Kampagnen-Stopp
14.01.2009
Tchibo und Esso sorgen mit Nazi-Bezug für Empörung
Kleine Kampagne, großer Ärger: Mit dem Spruch "Jedem den Seinen" werben Esso und Tchibo derzeit auf Plakaten für das Angebot des Kaffeerösters in den rot-weißen Filialen der Tankstellen-Kette. Weder die Unternehmen, noch die beteiligte Agentur waren sich dabei offenbar darüber klar, dass die Plakat-Headline in leichter Abwandlung historisch äußerst vorbelastet ist. Sie erinnert an den Spruch am Eingangstor des Konzentrationslagers Buchenwald: "Jedem das Seine".
Über den Bezug zum Holocaust empört sich unter anderem der Zentralrat der Juden in Deutschland. Vizepräsident Salomon Korn sagte der "Frankfurter Rundschau", das Plakat sei entweder eine "nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit" oder ein Beispiel "totaler Geschichtsunkenntnis".
Esso-Sprecher Olaf Martins machte in der "FR" die zuständige Werbeagentur verantwortlich: Die Kreativen hätten die historische Bedeutung des Satzes offenbar nicht erkannt. Welche Agentur die Plakate gestaltet hat, will Martins auf Nachfrage von HORIZONT.NET nicht verraten. Esso arbeitet mit Heye in Unterhaching und McCann-Erickson in Hamburg zusammen, Stammagentur von Tchibo ist Scholz & Friends. Die Hamburger Kreativschmiede hat aber nach Aussage von Sprecher Markus Mayr mit der Kampagne "nichts zu tun".
Esso will derartige Fehlgriffe in Zukunft jedoch ausschließen: "Wir werden daraus lernen und unsere internen Prozesse verbessern, um eine Wiederholung solcher Situation auszuschließen", so Martins. Der Satz "Jedem das Seine" wurde ursprünglich von dem römische Staatsmann und Philosophen Cato dem Älteren geprägt. jh
Kommentare
Nachrichten
User-Empfehlungen
HORIZONTJobs
Spiesser Alfons
Das Spießer Alfons-Thema der Woche:
Ist der Verkauf von Träumen legal?
Leserfavoriten
Kreation
Mafo-Navigator
Sie suchen nach Dienstleistern rund um die Marktforschung? Der Mafo-Navigator bietet eine umfassende Datenbank mit mehr als 200 Anbietern.
HORIZONT auf Facebook
Specials
News-Archiv










