22.05.2007
ZAW: Werbemarkt legt 2006 um 2,6 Prozent zu
Der Werbemarkt ist in Deutschland im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Wie der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) mitteilt, sind die Netto-Werbeeinnahmen im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent auf 20,35 Milliarden Euro angestiegen.
Dabei verzeichnen zehn der 13 vom ZAW erfassten Werbeträger Zuwächse: Die Nettowerbeeinnahmen der Tageszeitungen stiegen um 1,3 Prozent auf rund 4,53 Milliarden Euro, die des Fernsehens um 4,7 Prozent auf 4,11 Milliarden Euro. Onlineangebote kommen mit einem Plus von knapp 50 Prozent erwartungsgemäß auf die höchsten Zuwachsraten und haben damit absolut einen fast gleich hohen Zuwachs wie die TV-Sender verbucht. Im gesamten Ranking stehen Onlineangebote mit insgesamt 495 Millionen Euro allerdings nur auf Rang 10.
Die werbestärkste Branche im vergangenen Jahr war laut Nielsen erneut der Handel mit Investitionen von rund 2,5 Milliarden Euro - ein Plus von 6,2 Prozent. Auf Platz zwei liegt die Automobilbranche, die um 4,5 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zulegte. An 3. Stelle rangieren die Zeitungen mit rund 1,19 Milliarden Euro.
Trotz der positiven Bilanz warnt der ZAW vor vorschneller Euphorie. Verglichen mit den Wachstumsraten der fünf werbestärksten EU-Staaten in der Zeit von 1996 bis 2005 liegt Deutschland mit 3 Prozent im Minus, während Großbritannien gar um 85 Prozent zulegen konnte. Von einem nachhaltigen Aufschwung könne daher nicht die Rede sein, so ZAW-Chef Hans-Henning Wiegmann bei der Präsentation der Jahreszahlen der Werbewirtschaft in Berlin.
Der Impulsgeber des Werbeaufschwungs des vergangenen Jahres ist die auch aktuell robuste Konjunktur. "Kippt sie, wie beispielsweise durch politische Weltereignisse, kann auch der Werbemarkt wieder einbrechen", sagt Wiegmann. Trotzdem blickt die Werbewirtschaft optimistisch ins laufende Jahr. Ging die Branche 2006 noch von einer Stagnation in 2007 aus, rechnen die Unternehmen nun mit einem Plus von bis zu 2 Prozent. Rund die Hälfte der 42 Verbände, die der ZAW vertritt, gehen davon aus, dass die Investitionen in Werbung im 2. Halbjahr anziehen werden.
pap/mas
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