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HORIZONT.NET
17.07.2009

Werbekrise

von Marco Saal,
Ressortleiter HORIZONT.NET

Vodafone, BMW, Sky: Markenguru Brandmeyer wirft Marketing-Chefs Verantwortungslosigkeit vor

Seite 1/2
17.07.2009

Vodafone-Spot "Heroes"

zur Kampagne
Die jüngsten Commercials von BMW und Vodafone haben Deutschlands Werber aufgestachelt wie kaum ein Werbefilm zuvor. Jetzt melden sich auch die Markenexperten zu Wort - und erheben zum Teil schwere Vorwürfe.
So hält Klaus Brandmeyer, Gründer der Brandmeyer Markenberatung in Hamburg, die massive Kritik an den Auftritten für mehr als gerechtfertigt.
 
 "Rein emotionale Imagespots wie der von Vodafone oder auch aktuell Sky legen die Vermutung nahe, dass sich die für Werbung und Marketing Verantwortlichen in den Unternehmen von der Aufgabe, den Verkauf der Produkte zu unterstützen, vollständig verabschiedet haben und ihren Agenturen mittlerweile freie Bahn lassen“, schimpft der Markenguru.
 
Nimmt kein Blatt vor den Mund: Markenexperte Klaus Brandmeyer 

Nimmt kein Blatt vor den Mund: Markenexperte Klaus Brandmeyer

Den Managern müsse endlich klar werden, dass die Abkehr vom Produkt zugunsten einer „Abbildung allgemeiner, positiver Emotionen“ ein Irrweg sei, der dem Unternehmen und der Marke letztlich nur schade. „Diese Kampagnen liefern kein einziges Argument, das ein Verkäufer von Vodafone oder Sky im Kundengespräch aufgreifen könnte“, so Brandmeyer gegenüber HORIZONT.NET.
 

 

Klaus Brandmeyer: Emotionale Imagespots kann man machen, ohne dass man von dem Produkt irgendeine Ahnung hat.

Nach Ansicht Brandmeyers ist das kein Einzelfall: „Wir erleben derzeit insbesondere bei den Big Spendern eine Art Werbekrise, da viele Unternehmen an der Aufgabe, ihre Angebote sauber am Markt zu positionieren und die Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten, scheitern und sich allzu oft mit emotionsgeladenen Imagefilmen aus der Verantwortung stehlen.“
 
Weiterlesen: Die Mitschuld der Agenturen und der Einfluss der Wirtschaftskrise
 

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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (37)
Klugscheisser sagte am 17.07.2009 um 11:25

YEAH!

Treffer-versenkt.
expertenunsinn sagte am 17.07.2009 um 11:30

obacht

"Emotionale Imagespots kann man machen, ohne dass man von dem Produkt irgendeine Ahnung hat?. Ja, nur dann kommt dabei BMW, Sky und Vodafone raus. Also eben keine emotionalen Imagespots, sondern künstliche Marketing-Kopfgeburten. Ohne Herz und Verstand. Als Experte so unverantwortlich mit Begriffen umzugehen, ist leider auch nicht besser.
Eberhardt sagte am 17.07.2009 um 11:33

Tagesthemen Wetter

Die Wettervorhersagen der Commerzbank müssten in der Vorstandsetage dort schon längst ein Gewitter ausgelöst haben. Aber vielleicht ist das Bankenschutzschild auch zu undurchlässig.
Alexander sagte am 17.07.2009 um 11:33

Wie bitte?

Ich weiß nicht, ob dieser sogenannte "Experte" schon einmal davon gehört hat, dass es zwei zentrale Aspekte der Unternehmenskommunikation gibt: Abverkauf und Imageaufbau. Der langfristige Imageaufbau beeinflusst die Vorprägung, also die Wahrnehmung der und die Einstellung zur Marke. Ein Verkaufsargument kann einen Verkauf viel einfacher triggern, wenn bereits eine positive Vorprägung vorhanden ist. Beispiel: Ein Verkäufer macht mir ein preislich sehr attraktives Angebot für ein bestimmtes Gerät. Ich habe jedoch keinerlei Markenwahrnehmung, kenne die Marke vielleicht nicht einmal. Macht mir der gleiche Vertreter ein preislich attraktives Angebot für eine mir bekannte Marke, die durch Imagekommunikation positiv konnotiert wurde (Qualität, Fahrfreude, was auch immer...) so werde ich viel wahrscheinlicher zugreifen. Herr Brandmeyer, in der Zeit in der Sie Marketingleute, die sehr wohl wissen, was sie tun angreifen, um PR für die "Brandmeyer Markenberatung in Hamburg" zu generieren, lesen Sie doch vielleicht mal ein Buch. Ich empfehle Ihnen: Wahrnehmung der Werbung von Dr. Ulrich Lachmann. Extra für Sie noch ein call-to-action am Ende: JETZT NACHDENKEN!
rappat sagte am 17.07.2009 um 11:34

markenuhu sagt...

WHAT-E-VER!!!
Peter sagte am 17.07.2009 um 11:38

Wichtigtuer oder ernste Meinungen.

Interessant an dem Beitrag ist vor allem die Meinung der Experten, die einen TV-Spot für eine ganze Kampagne halten. Sky nutzt das TV als Medium um Emotionen zu spielen, BMW und Vodafone genauso. Im Print, auf Citylights und Co. findet aber meist eine direkte Produkt-Werbung statt. Eine schöne Sommerloch-Debatte. Mehr Nicht, wenn ihr mich fragt.
Futurist sagte am 17.07.2009 um 11:39

Wie bitte die Zweite.

Hallo Herr Brandmeyer und Herr Güldenberg. Was BMW und Sky betrifft, kann ich Ihnen nichts genaueres sagen. Ich gehe aber davon aus, dass auch diese beiden Marken neben den Image-Spots (die in den Zeiten wo sich kaum jemand traut solche Kampagnen zu schalten wesentlich stärker wirken und mehr Aufmerksamkeit erzielen als zu Zeiten von mit Imagespots gesättigten Werbeblöcken) auch weiterhin fleißig Produktwerbung machen. Dafür nutzen beide wahrscheinlich die für sie am bewährtesten Kanäle und Möglichkeiten. Das dies nicht immer der TV-Spot ist, sollten Sie auch wissen. Was Vodafone angeht kann ich Ihnen, Herrn Brandmeyer, schonmal ankündigen, dass Sie in nächster Zeit froh sein werden wenn Sie mal keine Vodafone Produktwerbun im TV, Ihrer Zeitung oder im Internet sehen werden. Das steckt schon eine gewisse Strategie dahinter. Von daher erlaube ich es mir, Ihre Aussagen bezüglich der Image-Kampagnen als wenig bis gar nicht durchdachte Kritik zum Zwecke der Selbstbeweihräucherung zu bezeichnen. Das nächste mal würde ich mir von Ihnen eine etwas sachlichere und besser durchdachte Stellungnahme erwarten. Freundliche Grüße, Futurist.
filmfan sagte am 17.07.2009 um 11:41

soso...

ich meine mich zu erinnern, dass amir kassaei bereits im letzten jahr (oder sogar im jahr davor??) andeutete, dass werbung für das einzelne produkt ihre bedeutung verliert und imagewerbung mehr und mehr an zugkraft gewinnt. nun ist der eine berater und der andere kreativer. wer hat nun den richtigen riecher?
Futurist sagte am 17.07.2009 um 11:52

RE: Soso...

@ filmfan: Beide haben den richtigen Riecher. In einem Interview in der W&V oder Horizont sagte ein großer deutscher Werber (ich weiß leider nicht mehr welcher) vor ca. einem Jahr im Zuge der Diskussion Produkt vs. Image: "Der richtige Mix macht's" Das wird der Wahrheit wohl am nächsten kommen. Solche eingeschränkte Aussagen wie die der in diesem Artikel zitierten Markenexperten kann ich leider nur als Wichtigtuerei bezeichnen.
Benn sagte am 17.07.2009 um 11:52

Ist der Ruf erst ruiniert...

...wirbt sich's völlig ungeniert, lieber "Alexander". Ihre Argumentation ist schlüssig. Nur übersehen Sie eines: Ein gutes Image verschafft sich ein Unternehmen nur sehr bedingt über Werbespots. Der gute Ruf kommt primär von dem, womit eine Firma in der Vergangenheit brilliert hat oder was sie aktuell gerade Tolles zu bieten hat. Ein Image-Werbespot kann ein positives Image verstärken, aber kein schlechtes oder einfach nicht vorhandenes ändern. Im schlimmsten Fall verstärkt so ein Spot gar den schlechten Eindruck. Beispiel: Deutsche Bahn. Wer sie nutzt, weiß, daß es - bislang - ein Saftladen war. Da nützen Abermillionen Werbepsots nichts. Und bei dem Vodafone-Spot weiß ich auch nicht, wen der ansprechen oder welches Image der transportieren soll. Isses jetzt cool, mit dem Handy in der Hand von der Brücke zu springen? Gerentophilen-Camsex zu haben? Meinem Notebook auf der Wiese was vorzukrächzen? Erst in den Farbtopf und dann in den Bus zu steigen? Fragen über Fragen...
Paul-Sven Voigt sagte am 17.07.2009 um 11:59

Verantwortungslosigkeit der Agenturen oder der Markenexperten

Herr Brandmeyer vergisst die Rolle der großen Brandagenturen und Unternehmensberatungen zu erwähnen und ebenfalls zu kritisieren. Deren Jahre währende Bemühungen starke (Dach-)Marken zu schaffen, die den langsamen Verlust der Alleinstellungsmerkmale vieler Produkte rein durch emotionsgeladene Images der Brands zu kompensieren versuchten, zeigt sich doch nicht erst jetzt überdeutlich in Kampagnen wie denen von Vodafone und Sky. Mediamarkt sei nur als ein Beispiel angeführt. Entsprechend äußern sich auch bei den Kundenberatern/Verkäufern nicht mehr nur Fachwissen um das Produkt herum (was im Fall der meisten Servicemitarbeiter tendenziell immer dürftiger wird), sondern ein ganz bestimmter "Lifestyle" der als Kaufargument dienen soll und bestimmte Zielgruppen anvisiert. Eine reine Kommunikation auf Ebene des Produktbenefits scheint mir zwar nach wie vor der Schlüssel für eine Vielzahl der (industriellen) Branchen zu sein. Zunehmend werden wir aber mit Marken ähnlicher Produktportfolios konfrontiert - Alleinstellungsmerkmal ist dann meist nur noch Emotion, Image und Design. Und eben genau darüber differenzieren sich Vodafone und Sky von ihren Mitbewerbern.
Robert sagte am 17.07.2009 um 12:01

Das Problem ist...

... das die Brands gar keine wirklich gescheiten, sich unterscheidende Produkte mehr haben. Somit sind Verkaufsargumente auch mittlerweile total generisch und belibig austauschbar. Vielleicht sollten die "Big Spender" mal ein bischen mehr Kohle in F&E stecken.
Florian sagte am 17.07.2009 um 12:11

Marketing-Guru?

Der Begriff Marketing-Guru ist ja schon weit hergeholt, zumindest sehr werbisch. Aber nun denn. Aus meiner Sicht fehlt diesen und anderen vermeintlichen Gurus doch der Blick auf Kommunikationslösungen im 21. Jahrhundert, was man daran sieht, dass man das Internet für eine Modeerscheinung hält, man von Klöwänden des Internets spricht und und und. Am Ende des Tages ist es nur Werbung. Warten wir mal ab, wie sich BMW, Sky und Vodafone Marktanteilsmäßig entwickeln.
Mr. Markenlexikon sagte am 17.07.2009 um 12:14

Commerzbank & Dresdner passen (nur in der Werbung?) nicht zueinander!

Bravo! Was Güldenberg zum Spot von Commerzbank/Dresdner sagt, trifft meine Wahrnehmung zu 100%. Ich hatte mich vor ein paar Tagen auch schon gefragt, was das soll mit den zwei Bankern, die mit jeweils zwei gelben bzw. gründfarbenen Eiswaffeln aufeinander zulaufen, dann stehenbleiben und feststellen, dass sie keine Hand frei haben... . Will uns dieser Werbespot etwa vermitteln, dass die beiden Marken nicht zusammenpassen? Das man füreinander keine Hand frei hat bzw. frei macht, sich nicht die Hände gibt oder austauscht? Das nenne ich mal kontraproduktive Werbung. Naja, vielleicht folgt ja demnächst ein Folgespot, der dem Ganzen noch die richtige Richtung gibt. Zu wünschen wäre es.
Mr. Markenlexikon sagte am 17.07.2009 um 12:53

Nachtrag zu "Dresdner & Commerzbank..."

Ein Bekannter schrieb mir gerade, was der Eisspot jeden Abend gegen 22:15 Uhr bei ihm auslöst: "Ich will auch ein Eis!" (Vielleicht zahlt ja Langnese einen Zuschuss. Sinn machen würde (zumindest) das!)
Tobsen sagte am 17.07.2009 um 12:59

Brandmeyer & Co. hin oder her...

...in erster Linie schafft sich ein Unternehmen ein "Image" (wenn man es denn so nennen mag) aus seinen Produkten/Dienstleistungen. Richtig ist: stimmen die, ist das Image positiv, die Kommunikation kann darauf aufsatteln und diesen Eindruck verstärken bzw. in die Welt posaunen - natürlich umso schöner, wenn das Posaunen etwas für die Zielgruppe relevantes über die Marke, das Produkt/Dienstleistung zu sagen hat. Somit ergibt sich gar nicht erst die Frage ob diese Kampagnen etwas für den Abverkauf tun. "Build the brand while you make the sale" sollte die Devise auch umgekehrt sein. Dann wird ein Schuh draus. Also, bitte die Herren Marketer: schaut doch mal wieder auf Eure Produkte und welches Potential da drin steckt, formuliert ein vernünftiges Briefing und gebt den Agenturen die Möglichkeit sich mit Euren Produkten auseinanderzusetzen...
Martin sagte am 17.07.2009 um 13:01

Schlechtes Handwerk

Die Debatte ist ja spannend, aber was mal gesagt werden muss: alle drei Spots (VF, Sky und BMW) sind einfach schlecht gemacht, furchtbare 90er Jahre Stockbilderwelt.
kawumm sagte am 17.07.2009 um 13:19

schwachsinn

"Rein emotionale Imagespots wie der von Vodafone oder auch aktuell Sky legen die Vermutung nahe, dass sich die für Werbung und Marketing Verantwortlichen in den Unternehmen von der Aufgabe, den Verkauf der Produkte zu unterstützen, vollständig verabschiedet haben und ihren Agenturen mittlerweile freie Bahn lassen? keine anständige agentur will auch nur einen dieser spots drehen. keiner dieser spots ist auch nur einen hauch emotional. sie wollen es sein, lösen aber keine gefühle aus. so ein mist entsteht immer auf kundenwunsch. die wahrheit ist nämlich: kunden sollten ihren agenturen öfter mal freie bahn lassen. dann müssten wir uns so einen mist nämlich niht mehr ansehen.
Brabbel sagte am 17.07.2009 um 13:38

hmmm...

Imagespots, die vor allem emotional ansprechen, sind also eher unsinnig. Sollte man mal den Herren von Nike und Red Bull sagen. Imagespot ist halt nicht gleich Imagespot. Denn ein ensprechendes Image sorgt sehr wohl für Abverkauf. Wer denkt denn wirklich daran, was er alles über ein Produkt weiß, wenn er vor dem Verkuafsregal steht? Aber das Image muss eben zur Marke passen. Hier rollt der Ball nun einmal zur Agentur. Da trennt sich dann die Spreu vom Weizen.
Alexander sagte am 17.07.2009 um 13:43

Werbung kann nicht zaubern.

@Benn: "Ihre Argumentation ist schlüssig. Nur übersehen Sie eines: Ein gutes Image verschafft sich ein Unternehmen nur sehr bedingt über Werbespots. Der gute Ruf kommt primär von dem, womit eine Firma in der Vergangenheit brilliert hat oder was sie aktuell gerade Tolles zu bieten hat. Ein Image-Werbespot kann ein positives Image verstärken, aber kein schlechtes oder einfach nicht vorhandenes ändern." - Das unterschreibe ich Ihnen so 100%ig. Das habe ich nicht übersehen, sondern schlicht nicht erwähnt, weil es für die Debatte pro/contra Imagewerbung nichts beisteuert. Auch Produktvorteile, die kommuniziert werden, müssen auf dem Fundament gebaut sein, dass sie auch wirklich stimmen. Jeder BWL-Student oder sogar Azubi lernt in einer seiner ersten Marketingvorlesungen, dass man durch die Kommunikation Feinpositionierung betreiben kann, durch reale Anpassung von Produkt/Dienstleistung die Grobpositionierung. @ Paul-Sven Voigt: Wenn sich Mediamarkt und Saturn für einen völlig unwahren USP (den günstigen Preis) entscheiden, und diesen in ihrer Kommunikation vehement versuchen zu verteidigen, und dann durch sporadische Sonderangebote versuchen zu untermauern, dann muss man sich nicht wundern, wenn ein Einheitsbrei herauskommt. Werbung wie diese verpufft am unwahren Produkt, das vielmehr sauteuer ist. Hier hätte man auf Service, Beratungskompetenz, Auswahl, schlicht auf tausend andere, wahre USPs gehen können, probiert aber das Durchboxen eines Unwahren. Den Blödsinn dann kreativ umzusetzen hat so oder so kein Fundament. Gut, dass sich BMW in diesem Spot wenigstens nicht zu einem Preisargument am Ende hinreißen lassen hat, wie es VW beim Golf V oder der "deutsche Ingenieure" Kampagne tat. Das wertet schon extrem ab und sollte eher in Print, Radio und Co. geschehen.
Bumms sagte am 17.07.2009 um 14:09

Peng

Kawumm´s Kommentar trifft es ziemlich genau... Traurig aber wahr.
Benn sagte am 17.07.2009 um 14:11

Ich versteh ihn nicht...

@Alexander: "Das unterschreibe ich Ihnen so 100%ig. Das habe ich nicht übersehen, sondern schlicht nicht erwähnt, weil es für die Debatte pro/contra Imagewerbung nichts beisteuert." Wenn wir uns darin einig sind - dann erklären Sie mir doch die Botschaft dieser Imagekampagne. Ich kann sie nämlich beim besten Willen nicht entdecken. Ein paar schöne, ein paar belanglose Bilder, ein paar hübsche, ein paar eher unattraktive Menschen - die könnten auch für die Riester-Rente werben. Oder für die Telekom oder O2. Es ist einfach nix da, was ich in irgendeiner Weise mit Vodafone verbinden würde, und wie gesagt: Wenn ich nicht genau hinschaue, nicht einmal mit Internet oder Telekommunikation.
Klaas Kramer sagte am 17.07.2009 um 14:15

Resumee

Für eine Marke zählt allein, ob die Geschichten, die sie erzählt, anschlussfähig sind. Ob Markentechniker, Werber oder Social Media PRler Recht haben ist einerlei. Alle Aussagen und Kommentare lassen aufschlussreiche Rückschlüsse auf die Perspektive der Menschen schließen. Alle haben aus ihrer eigenen Perspektive gesehen recht. "Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern wie wir sind" Anaïs Nin
Alexander sagte am 17.07.2009 um 14:39

Vodafone

@ Benn: Da lag wohl ein Missverständnis vor, Verzeihung. Ich sprach nur über den BMW Spot. Und der hat für mich eine klare Botschaft: "Freude am Fahren". BMW hat als eine der ganz wenigen Marken Kontinuität bewiesen und diesen Claim seit über 50 Jahren nicht geändert. Und Kontinuität ist einer der ganz entscheidenden Träger für eine starke Markenwahrnehmung. Die Vodafone Werbung habe ich mir gerade erst angesehen. Sie haben Recht: Vodafone sagt mal wieder nichts! Alles, woran ich mich (sogar als hoch involvierter Werbeverfolger) erinnern kann ist eine DSL-Kampagne, die auf den Preis ging, obwohl niemand so naiv ist zu glauben, dass Vodafone der günstigste Anbieter wäre. Erinnert doch sehr stark an Saturn/Mediamarkt. Bei dem Mediavolumen bleibt natürlich allein durchs reine "Marke zeigen" Brand Awareness hängen und dadurch fast zwangsläufig Marktanteile. Wir werden wohl nicht erfahren, wie erfolgreich Vodafone bei gleichem Budget und zusätzlich einer sorgfältig ausgewählten (und auch wahren) USP wäre. Wenn Sie mich fragen... Jemand in der Agentur hat gesagt: Wir brauchen mal eine Kampagne mit eigenem Kampagnenclaim und eigener Microsite und daraus ist dann dieser Käse geworden. Ziemlich überflüssig, wenn man gar keinen (wahrgenommenen) Markenkern hat. Zumindest habe ich den bei Vodafone nicht...
arthur sagte am 17.07.2009 um 15:31

chairman

lieber herr brandmeyer, könnte es sein, dass ihr markenverständnis in einer zeit stehengeblieben ist als es noch darum ging, die menschheit mit botschaften zu penetrieren?
fummel sagte am 17.07.2009 um 15:40

Recht hat er.

Liebe Marketingverantwortlichen, hört bitte auf den Herrn Brandmeyer, der kennt sich nämlich echt aus. Nehmt endlich Eure Agenturen an die Kandarre. Die sind Euch schon viel zu lange auf der Nase herumgetanzt (besonders die Kreativen) und kommunizierten nach Herzenslust und -laune: iglo, BMW, Sky, Vodafone.... Oder wie es ein großer (schwach) deutschsprachiger Fussballtrainer formulieren würde: "Immerr diesse Agenturre.... eine isse Scholz, andere isse Friends..." Darum: Es ist Eure Zeit: mit diesem Schlaraffenbetrieb muss endlich Schluss gemacht werden. Zurück zur Werbung.
Klaas Kramer sagte am 17.07.2009 um 15:48

Die liebe Mediawerbung

Meine Damen und Herren, Ihr hört es sicher nicht gern, denn die Mehrheit der Horizont-Leser sind der Mediawerbung beruflich verhaftet: Mediawerbung hat nur noch einen kleinen Anteil an der Markenbildung. Aber immerhin: Wenn ein Mediawerbe-Spot zum Thema wird (wenn auch nur unter Fachleuten) hat ihn wenigstens mal einer gesehen. Das ist doch schonmal was. Markenexperten sollten sich endlich auch mit dem Teil der Markenkommunikation beschäftigen, der nicht instrumentierbar ist. Da gibt es noch viel zu tun!
Ich sagte am 17.07.2009 um 16:49

Ich fass es nicht...

Immer das gleiche. Warum machen nicht die Marketingler ihren Job? Und die Kreativen ihren? Im Moment reden Kreative über Strategien, Marketingler über Kreation, und die Berater mischen auch irgendwie mit. Für mich sind die Diskussionen um Vodafone und BMW ein Paradebeispiel dafür, dass das Vertrauen zwischen Agenturen und Kunden hochgradig gestört ist. Darum sehen die Spots so aus, als hätten Marketingleiter sie kreiert. Alles richtig, aber nicht richtig gut. Dass sich dann "Marketing-Gurus" profilieren möchten, ist doch klar, aber nicht so ganz ernst zu nehmen. Vor allem, die Quintessenz der "0Experten" ist, in der Krise mehr Hardselling zu machen. Sehr innovativ... Angst essen Seele auf.
Mr. Markenlexikon sagte am 17.07.2009 um 17:24

Emotionen ja, aber bitte mit Herz (und Verstand)!

Branding heißt doch zunächst einmal, Zeichen setzen und versuchen, diese in die Köpfe der Kunden einzubrennen. Das kann gerne emotional erfolgen. Kein Einwand. Nur: Jede Emotion, die wirksam sein will, muss auf eine klar erkennbare Ursache zurückgehen. Wenn ich eine Frau liebe, dann vielleicht weil sie schöner ist als andere, intelligenter, witziger etc. Das gleiche gilt für Autos, meinen Audi zum Beispiel. Der spricht mich emotional an, weil er ein gefälliges, eigenständiges Design hat, einen tollen Motorgrill (Single-Frame), zwei sexy Auspuffrohre und Multitronic (stufenloses Automatikgetriebe). Das macht Spass, ist sexy ... und lässt sich emotional kommunizieren. Denn: Der Kick beim Fahren hat eine Ursache. Freude am Fahren auch. Deshalb steht Technik (und Design) bei Audi im Vordergrund, Fahrfreude bei BMW. Und auf was, bitte schön, basieren die Emotionen bei Sky, Vodafone & Co.? Ich vermute, dass das den Markenverantwortlichen aktuell selbst nicht ganz klar ist. Mir ist's jedenfalls beim Betrachten der Werbespots und Printanzeigen nicht ersichtlich. Deshalb sollte jede Marke, wenn sie erfolgreich sein möchte, einen Markenkern haben, ein Herz, das das Herz der Kunden dazu bringt, schneller zu schlagen. Das ist Emotion. Das wirkt ... und verkauft sich bestens!
ba-bs sagte am 17.07.2009 um 18:38

Verantwortungslosigkeit

Das geht schon viel zu lange so: Marketingleiter und Agenturen produzieren Werbung, die der Vorstandsvorsitzer zwar nicht versteht, ihm aber imponiert, die der Agentur Preise einbringt, die Agenturchefs/Kreativchefs vergeben, und mit denen sich die Marketer intern und extern schmücken - nur der Kunde fühlt sich nicht angesprochen.(Das empfinde ich übrigens bei der BMW-Imagewerbung nicht so!)
Peter sagte am 17.07.2009 um 19:19

Vodafone zieht Bilanz.

Schon erstaunlich, wie offen Vodafone mit Kritik umgeht. Haben Sky und BMW eigentlich auch Feedback gegeben? http://blog.vodafone.de/2009/07/17/resonanz-es-gab/#more-689
Die Realität sagte am 18.07.2009 um 12:19

feedback

... meine Freundin ist 27, erwerbstätig und kommt aus Bayern. Wir saßen kürzlich vor dem Fernseher, Sie sah den Spot von Sky und fragte mich, was das ist! Sie telefoniert immernoch mit 02, da viele Freunde und bekannte o2 haben. Sie plant ein Auto zu kaufen, das wird wahrscheinlich ein smart, weil klein und praktisch oder ein kleiner Toyota, weil zuverlässig. Das habe ich Ihr verklikert :-) Bmw 1er kommt nicht in Frage, wenn schon ein A3. Meine Freundin hat Ihre Meinung noch nicht geändert, obwohl Sie mit mir die TV Spots bereits gesehen hat. Ich weiß, wie Sie umzustimmen wäre ... das behalte aber für mich ;-) Eins kann ich sagen, Emotionen in TV Spots sind langfristig hilfreich für das Image der Marke. Wer will aber 1-2 Jahre oder länger warten bis das beworbene Produkt verkauft wird? Viel Spaß beim ausgeben der Euronen, das war ja früher auch nicht anders, oder! P.S. Weiß jmd. warum Oettinger (Bier) Marktführer ist!
fassungslos.de sagte am 19.07.2009 um 18:46

verschwendung

der spot selbst ist zwar nicht das gelbe vom ei, das schlimmste an allem fnde ich das statement des marketing directors, von wegen "aufwändigste kampagne, die je ....geschaltet wurde". ganz schön bitter, dass "budget-prassing" die kriterien zu sein scheinen, die einen guten spot und ein gutes marketing ausmachen.
Michael sagte am 20.07.2009 um 10:04

TACHELES

GROSSARTIG! ENDLICH WIRD MAL WIEDER TACHELES GESPROCHEN! Bemerkenswert deshalb, weil Kreativagenturen sofort immer wieder (ob Gross- oder Kleinagentur) zum Pfennigfuchser, Zweifler bzw. Ablehner von Penetrationsstrategien mit reiner Image-Botschaft werden, sobald man leistungsbezogene Deals vereinbart und sie mit ins Risiko gehen. Plötzlich geht es um Klarheit bei der Angebotskommunikation... Warum wohl!? ;-)
WTF sagte am 20.07.2009 um 11:19

Frei Bahn

"'Rein emotionale Imagespots wie der von Vodafone oder auch aktuell Sky legen die Vermutung nahe, dass sich die für Werbung und Marketing Verantwortlichen in den Unternehmen von der Aufgabe, den Verkauf der Produkte zu unterstützen, vollständig verabschiedet haben und ihren Agenturen mittlerweile freie Bahn lassen', schimpft der Markenguru." Wie das mit Gurus so ist - die Verbindung zur Realität fehlt meist. Zum einen ist wohl jedem, der sein Geld nicht als Guru verdient klar, dass in der Krise einerseits die meisten Marketingleiter reine Abverkaufskampagnene fordern und andererseits wohl kaum eine Agentur noch irgendwelche Freiheiten genießt. Selbst Scholz & Friends, die sich generell für nichts zu schade sind, hätten bei freier Bahn sicherlich eine weitaus bessels Agentur wirbt man eben immer nur so gut, wie der Kunde es zulässt.
Joachim sagte am 20.07.2009 um 15:03

Inhalte?! - So kann man besser werben

Anzeigen liest doch eh keiner mehr, Botschaften in Spots sind für die Mehrheit eh nicht verständlich. - Daher kann man z.B. Text in Anzeigen getrost auch weglassen. Oder? Inhalte vermittelt man also nicht mehr über Anzeigen oder Spots, - sondern z.B. als Werbefrage über www.werbefrage.de. Dort wird die Werbebotschaft als Werbefrage verpackt und von den jeweiligen Unter-Zielgruppen beantwortet und zwar stets bis zur richtigen Antwort. So hat jeder dann auch verstanden. - Die Botschaft kommt also an - und das sogar individuell für jede Unterzielgruppe. --- Infos zu Werbefrage gibt es auf www.werbefrage.de und als Präsentation über info@werbefrage.de --- und zum Schluss raten Sie mal, wie die Werbeagenturen auf Werbefrage bislang reagiert haben? Wir brauchen wohl einen Werbe-Oskar für die beste Werbefrage ;-) PS: ... Die Texter haben es sofort verstanden.
zehnvier sagte am 20.07.2009 um 18:24

Kurze Pause...

...und nachdenken. Imageaufbau ist eines der wichtigsten Kommunikationsziele (wir erinnern uns an den Funnel > Bekanntheit > Image > Kauerwägung > Kauf > Loyalität) und im Falle von SKY durchaus ansprechend gelöst. Auf jeden Fall kommuniziert es klar, wofür SKY steht...ein bisschen gefühlsduselig, aber nicht so schlecht. Über Vodafone muss man nichts mehr sagen und BMW - hmm, nun gut - Prinzip Freude, umgesetzt. Das ein BMW ein tolles Auto und technisch gut ist, viel kostet und schnell fährt, das muss BMW doch keinem mehr sagen, oder?`

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