14.03.2008
Tabaklobby geht an den Start
Wie angekündigt spricht die deutsche Zigarettenindustrie ab heute wieder mit einer Stimme: Der Deutsche Zigarettenverband (DZV) hat heute in Berlin seine Gründung bekanntgegeben und seine Anliegen vorgestellt.
Der Interessensvertretung gehören die Tabakkonzerne British American Tobacco Germany, Reemtsma Cigarettenfabrik, JT International Germany, Heintz van Landewyck und Joh. Wilh. Von Eicken an. Damit vertritt der DZV über 60 Prozent der deutschen Zigarettenindustrie. Nicht an Bord ist Philip Morris - wegen des Austritts des Marktführers war der Verband der Cigarettenindustrie Mitte 2007 zerbrochen.
Geschäftsführerin der neuen Lobbyvertretung ist wie erwartet Ex-Grünen-Politikerin Marianne Tritz. Der 44-Jährigen steht unter anderem Titus Wouda Kuipers, General-Manager von Reemtsma, als DZV-Vorstandsvorsitzender zur Seite. Kuipers: "Wir wollen konstruktiv an der Gestaltung des regulatorischen Umfeldes und des öffentlichen Meinungsbildes zum Thema ,Rauchen und Zigarette` in Deutschland mitwirken." mh
- Marketing 12. März 2008: Neuer Verband der Tabaklobby wird morgen vorgestellt
- Marketing 4. Juli 2007: Tabakfirmen wollen neue Lobbyvertretung gründen
- Marketing 29. Juni 2007: Verband der Cigarettenindustrie löst sich auf
- Marketing 15. Mai 2007: Philip Morris tritt aus dem VdC aus
R. Henke sagte am 14.03.2008 um 17:43
Lobbyarbeit im Sinne des gesunden Menschenverstands
... und bevor jetzt wieder alle die Anti-Tabaklobby-Keule schwingen: Kapiert eigentlich in diesem Land (und der EU versteht sich) niemand mehr, dass derzeit mit jeder Art von Werbeverbot und Informationsvorschrift ausnahmslos(!!!) populistischer Politik-Aktionismus unter dem Deckmantel des Verbraucher- oder Konsumentenschutzes betrieben wird? Und dass aber auch jede Art von vermeintlicher Verbraucherinformation von der betroffenen Zielgruppe entweder a) als Verarsche wahrgenommen wird (z.B. kleingedrucktes in Mobilfunkverträgen), b) ignoriert wird (z.B. Tabak-Warnhinweise) oder c) nicht bzw. falsch verstanden wird (Lebensmittel, Kosmetika). Vom "mündigen Bürger" und damit dem mündigen Konsumenten ist schon heute kaum noch etwas übrig. Statt dessen wird die allgemeine "Verblödung" der Gesellschaft als Anlass für immer mehr Regelung und Verbote herangezogen anstatt die Ursachen zu bekämpfen und den Konsumenten generell zu mehr Eigenverantwortung zu erziehen. Eine sehr bequeme Politik mit langfristig entsetzlichen Konsequenzen. Wehren wir uns also und hoffen wir, dass Frau Titz und Herr Kuipers erfolgreiche Arbeit leisten werden. PS: Bin zwar Raucher, tut aber nix zur Sache, da ich Beispiele aus anderen Branchen z.B. den Pflichthinweis "sur circuit" zur Höchstgeschwindigkeit in französischen Autoanzeigen genauso unfassbar peinlich und überflüssig finde wie alles andere.Weitere Nachrichten aus Marketing vom 14.03.2008:
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