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Krisen-PR

von Marco Saal,
Ressortleiter HORIZONT.NET

Image-Gau in Zahlen: US-Amerikaner strafen BP ab


BP Krisen-Spot zur Ölpest

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Die Kritik an BP nimmt weiter zu. Der Energieriese tut sich nicht nur bei der Bekämpfung der Ölpest im Golf von Mexico schwer, die seit der Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon am 20. April alle Welt in Atem hält. Auch bei der Krisenkommunikation tritt der Konzern von einem Fettnäpfchen ins nächste.
 
Jüngstes Beispiel ist der TV-Spot des Unternehmens mit CEO Tony Hayward, der wie berichtet Ende vergangener Woche erstmals im US-Fernsehen lief. Der Versuch, mit dem CEO als Krisen-Manager zu punkten und den Imageschaden damit wenigstens einigermaßen in Grenzen zu halten, muss wohl als gescheitert betrachtet werden. Darauf deutet jedenfalls eine aktuelle Analyse des TV-Werbeforschers Ace Metrix hin.
Einen Tag nach der erstmaligen Ausstrahlung des Commercials sagen 75 Prozent der US-Amerikaner, dass Hayward die falsche Person sei, um BP aus der Krise zu führen. 20 Prozent der befragten Personen zweifeln gar an der Aufrichtigkeit der Aussagen, die Hayward in dem Werbespot macht. Zur Erinnerung: In dem Commercial, für das keiner der infrage kommenden Dienstleister verantwortlich sein will, verspricht Hayward, "die volle Verantwortung" für die schwerste Ölkatastrophe in der US-Geschichte zu übernehmen und den US-Steuerzahler nicht zu belasten. Zudem entschuldigt sich Hayward am Ende des Spots "bei allen Betroffenen" und verspricht, "alles zu tun, damit so etwas nie wieder passiert".
 
Gerade diese Aussage nehmen die US-Amerikaner dem BP-Chef offenbar nicht ab. Die wenigsten Befragten glauben daran, dass das Unternehmen sein Versprechen in die Tat umsetzen kann. "BP hat eine Gelegenheit ausgelassen, die Verbraucher emotional anzusprechen und sie davon zu überzeugen, dass sich BP zum Positiven verändern wird", kommentiert Ju Young Lee, Mitgründer und Chef-Analyst von Ace Metrix, den TV-Spot. Auch andere Experten sehen die Kampagne kritisch: "Es ist sehr ungünstig, dass Tony Hayward das Gesicht dieser Krise ist", wird James S. O'Rourke, Management-Professor an der Universität Notre Dame, von diversen Medien zitiert. BP habe zu viel Zeit damit vergeudet, hinter Haywards öffentlichen Fehltritten aufzukehren.
 
Die Kritik bezieht sich freilich nicht nur auf Hayward. 42 Prozent der Amerikaner glauben, dass BP mit seinen aktuellen Anstrengungen nur sein eigenes Image schützen, nicht aber die Umwelt retten will. Auch die Boykott-Aufrufe haben offenbar gefruchtet. So wollen laut der Analyse von Ace Metrix 20 Prozent der bisherigen Kunden BP künftig die kalte Schulter zeigen. 31 Prozent wollen zumindest seltener bei BP tanken. mas
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