05.05.2009
37. FIPP World Magazine Congress: Verleger sehen Licht am Ende des Tunnels
Trotz Wirtschaftskrise und teilweise dramatischen Einbrüchen bei den Werbeeinnahmen ist die Stimmung bei den mehr als 700 internationalen Gästen des 37. World Magazine Congress in London von Optimismus geprägt. So erwartet William T. Kerr, Chairman der Meredith Corporation mit Sitz in den USA, dass im 4. Quartal die Talsohle erreicht wird. Für 2010 sagt er gar eine deutliche Entspannung voraus.
Bis dahin ist es aber noch ein steiniger Weg: So liegen die Werbeeinnahmen der amerikanischen TV-Sender laut Kerr aktuell bei minus 40 Prozent, Radio und Tageszeitungen seien nicht viel besser dran. Die Magazinverleger stehen nach den Ausführungen des Managers hingegen mit durchschnittlich gut 12 Prozent minus noch relativ gut da.
John Smith, CEO von BBC Worldwide, sieht derzeit für die klassischen Medien die widrigsten Umstände in ihrer Geschichte und erwartet für die Zukunft einen deutlichen Umbruch. Die zentrale Frage sei nicht, wann die Erholung komme, sondern wie sie sich auswirke. "Kommen die Werbeumsätze im vergleichbaren Volumen zurück oder müssen wir uns auf deutliche Abstriche gegenüber der Zeit vor der Krise einstellen", fragt Smith stellvertretend für die Branche. Die Zeiten hoher Werbepreise sind nach Ansicht des Managers vor allem im TV-Bereich jedenfalls vorbei. Vor allem im TV-Bereich könne das Niveau vor der Krise auf absehbare Zeit nicht mehr erreicht werden.
Einig ist sich die Eröffnungrunde darüber, dass starke Magazinmarken bei konsequenter crossmedialer Ausrichtung mit Qualitätsjournalismus auch in der Zukunft ausgezeichnete Perspektiven haben. Die Wertschöpfung im Internet werde dann zur entscheidenden Frage. Dabei haben die Medienmanager das Thema Paid Content noch längst nicht abgeschrieben. Auch Maurice Levy, CEO der Publicis-Group, ermuntert die Verleger in Content zu investieren und auf das Vertrauen der Leser und Nutzer in die klassischen Medienmarken zu setzen. Es gehe nicht darum, den Kampf gegen die Digitalisierung zu gewinnen, sondern vielmehr die Digitalisierung als Chance für die eigenen Angebote zu nutzen, rief Levy den versammelten Printmanagern zu. HOR
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