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Spotpremiere

von Santiago Campillo-Lundbeck,
Redakteur Marketing

Dell lernt eine Werbelektion von Apple & Co


Während der Computerhersteller Dell sich in Deutschland werblich auf Hardselling beschränkt, überrascht er in den USA im wahrsten Sinne des Wortes mit einer federleichten Publikumskampagne. Die von Young & Rubicam New York kreierte emotionale Geschichte verzichtet völlig auf die Nennung konkreter Produkteigenschaften und konzentriert sich stattdessen auf die Möglichkeiten, die der Laptop im Leben der jungen Protagonistin eröffnet.

 
Die Geschichte "The Girl who could fly" bemüht sich um eine märchenhafte Atmosphäre. Erzählt wird das Abenteuer der kleinen Annie, die fliegen will, aber immer wieder an den unerbittlichen Gesetzen der Schwerkraft scheitert. Ihr Traum ist solange hoffnungslos, bis sie die filmischen Möglichkeiten ihres Laptops ausschöpft. Denn wenn sie schon nicht fliegen kann, so kann sie doch zumindest dank digitaler Spezialeffekte einen Film erstellen, in dem sie den Himmel erobert.
Mit der Kampagne knüpft Dell an seine Vorjahreskampagne "The Power to do more" an. Während die Marke allerdings damals sich noch stark auf die professionelle Nutzung seiner Geräte konzentrierte, fehlen in diesem Jahr die Referenzen zur Geschäftswelt komplett. Der Stil der neuen Kampagne orientiert sich vielmehr an der Nutzerorientierten Werbephilosphie, wie sie Apple in seinen Markenkampagnen vorlebte.
 
Während die Kultmarke aus Cupertino damit in der Vergangenheit allerdings ein Alleinstellungsmerkmal hat, stehen mittlerweile immer mehr Konsumelektronik-Marken die Emotion in den Mittelpunkt ihrer Auftritte.
 
Zuletzt überzeugte beispielsweise Samsung mit seiner Galaxy-SIII-Kampagne zu Olympia und Google mit seinem Launch-Spot zum hauseigenen Tablet-PC Google Nexus. Der Chip-Hersteller Intel hat für sein Ultrabook-Gattungsmarketing sogar explizit definiert, dass nicht die Geräte, sondern ihre Rolle im Leben der Nutzer das Thema sein sollen.
 
Dell beschränkt sich bei seiner Markenkampagne allerdings nicht auf die bloße Emotion, sondern sieht den aktuellen Spot in dem Kontext einer breiteren Bildungsinitiative an amerikanischen Schulen. Daher werden auch die kommenden Werbefilme jugendliche Protagonisten haben. cam
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