Mirja Boes verunglimpft Filtertüten: Melitta mahnt Kaffeeautomaten-Lieferanten für Spot ab
Ob so mancher deutscher Comedian lustig oder eher nervtötend ist, darüber lässt sich streiten. Melitta zeigt sich allerdings derzeit offenbar ziemlich humorfrei: Der Hersteller konfrontiert Kaffee-Partner, einen Lieferanten von Vollautomaten für Büros und Betriebe, wegen eines Werbespots auf dessen Homepage mit einer Unterlassungserklärung.
Der Lieferant spricht zudem von einer Schadenersatzforderung im sechsstelligen Bereich. Dies allerdings dementiert Melitta: "Wir haben Kaffee-Partner eine Unterlassungserklärung geschickt. Geld fordern wir aber keins", erklärt eine Sprecherin gegenüber HORIZONT.NET. Grund für die Unterlassungserklärung sei der Markenschutz: Das Filterpapier in der charakteristischen Tütenform sei ein "Urprodukt" von Melitta. Zudem habe man die Namensrechte an dem Begriff "Filtertüte".
Der Film zeigt Komikerin Mirja Boes, die mit den Tücken einer herkömmlichen Kaffeemaschine im Büro kämpft. Dazu läuft ein "Lohnkostenzähler". Der Markenname taucht im Spot zwar nicht auf, Melitta fordere dennoch die sofortige Einstellung der "wirklich nicht komischen und extrem unsachlichen" Werbung.
Auf Twitter und in diversen Blogs wird diskutiert, inwieweit die Meldung womöglich ein provozierter PR-Gag für Kaffee-Partner sein könnte. Auf HORIZONT.NET-Anfrage entgegnet der Hersteller, man habe sich nach Rücksprache mit einem Anwalt dazu entschlossen, den Spot im Netz zu lassen. Einen PR-Effekt wolle man mit der Herausgabe der Pressemitteilung aber nicht erzielen, so Kaffee-Partner.
Viele Blogger und Twitter-Mitglieder fühlen sich bei der Aktion an den "Tatzenstreit" um Jack Wolfskin erinnert. Der Outdoor-Ausrüster hatte Mitglieder der Bastelcommunity Dawanda abgemahnt, weil diese selbstgebastelte Produkte mit Tiertatzen-Logos verkauft hatten. Jack Wolfskin sah dadurch seine Markenrechte verletzt, lenkte aber nach massivem Protest im Web 2.0 letztlich ein. np
Alles viel banaler
Von einen PR-Gag kann hier keine Rede sein. Die Wahrheit ist viel banaler. Kaffee-Partner ist einfach bekannt für seinen schlechten Werbegeschmack. Die Werbemittel sind unterirdisch, und die Kaffee-Partner-Werbeabteilung besteht aus Menschen, die man aus einem Umkreis von 30 km rekrutiert hat. Kaffee-Partner plant keine weiteren Spots mit Frau Boes, weil sie zu wenig Werbewirkung erzielt hat. Der Grund: Offenbar ist Frau Boes nicht mehr so beliebt. Dass der Spot selbst nicht ganz rund ist, und Schuld an dem geringen Werbeerfolg haben könnte, das will das Unternehmen Kaffee-Partner nicht hören. Hier glaubt man immer noch, dass "hässliche Werbung" besser wirkt. Mirja Boes muss man vorwerfen, dass sie sich für einen derartigen Spot hergegeben hat. Da konnte man doch schon am Skript erkennen, was einen erwartet.@ Stefan M.
Es tut mir ja leid, dass Kaffee-Partner keine Agentur beauftragt hat, die diesen Auftrag sicher gerne gehabt hätte, aber der vorangegangene Beitrag ist wirklich schon frech diesen Menschen gegenüber. Bertelsmann ist auch mit ein paar Leuten aus der Umgebung von Gütersloh groß geworden, genauso wie Adidas in Herzogenaurach oder die Kette Nanu Nana im niedersächsischen Oldenburg - um nur einige zu nennen. Ehrlich gesagt, ist es mir lieber, ein Unternehmen setzt es selbst in den Sand und lernt daraus, als wenn man sich für teures Geld Agenturen ins Haus holt, die viel versprechen. Ich habe Unternehmen gesehen, die nach Jahren noch nicht einmal einen E-Mail-Verteiler hatten und Unsummen dafür bezahlen, dass ihnen Agenturen einfachste Plakatmotive schneidern, die jeder Student genauso gut basteln kann...er oder sie muss nur (aber das zu erkennen, ist die Herausforderung) fit sein. Und zum Spot: Das auf der Homepage ist nicht der Spot, den ich vor einigen Monaten gesehen habe. Der ist hier: http://www.youtube.com/watch?v=bxVDgJDHQxc Sicher ist der überhaupt nicht vergleichbar mit Saturn, Vodafone und Co...dafür ist aber auch das Risiko geringer, damit schwer auf die Nase zu fallen. ....und Mirja Boes Vorwürfe machen. Wenn man nichts besseres zu tun hat.David vs. Goliath
30 km aus dem Umkreis von Kaffee Partner kann ja nichts Gutes kommen, was? Hört sich so an, als hätte Jemand aus 70-1000 km Entfernung den Job nicht bekommen und ist jetzt tief gekränkt... Interessanter ist m.E., dass sich der Riese Melitta - wenn's denn stimmt - völlig humorfrei und bedenklich engstirnig den kleineren Wettbewerber Kaffee Partner vorknöpft. Und schlechter als die aktuellen Mario-Barth-Spots vom Mediamarkt ist die Werbung mit Mirja Boes auch nicht ;-)Marketingleiter
@ StefanM.: Wenn man als Texter aus der Weltstadt Bramsche (gleich um die Ecke von Kaffee Partner) unter verschiedenen Decknamen Unternehmen diskreditiert, bei denen man mit seinen hanebüchenen Ideen abgeblitzt ist, sollte man mal auf die Couch und dringend die Medikamente absetzen. Oder die Dosis erhöhen. Ansonsten sagen die vorherigen Kommentare alles.Weitere Nachrichten aus Marketing vom 05.11.2009:
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