Studie
09.12.2009
Sterben der Ostmarken: Nur knapp jede fünfte hat überlebt / Unternehmen werben zurückhaltend
Galerie: Die Verbreitung von Ostmarken heute (9 Bilder)
Laut der Studie, für die 80 Manager von Ost-Unternehmen befragt wurden, macht der Faktor "Bekanntheit aus Vorwendezeit" 80 Prozent des Unternehmenserfolgs aus. 54 Prozent profitieren von ihrer Qualität und 30,9 Prozent von Innovationen. Niels N. von Haken, Geschäftsführer der MDR-Werbung, will Managern der Ost-Produkte Werbung schmackhaft machen: "Reine Bekanntheit hilft einer Marke auf Dauer nur wenig. Marken, die heute nur im überschaubaren, persönlichen Rahmen kommuniziert werden, haben eine schwere Zukunft vor sich. Die Potenziale der Massenkommunikation werden noch nicht ausreichend genutzt."
Reichweiten-Spitzenreiter in den neuen Bundesländern ist Rotkäppchen: Knapp die Hälfte der dortigen Konsumenten hat in den vergangenen drei Monaten mit Sekt der Ost-Marke angestoßen. Zum Vergleich: In den alten Bundesländern hat sich nur knapp jeder Zehnte in diesem Zeitraum ein Glas Rotkäppchen gegönnt. Knapp ein Drittel der Ost-Haushalte wäscht mit Spee (West: 7,8 Prozent) und ein Viertel der Befragten in den neuen Bundesländern nutzt Florena Handcreme (West: 5,8 Prozent).
Weitere bekannte Marken sind Radeberger Pils (Ost: 18,5 Prozent, West: 3,1 Prozent), Vita-Cola (Ost: 14,1 Prozent, West: 1,1 Prozent) und Köstritzer Bier (Ost: 13,7 Prozent, West: 2,9 Prozent).
Dabei sind die Ostdeutschen markenaffin: Zwei Drittel stimmen der Aussage zu, Markenartikel seien qualitativ besser als No-Name-Ware. Im Westen bejahen diese Aussage nur rund 58 Prozent. np
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