Bilanz 2009
16.03.2010
Werberat stimmt 69 Beschwerden zu und rügt sieben Mal öffentlich
An genau 255 Kampagnen störte sich im vergangenen Jahr zumindest ein Verbraucher und reichte eine Beschwerde beim Deutschen Werberat ein. Damit hatte das Gremium über etwas weniger Fälle zu entscheiden als im Jahr zuvor (264). "Trotz härter gewordenen Wettbewerbs insbesondere durch die global grassierende Wirtschaftskrise ist es nicht zum Anstieg von beanstandenswerten Aktivitäten in der Marktkommunikation der Wirtschaft gekommen", sagte der Werberats-Vorsitzende Hans-Henning Wiegmann auf der Jahrespressekonferenz am heutigen Dienstag in Berlin.
In 69 Fällen stimmte der Werberat den Protesten aus der Bevölkerung zu. So warb beispielsweise eine Reinigungskette auf Plakaten mit einem Kleinkind, das in einer geöffneten Waschmaschinentrommel spielte - für den Werberat ein "gefährliches Muster für Kinder". Das Plakat wurde abgehängt. Auch in den meisten weiteren Fällen waren die Unternehmen einsichtig: 54 stellten die beanstandete Werbung ein, weitere acht haben sie zumindest geändert.
Beschwerdegrund Nummer 1 war Sexismus: Über ein Drittel der inhaltlichen Gründe für Beschwerden betraf 2009 den Vorwurf, die Werbemaßnahme sei frauendiskriminierend. An zweiter Stelle rangierte die Kritik, die Werbung würde Gewalt verherrlichen und verharmlosen gefolgt von Vorwürfen mangelnder moralischer Mindestanforderungen. mh
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