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ARD-Sportsender wird produziert, aber nicht über DAB+ verbreitet


von David Hein,
Redakteur HORIZONT.NET

Der WDR lenkt nach der Kritik an dem Angebot ein 

Der WDR lenkt nach der Kritik an dem Angebot ein

Schneller Rückzug: Nach der heftigen Kritik an dem geplanten digitalen Sportradiosender zur Fußball-Europameisterschaft macht die ARD einen Rückzieher. In einer knappen Presseinformation teilt der WDR mit, man verzichte auf die geplante digitale Ausstrahlung von "Event. Das ARD Sportradio zur UEFA Euro 2012". Der Sender wird lediglich als Live-Stream über das Internet und über Mittelwelle verbreitet.
 
Der WDR hatte am Mittwoch angekündigt, die Fußball-WM und andere Sportereignisse wie die Schwimm- und Leichtathletik-WM mit einem eigenen digitalen Radioangebot zu begleiten. Das Angebot soll zeitlich begrenzt vom 19. Mai bis 8. Juli auf Sendung gehen.
Der Privatsenderverband VPRT und die Landesmedienanstalten hatten sich nach Bekanntwerden der Pläne allerdings besorgt gezeigt, der Digitalkanal könne ein Testballon für einen neuen bundesweiten ARD-Sportsender sein und privaten Angeboten wie dem Fußball-Radiosender 90elf Konkurrenz machen. "Wir betrachten dies als einen direkten Angriff nicht nur auf einen Radiosender, sondern auf die Privatradios in Deutschland. Dem muss die Rechtsaufsicht einen unmissverständlichen Riegel vorschieben", forderte der für Radio zuständige VPRT-Vizepräsident Klaus Schunk. Auch die Landesmedienanstalten sahen in dem geplanten Angebot eine "schwere Belastung für die gemeinsamen Anstrengungen von öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk zur Förderung von Digitalradio in Deutschland".
 
Allerdings verzichtet die ARD nicht komplett auf den Sender. Das Angebot wird wie geplant produziert und über das Internet sowie über Mittelwelle verbreitet, wie der WDR auf Nachfrage bestätigt. Verzichtet wird lediglich auf die Verbreitung über DAB+.
 
Offensichtlich hofft die ARD, die Diskussion über den Sportsender so schnell zu beenden. Mit dem Verzicht auf die Ausstrahlung über DAB+ sehe man "die ins Kraut schießenden Spekulationen um angebliche Pläne für ein bundesweites Sportradio der ARD für beendet an", stellt der WDR fest. Man kann allerdings davon ausgehen, dass sich der VPRT damit nicht zufrieden geben wird. Die Reichweite über DAB+ ist ohnehin verschwindend gering.
 
Auch beim 90elf-Betreiber Regiocast will man das Angebot weiter kritisch im Auge behalten. Nach Einschätzung der Privatsendergruppe stellt das ARD-Sportradio ein neues Online-Angebot dar und müsste daher einem Drei-Stufen-Test unterzogen werden. Die Diskussion über den geplanten Sender dürfte also weitergehen. dh
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