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Schrille Werbung

von Klaus Janke,
Freier Journalist

Sixt lässt Lobbyisten zu Wort kommen


Mit einer ungewöhnlichen Anzeigenkampagne macht einmal mehr der Autoverleiher Sixt auf sich aufmerksam. Diesmal stellt die Agentur Jung von Matt politische Forderungen von fiktiven Vereinen dar, die jeweils mit dem Zusatz "Denn günstige Mietwagen gibt's ja schon: sixt.de" versehen werden.
 
So ist im "Focus" eine Frau Andrea Schmydt-Rückling vom Bündnis Die Blauen (BDB) zu sehen, die "mehr weibliche Artikel im Grundgesetz" will. Im "Spiegel" fordert UBC-Vertreter Peter Bänningst "die Ernennung Fuldas zur Hauptstadt". Eine Verlängerung des Konzepts ins Internet gibt es bislang nicht.
Sixt ist für seine schrägen Kampagnen bekannt und hat sich damit in der Vergangenheit auch teilweise in die Nesseln gesetzt. Im Mai vergangenen Jahres etwa hatte Sixt mit einer Kampagne für Schlagzeilen gesorgt, die mit dem Spruch "Erlebe, was Kameradschaft bedeutet, zeige dem Feind seine Grenzen und fahre noch günstiger Cabrio als bei Sixt." für die Bundeswehr warb. Wegen eines Attentats in Afghanistan, bei dem drei deutsche Soldaten ums Leben gekommen waren, wurde die begleitend eingesetzte Microsite damals sofort deaktiviert. Der Druck der Anzeigen, mit dem Sixt dem unter chronischem Rekrutenmangel leidenden Verteidigungsminister Franz Josef Jung auf seine ironische Art unter die Arme greifen wollte, hatte allerdings nicht mehr verhindert werden können.
 
Auch die Anzeigen mit Spitzenpolitikern, auf denen unter anderem die heutige Kanzlerin Angela Merkel und der frühere SPD-Politiker Oskar Lafontaine zu sehen waren, sorgten seinerzeit für Aufruhr. So musste Sixt Lafontaine Ende 2004 100.000 Euro Schmerzensgeld zahlen, weil ihn das Unternehmen 1999 ohne Erlaubnis als Testimonial eingesetzt hatte. Sixt hatte kurz nach dem Abschied Lafontaines aus der Bundesregierung in einer Werbeanzeige ein Foto des Bundeskabinetts abgebildet und darin Lafontaine durchgestrichen. "Sixt verleast auch Autos für Mitarbeiter in der Probezeit", lautete der Claim, der auch damals schon von  von Jung von Matt, Hamburg, entwickelt wurde.
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