Telko-Marken
27.08.2010
United Internet hebt Werbeetat massiv an und beerdigt Smartpad / Marcel D'Avis vor Comeback
United Internet erhöht einmal mehr den Werbedruck. Die Holding von 1&1, GMX und Web.de will im Herbst kräftig in die Kundengewinnung investieren. Das kündigte Vorstandschef Ralph Dommermuth bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens gegenüber HORIZONT.NET an. "Wir werden unsere Marketingaufwendungen wesentlich anheben", so Dommermuth.
Die Ankündigung kommt etwas überraschend, denn das Unternehmen hat seine Werbeausgaben bereits in den vergangenen Monaten massiv gesteigert. Das gilt vor allem für 1&1. Laut Nielsen Media Research kletterten die Brutto-Ausgaben der Telko-Marke in der Zeit von Januar bis Juli 2010 von 23 Millionen Euro im Vorjahr auf knapp 55 Millionen Euro - das entspricht einem Wachstum von 131 Prozent. Im Herbst soll der Werbedruck nun offenbar erneut steigen.
Details zur Verteilung der Mediagelder ließ sich der United-Internet-Chef zwar nicht entlocken. Vieles spricht aber dafür, dass die mobilen Dienste zunehmend auch werblich immer mehr in den Fokus rücken. Grund ist vor allem die Stagnation im DSL-Geschäft: Die Zahl der Kundenverträge war Ende Juni 2010 mit etwas mehr als 3,3 Millionen nicht höher als Ende 2009. Und selbst das verkauft Dommermuth als Erfolg.
Hintergrund ist unter anderem der wachsende Wettbewerb durch die Kabelnetzbetreiber, die Verbrauchern ebenfalls Bündelangebote aus Fernsehen, Telefon und Internetzugang anbieten und damit immer größere Erfolge feiern. Wachstumsraten wie noch vor einigen Jahren sind im DSL-Geschäft daher passe. Das mobile Internet wird damit auch für United Internet zum zentralen Wachstumstreiber.
Während der Spot für die Handy-Flatrate noch läuft, wurde die Kampagne für das Smartpad dagegen gestoppt: Auslöser war unter anderem der Hype, den Apple mit dem Launch des iPad augelöst hat - und der offenbar auch die Nachfrage nach dem wesentlich günstigeren 1&1-Produkt in die Höhe schießen ließ. Das Problem daran: United Internet hatte das Produkt vor über einem Jahr in einer sehr begrenzten Stückzahl von rund 25.000 Exemplaren in Auftrag gegeben, die letzten Geräte werden im September an die Kunden ausgeliefert. Danach ist mit dem Smartpad erst einmal Schluss. Dommermuth will seinen Kunden künftig Geräte anderer Hersteller anbieten. "Es macht keinen Sinn auf Eigenentwicklungen zu setzen, wenn es schon viele Produkte dieser Art am Markt gibt."
Die Halbjahresbilanz
United Internet steigerte seinen Umsatz im 1. Halbjahr 2010 um 14,1 Prozent von 815,7 Millionen Euro im Vorjahr auf 930,8 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verbesserte sich um 4,8 Prozent von 173,7 Millionen Euro auf 182,0 Millionen Euro.
Mit der Qualitätsoffensive zeigte sich der Manager unter dem Strich sehr zufrieden. Eine monatliche, repräsentative Umfrage unter 50.000 Kunden habe gezeigt, dass die Zufriedenheit deutlich zugenommen habe. Zu Jahresbeginn wurde die Qualität der 1&1-Produkte noch mit der Schulnote 2,7 bewertet, im August vergaben die Befragten die Note 2,4. mas
Kommentare
Nachrichten
User-Empfehlungen
HORIZONTJobs
Spiesser Alfons
Das Spießer Alfons-Thema der Woche:
Ist der Verkauf von Träumen legal?
Leserfavoriten
Kreation
Mafo-Navigator
Sie suchen nach Dienstleistern rund um die Marktforschung? Der Mafo-Navigator bietet eine umfassende Datenbank mit mehr als 200 Anbietern.
HORIZONT auf Facebook
Specials
News-Archiv














