Möglichkeit", sagt zum Beispiel Matthias Büchs, Bereichsleiter Online/Mobile/Teletext bei RTL Interactive. Die Einnahmen über iTunes würden "ihren Anteil an unseren Pay-Erlösen schaffen", die zum Großteil über Abrufe bei RTL Now generiert werden. Mit anderen Worten: Die Zusatzerlöse über iTunes dürften noch sehr bescheiden ausfallen. Ob der Verkaufsstart des iPad daran auf absehbare Zeit etwas ändern wird, darf zumindest für den deutschen Markt bezweifelt werden. dh
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