Schrille Werbung
21.01.2008
Sixt lässt Lobbyisten zu Wort kommen
Mit einer ungewöhnlichen Anzeigenkampagne macht einmal mehr der Autoverleiher Sixt auf sich aufmerksam. Diesmal stellt die Agentur Jung von Matt politische Forderungen von fiktiven Vereinen dar, die jeweils mit dem Zusatz "Denn günstige Mietwagen gibt's ja schon: sixt.de" versehen werden.
So ist im "Focus" eine Frau Andrea Schmydt-Rückling vom Bündnis Die Blauen (BDB) zu sehen, die "mehr weibliche Artikel im Grundgesetz" will. Im "Spiegel" fordert UBC-Vertreter Peter Bänningst "die Ernennung Fuldas zur Hauptstadt". Eine Verlängerung des Konzepts ins Internet gibt es bislang nicht.
Auch die Anzeigen mit Spitzenpolitikern, auf denen unter anderem die heutige Kanzlerin Angela Merkel und der frühere SPD-Politiker Oskar Lafontaine zu sehen waren, sorgten seinerzeit für Aufruhr. So musste Sixt Lafontaine Ende 2004 100.000 Euro Schmerzensgeld zahlen, weil ihn das Unternehmen 1999 ohne Erlaubnis als Testimonial eingesetzt hatte. Sixt hatte kurz nach dem Abschied Lafontaines aus der Bundesregierung in einer Werbeanzeige ein Foto des Bundeskabinetts abgebildet und darin Lafontaine durchgestrichen. "Sixt verleast auch Autos für Mitarbeiter in der Probezeit", lautete der Claim, der auch damals schon von von Jung von Matt, Hamburg, entwickelt wurde.
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