Entscheidung
Werbung für Milch & Co: Karlsruhe dreht CMA den Geldhahn zu
Bittere Botschaft für die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) aus Karlsruhe: Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass deutsche Landwirte und Lebensmittelhersteller keine Gelder mehr für die zentrale Vermarktung ihrer Produkte zahlen müssen. Mit der Zwangsabgabe von Bauern und Unternehmen wird ein rund 90 Millionen Euro schwerer Absatzfonds finanziert, dessen wesentlicher Bestandteil die CMA ist.
Die Richter erklärten die sogenannten Sonderabgaben, mit denen seit Jahrzehnten Kampagnen für Lebensmittel wie Milch und Fleisch finanziert werden, nun für nichtig. Die Begründung des Gerichts: Durch den Abgabenzwang werde unzulässig in die unternehmerische Freiheit der Firmen eingegriffen - diese könnte das Geld auch für eigene Werbung nutzen, statt die staatliche Absatzförderung zu finanzieren.
Die CMA zeigte sich von der Entscheidung aus Karlsruhe schockiert. "Heute ist ein schwarzer Tag für die deutsche Landwirtschaft", erklärte Geschäftsführer Markus Kraus nach der Urteilsverkündung. Aus Sicht der Wirtschaft und der landwirtschaftlichen Verbände sei eine zentrale Absatzförderung auch weiterhin notwendig, wenn die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft ihre Wettbewerbsposition in Europa festigen wolle, so der CMA-Chef. Jetzt seien Politik und Wirtschaft gefordert, neue Konzepte und Finanzierungsmodelle für die Absatzförderung zu entwickeln. jh
- Marketing 14. Oktober 2008: CMA zieht Werbegelder aus der Klassik ab
- Kreation 3. Februar 2009: CMA-Kampagne "Die Fleischexperten. 360° Qualität."
- Kreation 14. Januar 2008: Milch-Kampagne der CMA und EU
Gott sei Dank
Puh, endlich Schluss mit schlechter Werbung - obwohl, die letzte Kampagne machte Mut.Lieber ein Ende mit Schrecken...
...als CMA-Schrecken ohne Ende! Zugegeben: Gemeinschaftswerbung ist ein schwieriges Kapitel. Aber mit was uns die CMA jahrzehntelang belästigt hat, geht auf keine Kuhhaut. Der Gipfel der Peinlichkeit wurde kürzlich mit "Das Beste aus der Hüfte" und "Nach dem Essen ein Bäuerchen" erreicht. Ein Agenturmann sagte mir mal zu seiner CMA-Kampagne: "Sie haben ja recht, das ist grottenschlechte Werbung. Aber wir wären doch blöd, das Geld dafür nicht mitzunehmen!"Na endlich!
Die CMA ist zwar eine nette Zusatzversorgung für Leute wie Bauerntreter Gerd Sonnleitner & Co. Wir alle können dennoch dankbar sein, dass das Bundesverfassungsgericht diesem Verein endlich seine Grenzen aufgezeigt hat. Nebenbei bemerkt: Ich hätte noch ein schönes Motiv für die nächste (dann endlich privat finanzierte) Kampagne der CMA: Ein Mädchen mit grüner Schürze hält ein Brathähnchen in der Hand. Text: "Ich bin gut zu Vögeln."Weitere Nachrichten aus Marketing vom 03.02.2009:
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