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05.05.2010

Social Media

von Olaf Kolbrück,
Redakteur /Blogger

Telekom baut Twitter zum Servicekanal aus


Der Twitter-Account der Telekom 

Der Twitter-Account der Telekom

Es könnte zu einem branchenübergreifenden Signal werden. Die Telekom baut Twitter zum Servicekanal aus. Unter Telekom hilft bietet der Telekommunikationsanbieter seit heute den Kunden ausdrücklich Support an. Bislang hatte die Telekom bei Twitter verschiedene Accounts vor allem für Promotions und Öffentlichkeitsarbeit genutzt. Nun bietet ein Service-Team via Twitter auch Kundendienst an. "In der festen Überzeugung, dass Service mit 140 Zeichen geht", heißt es dazu im Profil.
 
Der Schritt dürfte im Hintergrund eine Menge Arbeit erfordern. Immerhin können sich via Twitter Privat- und Geschäftskunden an den Konzern wenden, ohne dass auf Anhieb eine Zuordnung möglich ist. Hinzu kommt: Mit der Zusammenführung von Festnetz und Mobilfunk unter dem Prokjektnamen One Company können in 140 Zeichen Anfragen aus allen Bereichen über den Mikrobloggingdienst auf den Konzern hereinbrechen. Gleich sieben Mitarbeiter twittern denn auch in dem neuen Servicekanal.
Der Aufwand bei der Feedback-Abwicklung und die Erwartungen an die Echtzeit-Kommunikation dürften Gründe dafür sein, dass andere Großkonzerne ihre Twitter-Aktivitäten bislang bewusst nicht als Servicekanal für Kundenanfragen hervorheben.  So billigt beispielsweise Hubert Frach, Vice President Marketing bei Lufthansa, dem Account @Lufthansa_de nur eine Scharnierfunktion zu. "Wir bemühen uns um Feedback. Aber als Servicekanal ist der Account nicht gedacht."
 
Immerhin hat die Offensive der Telekom schon Mitbewerber 1und1 aufgeschreckt. "Frage an die Followergemeinde: Würdet ihr euch für Supportanfragen einen separaten Twitter-Account wünschen?" zwitschert das Unternehmen über den Corporate-Account. 1&1 betont aber, dass es den Twitter-Account @1und1 bereits seit November auch intensiv für Kundenanfragen nutzt.
 
Den Telekom-Service bei Twitter gibt es vorerst auch nicht rund um die Uhr, sondern nur montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr. Auch werden die Nutzer gebeten, keine personenbezogenen Daten zu posten. Für den Datenaustausch - und wohl auch für kompliziertere Fälle - gibt es dann eine E-Mail für die weitere Bearbeitung. 140 Zeichen dürften also doch nicht immer ausreichen. Immerhin: Das neue Angebot wird im Web schnell verbreitet und genutzt. Gut eine Stunde nach dem Start hat Telekom hilft bereits 130 Follower. ork
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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (3)
Andreas Maurer sagte am 05.05.2010 um 17:03

Wir sind nicht schreckhaft

Liebe Horizont-Redaktion, weder hat uns die Telekom-Aktion aufgeschreckt, noch wusste ich gestern Abend, als ich diese Twitter-Umfrage spontan gepostet habe, vom heute gestarteten Projekt der DTAG - das sich übrigens eng an eines der prominentesten Social-Media-Fallbeispiele, nämlich den Twitter-Helpdesk von Comcast unter @comcastcares anlehnt. 1&1 hilft seinen Kunden - ohne groß darüber zu reden - seit November über Twitter (@1und1, übrigens mit mittlerweile fast 2.700 Followern und einer sehr guten Resonanz. Wir freuen uns aber, dass auch die Kollegen in Bonn jetzt diesen Kanal nutzen und ebenfalls das Thema Kundenzufriedenheit angehen. Andreas Maurer Leiter Social Media Communications, 1&1 Internet AG
Sören Nilsson sagte am 06.05.2010 um 10:27

Was genau ist neu daran?

Kundenservice bei Twitter gibt es schon fast so lange wie es Twitter gibt. Auch in Deutschland bieten vor allem kleinere Unternehmen und Internet-Startups seit langem ihre Hilfe bei Twitter an. Größere Beispiele sind @eBayDE, @o2online_de, @vodafone_de, @1und1, @CinemaxX und @otto_de. Letztere machen dies bereits seit Juni 2009. Woher kommt also nun der Medienhype eines einzelnen Accounts? Auf die Antwort von @Telekom_hilft zu meinem HDMI-Problem mit der Entertainbox warte ich übrigens noch. Ein kurzes "Wir sind dran!" wäre schön...
OlafKolbrueck sagte am 06.05.2010 um 12:08

Differenzierung

Der Unterschied: Bei Vodafone und Co sind die Accounts mehr oder weniger eine Mischung aus Geplauder, News, Werbung und natürlich zuweilen auch eine Station für Kundenanfragen. Selbst wenn das nicht die Kernintention ist, ist es eine quasi zwangsläufige Folge, wenn man den Kanal aufmacht. Die Telekom macht Twitter nun (mit Ansage) ganz explizit zum Servicetool. Das ist schon ein qualitativer Unterschied.

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