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HORIZONT.NET
21.07.2009

Blogger

von Olaf Kolbrück,
Redakteur /Blogger

Vodafone: Bloggerin wirft im Web 2.0 das Handtuch


Ute Hamelmann auf einem Werbemotiv von Vodafone 

Ute Hamelmann auf einem Werbemotiv von Vodafone

Die Social-Media-Aktivitäten von Vodafone geraten neuerlich ins Stolpern. Jetzt hat mit Ute Hamelmann eines der Testimonials den Stecker gezogen. Nach Knatsch um einen Beitrag von ihr im Vodafone-Blog verkündete die Bloggerin, die sich als Schnutinger mit Cartoons und Satire einen Namen machte, in ihrem
Blog den Rückzug aus dem Web 2.0.
 
Hintergrund: Im Vodafone-Blog hatte Ute Hamelmann das Mobiltelefon HTC-Magic aus dem Hause Vodafone gelobt und von den Upload-Möglichkeiten Richtung Bilderdienst Flickr geschwärmt.
 
Blogger wie Felix Schwenzel kritisierten den Beitrag als "PR-Bullshit". Hamelmann habe seit Wochen kein Foto bei Flickr mehr eingestellt.
 
Es folgte eine, auch von persönlichen Angriffen geprägte Kommentarschlacht. Bislang sind allein im Vodafone-Blog über 160 Kommentare zu dem Beitrag von Hamelmann eingegangen.
 

Vodafone - die Debatte

Der neue Markenauftritt von Vodafone wurde mit Spannung erwartet. Jetzt ist er da, und löst bei den Lesern von HORIZONT.NET und dem HORIZONT-Blog Off-the-record.de alles andere als Begeisterungsstürme aus. Ist die Kritik an dem Erstlingswerk von Scholz & Friends berechtigt? Urteilen Sie selbst!

In einem mittlerweile gelöschten Beitrag im privaten Blog, der aber über Google-Cache noch gelesen werden kann, schrieb sie: "Ich hatte mir das anders vorgestellt, ich will in der Tat nicht nur die Quotenmutti in einem Werbespot sein." Dabei beklagt sie auch eine Verrohung der Sitten: "Wenn man für alles, was man tut, in Kommentaren droht, angepöbelt zu werden, dann agiert man nicht mehr wie "klein Schnupi" entdeckt die Welt und probiert was aus."
 
Die Konsequenz heisst für sie Abschied: "Die Werbung ist das eine, aber wenn mir persönlich nicht mehr geglaubt wird, dann geht nichts mehr, dann bleibt nur eins: Der Rückzug. Ich werde vielleicht irgendwann an einer ganz anderen Stelle, ganz anders weitermachen, gewiss werde ich nicht mehr Web 2.0 machen." ork

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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (12)
Von Mutti zum Gentleman erzogen sagte am 21.07.2009 um 12:31

Lob an die Community. Nicht!

Als Kind der 2.0-Ära und überzeugter Demokrat liebe ich die Möglichkeiten, die das heutige Web bietet. Aber jedem, der etwas nach draußen gibt, sei es ein YouTube-Video hoch lädt oder einen Beitrag postet, wird es auch schon aufgefallen sein: die unglaubliche Verdummung und maßlose Sittenverfall. Am einfachsten in der Kommentarsektion jedes Mediums einsehbar. Enthemmt durch die Anonymität des Internet brettert jeder in schlechtestem Deutsch und unerhörtestem Tonfall los. Das ist aber weder Schuld von Vodafone, sondern unser aller Versagen. Weil wir nicht mehr in der Lage sind unsere Kinder richtig zu erziehen. Grammatik und Rechtschreibung sind das eine. Viel wichtiger jedoch ist der Umgang miteinander. Gerade mal 30 geworden erschrecken mich junge Menschen immer mehr mit ihrem Unwissen und ihrer Rohheit. Das einige davon auch schon im fortgeschrittenen Alter sind, widerlegt meine These nicht, sondern bestätigt wie lange der Trend schon existiert. Mich betrifft es zu erleben, wie eine Mutter, die lustigen und informativen Journalismus betreibt aus Lohn und Brot getrieben wird, weil die Verfickte-Scheiß-Community heilig ist, sich in Allmachtsfantasien räkelt, prinzipiell nie für nichts Verantwortung übernimmt und sich hinter ihren IP-Adressen versteckt, wie Neonazis hinter der Redefreiheit. Pardon. Nur meine Meinung.
Jann sagte am 21.07.2009 um 13:20

Ute Hamelmann oder Die verkaufte Glaubwürdigkeit

"Die Werbung ist das eine, aber wenn mir persönlich nicht mehr geglaubt wird, dann geht nichts mehr, dann bleibt nur eins: Der Rückzug. " Warum sollte irgendjemand Frau Hamelmann noch glauben wenn sie ihre Glaubwürdigkeit an einer mittelmäßigen Vodafone-Kampagne verhökert. Es so ein bisschen wie das Schicksal von Timm Thaler.
ralf schwartz sagte am 21.07.2009 um 13:31

Stolpern?

Die Kampagne gerät nicht ins Stolpern, die Kampagne ist nicht nur kläglich in der engen Zielgruppe gescheitert, sondern bewirkt von Anfang an das genaue Gegenteil des Angestrebten! Die Kommentare richteten sich nicht so sehr gegen schnutinger persönlich, sondern gegen die offensichtliche Kunstfigur, die vodafone aus ihr machte und macht - was so weit führte, daß sie sehr authentische und in diesem Sinne wichtige Posts löschte. Hier mehr: http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2009/07/vodafail-die-generation-upload-frisst-ihre-kinder.html
ralf schwartz sagte am 21.07.2009 um 13:43

STOPLPERN?

(mein erster Kommentar scheint von Euch verschluckt, hier nun der 2. Versuch) Nun, Stolpern kann man das wohl nicht mehr nennen, was vodafone gerade zeigt. Die Kampagne ist in der engen Zielgruppe längst abgestürzt und hat nur das Gegenteil des Angestrebten erreicht! Die Kommentare zu schnutinger richteten sich nicht so sehr gegen schnutinger persönlich, sondern viel mehr gegen die schnutinger-Kunstfigur, die vodafone geschaffen hat - was soweit ging, daß sie ihre besten, authentischsten und in diesem Sinne wichtigsten Posts löschte! Hier mehr zum Thema: http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2009/07/vodafail-die-generation-upload-frisst-ihre-kinder.html
arthur sagte am 21.07.2009 um 13:44

chairman

wenn jetzt immer mehr aus der generation upload frau hamelmanns beispiel folgen und einfach gehen, macht dann das web 2.0 irgendwann zu?
Matt sagte am 21.07.2009 um 14:54

Nach der Resonanz

ist es unglaublich, dass niemand verhindert hat, dass dieser recht ungeschickte PR-Artikel veröffentlicht wird. Wenn ein Promi Testimonial unglaubwürdig ist... isses egal. Becker mochte auch vorher keiner. Aber eine Bloggerin aus den eigenen Reihen der Zielgruppe ... das ist, wie wir grad sehen, etwas völlig anderes. Frau Schnutinger kommt wieder. Die hat Substanz. Im Gegensatz zu dieser Kampagne.
Ramirez sagte am 21.07.2009 um 16:53

Na und?

Frau Handelmann macht ihr Blog zu, na und? Das interessiert Gott sei Dank in der echten Welt kaum einen, der geringe Prozentsatz an Leuten, die Blogs mit so einer Hingabe lesen, dass sie sich über die Kampagne so stark aufregen müssen und Experten für irgendwas Abstraktes namens Lobo zum Neuzeit-Jesus erklären, wird der Marke Vodafone Gott sei Dank wohl kaum schaden. Vodafone, Piratenpartei, Zensursula -- Meine Güte, suchen Sie sich alle mal wichtige Themen, ich finde das sehr lächerlich ...
funz sagte am 21.07.2009 um 16:54

Web 2.0 lebt weiter

Wer das Internet und seine Möglichkeiten nutzt um Popularität zu erlangen sollte eigentlich auch die negativen Seiten kennen und wissen was auf ihn zukommen kann. Frau Hamelmann hat einen öffentlichen Blog indem Sie Ihre persönliche Meinung verbreitet und reagiert jetzt beleidigt auf Meinungsbekundungen anderer Teilnehmer im Web 2.0. Vielleicht sollte Sie sich selbst einfach etwas weniger wichtig nehmen. Das Web wird auch ohne Sie weiter existieren.
rolf gerdes sagte am 21.07.2009 um 17:48

herr

vieleicht liegt es auch daran, dass die neue vodaphone werbung so mies gemacht ist. ein cooler und zeitgerechter auftritt haette vieleicht nicht das klischee der "doofen reklame" genaehrt.
mrs_schaf sagte am 22.07.2009 um 10:37

das summen um den bienekorb

wenn wundert es? ein jeder kann, darf, soll und muß seinen "senf" abgeben. mal mit mehr, mal mit weniger substanz - und auch das ist schon eine wertung. wer bitte will es allen recht machen - und wer glaubt zu wissen, was recht ist? der "vielschreibern" nur soviel, wie auch den vielrednern: erst denken - dann tippen
tiptop sagte am 24.07.2009 um 16:45

TOP KAMPAGNE VON VODAFONE

Ich finde die tolle Vodafone-Kampagne genial. Da waren Top Kreative am Werk, die eine innovative und starke partnerschaftliche Marke wie Vodafone neu und spannend inszeniert und damit den Kunden die Produktvorteile nahebringt. Die starke internationale Marke Vodafone trumpht hier mit Topstars der Szene auf und spricht genau die Sprache der Kunden. Vodafone spricht damit auf Augenhöhe der Kunden und ist ein starker und trendsicherer Partner rund um die digitale Kommunikation von heute und von morgen. Vodafone bedient die komplette Klaviatur der digitalen Welt. Web 3.0. Ein Top-Treffer für die Kreativen von Scholz und Friends. Die hohe Resonanz spricht klar für sich. Natürlich hat so ein starker interdisziplinärer Auftritt Neider.
Akzeptier es sagte am 25.07.2009 um 13:10

BLÖDSINN

tiptop alias johnhunt hat meinen segen, werbetexter bei scholz&frunz zu werden. solche leute können einem noch handys verkaufen, selbst wenn man gerade an der schweinegrippe dahin siecht. jetzt wäre der ideale zeitpunkt für ihn!

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