Krisen-PR
04.06.2010
Ölpest: BP wirbt mit TV-Spot um Vertrauen
Der Energiemulti BP bemüht sich um Schadensbegrenzung in eigener Sache. Angesichts der schwersten Ölkatastrophe in der US-Geschichte mit nicht absehbaren Folgen für Umwelt und Bevölkerung wendet sich der Konzern nun in einem TV-Spot an die Öffentlichkeit. In diesem bemüht sich BP, den bereits erlittenen Imageschaden wenigstens einigermaßen in Grenzen zu halten.
Auch die Sorge der US-Bürger um den eigenen Geldbeutel versucht der BP-CEO zu zerstreuen. Die Kosten der Aufräumaktion müssten auf keinen Fall die Steuerzahler tragen, beeilt sich Hayward zu versichern, der sich am Ende des Spots "bei allen Betroffenen" entschuldigt und verspricht, "alles zu tun, damit so etwas nie wieder passiert".
Das Commercial wurde offenbar mit heißer Nadel inhouse entwickelt und läuft ausschließlich im US-Fernsehen. Die Lead-Agentur von BP, Ogilvy & Mather, war daran genauso wenig beteiligt wie an den Anzeigen, die seit einigen Tagen in Titeln wie "New York Times", "Wall Street Journal", "USA Today" und "Washington Post" geschaltet werden. Darüber hinaus kommen Radio- und Onlinespots zum Einsatz.
Der TV-Spot geht mehr als sieben Wochen nach der Katastrophe auf der Deepwater Horizon auf Sendung. Die Bohrinsel war am 20. April explodiert und hatte die schlimmste Ölpest der US-Geschichte ausgelöst. Seither sind mehrere Versuche, das Ölleck abzudichten, gescheitert, weshalb auch US-Präsident Barack Obama BP immer wieder scharf kritisiert hat. Über das genaue Ausmaß der Katastrophe gibt es lediglich Schätzungen. mas
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