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Marken-Klau: Wie die Piratenpartei Werbeslogans und Logos kapert


von Marco Saal,
Ressortleiter HORIZONT.NET

Die Piratenpartei sorgt mal wieder für Wirbel. Grund ist die Wahlkampfkampagne in Niedersachsen, die am Montag dieser Woche in Hannover vorgestellt wurde. Für ihre Plakate haben die Piraten kurzerhand Slogans und Logos von bekannten Markenklassikern wie Ikea, Telekom, Milka und McDonald´s zweckentfremdet. Bei den Unternehmen stößt die Aktion auf wenig Gegenliebe.
 
Galerie: Die Wahlkplakate der Piratenpartei in Niedersachsen
"Die zarteste Versuchung, seit es Parteien gibt", "Ich will so leben, wie ich bin", "Entdecke dein Wahllokal" und "Wählen, was verbindet" - im Kampf um den Einzug in den niedersächsischen Landtag am 20. Januar schrecken die Piraten nicht davor zurück, bekannte Werbeslogans und Logos wie die von Milka, Du Darfst, Ikea und Telekom für Wahlkampfzwecke zu entfremden und für eigene Zwecke zu instrumentalisieren. "Gute Ideen werden gerne übernommen", sagte der Vorsitzende der Piratenpartei Deutschland, Bernd Schlömer, gestern bei der Präsentation der Kampagne, für die eigens die Seite Ideenkopierer.de ins Netz gestellt wurde. "Wir greifen gute Ideen auf und freuen uns auf weiteres lebhaftes Kopieren", so Schlömer weiter.
 
Die betroffenen Unternehmen sind wenig begeistert. Das gilt vor allem für Ikea. "Wir sind mit der Art und Weise, wie das Ikea-Logo entfremdet wurde, überhaupt nicht glücklich und haben daher Kontakt mit den Piraten aufgenommen", bestätigt ein Ikea-Sprecher gegenüber HORIZONT.NET.
 
In einem Schreiben, das HORIZONT.NET vorliegt, fordert Ikea die Piraten freundlich dazu auf, an dem Motiv kleinere Änderungen vorzunehmen. So bittet der Möbelriese darum, den Rahmen um das Wort „Piraten" zu entfernen. "So wäre unser schwedischer Markenauftritt immer noch erkennbar, das wäre für uns ein akzeptabler Mittelweg", so der Sprecher weiter. Leider hat Ikea von den Piraten, die das Urheberrecht als überholt ansehen, noch keine Antwort bekommen. Rein formal sieht sich Ikea im Recht. "Es ist nicht gestattet, ein urheberrechtlich geschütztes Logo zu entfremden", so der Ikea-Sprecher. Der Konzern wolle aber nicht gleich die juristische Keule auspacken.
 
Auch die anderen betroffenen Unternehmen wollen offenbar zunächst auf eine Klage verzichten und sind bemüht, die Angelegenheit nicht zu hoch zu hängen. "Wir werden mit den Piraten Kontakt aufnehmen und den Sachverhalt prüfen", erklärt ein Telekom-Pressesprecher, ohne weiter ins Detail gehen zu wollen. Volkswagen will die Angelegenheit offiziell nicht kommentieren. Ein Sprecher kündigt immerhin gegenüber HORIZONT.NET an, dass der Autobauer die Piraten-Kampagne und den Umgang mit dem VW-Logo weiter beobachten werde.
 
Die Piraten vergreifen sich nicht zum ersten Mal an geschütztem Eigentum von Markenartiklern. So hatte sich im April Playmobil wegen der Nutzung seiner Spielzeugfiguren auf Parteitagen mit den Piraten angelegt. Auch Politiker - wie Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) wurde von den Piraten schon unfreiwillig als Testimonial missbraucht. Umgekehrt hat der für seine freche Werbung berühmte Autovermieter Sixt auch die Piraten schon auf Werbemotiven veralbert. mas
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