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19.01.2009

Werbebilanz

von Jessica Mulch,
Redakteurin HORIZONT.NET

Nielsen: Online-Werbung überholt erstmals Radio


Nielsen-Geschäftsführer Ludger Wibbelt 

Nielsen-Geschäftsführer Ludger Wibbelt

Das Medium Internet verzeichnet 2008 den höchsten prozentualen Zuwachs aller Mediengattungen bei den Bruttowerbeumsätzen - und setzt sich damit erstmals vor das Medium Radio. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1,5 Milliarden Euro in Onlinewerbung investiert. Das entspricht einem Plus von 26,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Online ist damit neben TV und Plakat der einzige Werbeträger, der 2008 zulegt.
 
Radio erreicht einen Bruttoumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro und rutscht damit zum ersten Mal hinter den Werbeträger Internet. Trotz des Zuwachses beim Medium Internet gerät der Online-Motor langsam ins Stocken: "Obwohl die Bruttowerbeeinnahmen für dieses Medium für das Gesamtjahr weiterhin eine deutliche Steigerung verzeichneten, hat sich der Zuwachs in den letzten beiden Quartalen 2008 deutlich abgeschwächt", so Nielsen-Geschäftsführer Ludger Wibbelt.
Werbeintensivste Branche bleiben die Online-Dienstleistungen mit knapp 272 Millionen Euro (plus 19,3 Prozent). Treiber sind vor allem die Vermittlungsdienste, aber auch Portale und Online-Spiele, die ihre Werbeaufwendungen zusammen um rund 33 Millionen Euro steigerten. Das stärkste absolute Werbewachstum verzeichnete allerdings die Unternehmenswerbung mit einem Plus von 63,8 Millionen Euro. Deutliche Steigerungen gab es auch in den Branchen Mobilnetze (plus 16,6 Millionen Euro), E-Commerce (plus 15,1 Millionen Euro) und Finanzdienstleistungen (plus 15,1 Millionen Euro).
 
Runter gingen die Investitionen hingegen bei den Handelsorganisationen, die ihr Online-Werbeengagement um 33,4 Millionen Euro auf 25,8 Millionen Euro reduzierten. Werbestärkstes Unternehmen 2008 ist T-Home. Die Bonner steigerten ihre Online-Bruttowerbeaufwendungen um 26,4 Millionen Euro auf 49,5 Millionen Euro, gefolgt von Esprit (36 Millionen Euro) und Friendscout24 (35 Millionen Euro).
 
Zudem gab Nielsen die Zahlen für At-Retail-Media (PoS) bekannt: Die Gattung verzeichnet einen Rückgang um 6,3 Prozent (3,1 Millionen Euro). jm
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