HORIZONT.NET
15.11.2007

Bahn-Streik

Lokführer-Streik: Deutsche Bahn attackiert GDL-Chef per Anzeige


In der Kritik: GDL-Chef Schell 

In der Kritik: GDL-Chef Schell

Mit einer ganzseitigen Anzeige wendet sich die Deutsche Bahn an die zurzeit streikende Bahngewerkschaft GDL. In scharfen Worten kritisiert das Verkehrsunternehmen den jüngst begonnenen Ausstand der Lokführer.

Die unter anderem im "Handelsblatt", der "Frankfurter Rundschau", der "Süddeutschen Zeitung" sowie in der "Bild"-Bundesausgabe geschaltete Anzeige beginnt mit der boulevardesk angehauchten Schlagzeile "Stoppen Sie diesen Wahnsinn, Herr Schell!". Damit zieht das in Berlin ansässige Unternehmen die Kommunikation auf eine personalisierte Ebene und wirft GDL-Chef Manfred Schell vor, es gehe ihm "nur noch um die Macht" der Gewerkschaft. Die Bahn entwirft ein Horrorszenario: "Sie wollen, dass künftig in diesem Land jede Minderheit von nicht einmal drei Prozent einer Belegschaft mit einem eigenen Tarifvertrag jederzeit ein Unternehmen und ein ganzes Land erpressen kann."
 

Die Anzeige der Deutschen Bahn 

Die Anzeige der Deutschen Bahn

Bereits zuvor hatte die Deutsche Bahn in Anzeigen versucht, im Tarifkonflikt kommunikativ die Oberhand im Streit mit der kleinen Gewerkschaft zu gewinnen. Die in Frankfurt ansässige GDL kontert, man lasse sich nicht auseinanderdividieren. "Vorstand und gesamte Gewerkschaft stehen hinter Schell", sagt GDL-Sprecher Maik Brandenburger gegenüber HORIZONT.NET. "Wenn die Bahn so viel Geld für ein vernünftiges Angebot verwendet hätte, hätten alle Seiten gewonnen", so Brandenburger. Aus der Streikkasse jedenfalls werde man keine eigene Kampagne als Reaktion fahren, jedoch am heutigen Donnerstag mit einer Pressemitteilung reagieren.
 
Aufgrund des großen öffentlichen Interesses ist momentan der Server der Gewerkschaft überlastet - gestern waren die Notfahrpläne der Bahn zeitweise ebenfalls nicht im Internet abrufbar.

Die Bahn-Anzeige ist nicht die erste Werbekampagne, in der GDL-Boss Schell unfreiwillig auftritt. Auch der Münchner Autovermieter Sixt wirbt derzeit mit ganzseitigen Anzeigen in der Tagespresse mit dem Konterfei Schells - und bedankt sich bei ihm dafür, dass so viele Bahn-Fahrer nun wegen des Streiks die attraktiven Angebote von Sixt kennenlernen.


Leser-Kommentare zu diesem Artikel (3)
Koenich Johann sagte am 15.11.2007 um 12:12

Wo war das Lektorat?

Im dritten Absatz wird der Einstiegssatz gleich doppelt geschrieben - hatte das Lektorat schon Feierabend? Allgemein: Die Bahn hat in diesem Punkt ausnahmsweise mal Recht.
Cappellmeister sagte am 15.11.2007 um 13:45

Photoshop-Fehler

Schaut dann wohl eher so aus als ob beim Zusammenbauen/Scannen am Computer ein kleiner Fehler passiert ist... Eine Anzeige auf der persönlichen Schiene zu fahren ist wirklich sehr einfach. Schade dass die Bahn diesen Weg einschlägt und damit versucht in vorwiegend wirtschaftsgeprägten Zeitungstiteln zu polarisieren.
Bahnkunde sagte am 15.11.2007 um 13:50

Wo war der Scanner?

Man sieht das die Doppelung von Einscannen und erneutem Zusammensetzen der Anzeige kommt. Zumindest das kann man der Bahn nicht vorwerfen...

Weitere Nachrichten aus Marketing vom 15.11.2007:

VW-Übernahme: Wiedeking beruhigt Wolfsburger Belegschaft
Puma zieht mit EM-Trikot nach
Studie: Fastfood-Boom setzt sich fort

Zur Übersicht
Lesezeichen hinzufügen bei
Mister Wong Yahoo MyWeb BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Link Arena Yigg Web News OneView
Nachrichten
Kreation

Theramed Oxywhite
Eine sommerlich bekleidete Frau geht mit Schlittschuhen über dem Rücken zu einem See und lässt ihre dank Theramed strahlend weißen Zähne aufblitzen. Danach sorgt sie mit ihrem „unglaublich frischen Atem“ dafür, dass der See gefriert. So kann sie ihre Runden drehen und ihren Traumprinzen treffen. Dieser hat sich natürlich auch die Zähne mit Theramed geputzt, was schon von weitem zu sehen ist.

Chart der Woche
Chart_Grafik.jpg
Überschätzt:
Das Web hat als Informationsmedium nicht die große Bedeutung wie angenommen. Laut einer Studie ist TV als erste Nachrichtenquelle weitaus wichtiger.
 
Click Here