Arcandor-Insolvenz
Trotz Kreditzusage: Prinovis und Schlott stoppen Druck des Quelle-Katalogs
Anfang der Woche war die Erleichterung bei den Quelle-Mitarbeitern groß. Nachdem sich der Bürgschaftsausschuss des Bundes für die Gewährung eines Massekredits an den insolventen Versandhändler ausgesprochen hatte, schien der Weg für den Druck des Katalogs - und somit für den vorläufigen Fortbestand von Quelle - frei. Aber jetzt kommt doch wieder alles anders. Denn der Druck des Quelle-Katalogs wurde nun kurzerhand gestoppt.
"Wir haben trotz der Bewilligung des Massekredits keinerlei Signale von Quelle erhalten, dass wir für unsere Arbeit auch bezahlt werden. Daher haben wir beschlossen erst dann zu liefern, wenn wir eine feste Zusage haben", sagt Marco Walz, Sprecher des Druck-Zulieferers Schlott-Gruppe. Die Freudenstädter sind nicht die einzigen, die Eigentumsvorbehalte geltend machen. Auch beim Print Forum, das ebenfalls an der Produktion des Katalogs beteiligt ist, stehen die Druckmaschinen still.
Das legt den gesamten Produktionsprozess lahm. Grund: Der Quelle-Katalog besteht aus verschiedenen Komponenten, die von Schlott und Print Forum zugeliefert und am Ende bei der Bertelsmann-Tochter Prinovis zusammengefügt werden. Wie Prinovis-Sprecher Alexander Adler gegenüber HORIZONT.NET erklärt, ist die Bertelsmann-Tochter wegen der laufenden Eigentumsvorbehalte nun dazu verpflichtet, die weitere Produktion und Auslieferung des Quelle-Katalogs auszusetzen, bis die Vorlieferanten von Ihrem Eigentumsvorbehalt zurücktreten. "Wann Prinovis die Auslieferung fortsetzen kann, liegt nicht in den Händen von Prinovis", so Adler weiter.
Damit erhöht sich der Druck auf Quelle erneut. Von den rund 9 Millionen Katalogen, die insgesamt produziert werden sollen, steckt nun ein Großteil in der Warteschleife. mas
Wo bleibt die innovative Kreativität in der Krise?
Es ist mir ein Rätsel, warum die Insolvenzverwaltung und der Quelle Vertrieb an sage und schreibe 9 Mio Katalogen festhalten. Würde man z.b. die CRM strategie ändern und alle treuen Kunden mit PDF downloads versorgen, die ihren bevorzugten Produktsektor betreffen, könnten sicher mehrere Millionen Kataloge inkl. aller NK eingespart werden. Und daraus kann man sogar eine tolle Sympathiekampagne machen, wenn die Kunden sehen, dass der Konzern auch sparen kann und kreatives Unternehmertum beweist. So interessiert sich doch niemand für das marode Versandgeschäft von Quelle. Die Kunden ziehen sich aus Mißtrauen zurück.Kreativ?? - Inkompetent!!
Man sagt uns, für Bildung, Kitas, Krankenhäuser, Radwege etc. gäbe es nicht genügend Geld. Aber für das "marode Versandgeschäft" von Quelle werden Millionen locker gemacht - und versickern mal wieder irgendwo. Nur weil bald gewählt wird und (bis auf zu Guttenberg?) unsere Regierung aus inkompetenten Politikern besteht, Frau Merkel an der Spitze. "Erhalt von Arbeitsplätzen" nennen sie ihr Feigenblatt. Ich weiß, wen ich im Herbst ganz bestimmt nicht wähle: CDU/CSU, SPD und FDP!Falschinformation der Medien
Ich wundere mich immer wieder woher die Medien Ihre Informationen erhalten bzw. warum diese dann anscheinend nicht überprüft werden. Über eine Angestellte von Quelle bin ich im Moment sehr gut über die aktuelle Situation informiert. Und daher kann ich nur sagen, dass dieser Artikel ein völlig falsches Bild darstellt. Es ist zwar richtig, dass die Katalogproduktion im Moment unterbrochen ist, jedoch war diese Unterbrechung bereits seit langem geplant. Es wurden bereits fast die Hälfte der zu produzierenden Kataloge hergestellt und auch bereits an die Kunden versand. Die restlichen Kataloge sollen erst hergestellt werden, wenn das Geld durch den Massenkredit verfügbar ist - dies wurde bereits bei der Festlegung der Deadline für den ersten Teil der Produktion festgelegt. Es sind also bereits ca. 4 Millionen Kataloge ausgeliefert worden und die ersten Kunden können somit bereits bestellen.Weitere Nachrichten aus Marketing vom 03.07.2009:
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