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Printmarkt

von Jessica Mulch,
Redakteurin HORIZONT.NET

AWA 2009: Reichweiten sinken weiter


Es geht weiter abwärts für die Printmedien. Wie schon im vergangenen Jahr müssen die 273 erfassten Titel der aktuellen Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse (AWA) ein starkes Minus hinnehmen: Erneut sinken die Reichweiten um 3,5 Prozent.
 
"Regelmäßige Nutzer prägen im weitaus geringeren Umfang als noch vor 5 oder 10 Jahren die Leserkreise der Zeitungen und Zeitschriften", kommentiert Johannes Schneller, Leiter der Forschungsabteilung beim Institut für Demoskopie in Allensbach die Rückgänge. Die Enthabitualisierung der Nutzungsgewohnheiten habe alle Medien erfasst.
Stark betroffen ist vor allem die Wirtschaftspresse. In diesem Segment geht die Reichweite im Vergleich zum Vorjahr um 10,2 Prozent zurück. Die Wirtschaftstitel kommen damit auf rund 7 Millionen Leser. Bis auf zwei Ausnahmen - "Capital" (plus 24 Prozent) und "Wirtschaftswoche" (plus 8 Prozent) - büßen alle Titel ein. Besonders gebeutelt: die beiden G+J-Marken "Börse Online" und "Impulse". Während "Impulse" 80.000 Leser verliert (minus 25 Prozent), sind es bei "Börse Online" ganze 140.000 Leser (minus 44 Prozent).
 
Bei den Abo-Tageszeitungen sieht das Bild ähnlich aus. Bis auf die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (plus 210.000 Leser) müssen alle Titel Federn lassen. Am stärksten: "Frankfurter Rundschau", "Süddeutsche Zeitung" und "Financial Times Deutschland" mit jeweils minus 110.000 Lesern.
 
Die Nachrichtenmagazine konnten die Ergebnisse von 2008 umkehren. Sowohl das G+J-Flaggschiff "Stern" (plus 470.000 Leser) - das damit im Gewinnerranking den 1. Platz erobert - als auch "Der Spiegel" (plus 220.000 Leser) legen zu. Nur bei Burdas "Focus" reißt die Tradition nicht ab. Erneut verabschieden sich Leser: mit 340.000 sogar 80.000 mehr als im vergangenen Jahr. "Zumindest bei den beiden großen Nachrichtenmagazinen Stern und Spiegel scheint der seit sieben Jahren anhaltende Abwärtstrend der Leser pro Ausgabe mit einem leichten Aufwärtstrend 2009 gestoppt zu sein. Nur das Konzept des Focus hat noch Nachholbedarf", analysiert Roland Köster, Geschäftsleitung JOM Jäschke Operational Media.
 

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Wie der "Stern" können sich auch die "Apotheken Umschau" und das TV-Supplement "Rtv" freuen. Die beiden Titel erobern mit Zuwächsen von jeweils 440.000 Lesern pro Ausgabe Rang 2 und 3 des Gewinner-Rankings nach absoluten Zahlen. 
 
Das Verlierer-Ranking führen die beiden Dickschiffe der 14-täglichen und monatlichen Programmzeitschriften "TV Movie" (Bauer) und "TV Spielfilm Plus" (Verlagsgruppe Milchstraße) an, die mit minus 590.000 beziehungsweise 580.000 Leser extrem einbußen. An dritter Stelle folgt "Geo". Das G+J-Magazin verliert 540.000 Leser. jm
 
Alle Charts finden Sie unter dem Reiter "Marktdaten".
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