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29.07.2010

Baumärkte

von Olaf Kolbrück,
Redakteur /Blogger

Hornbach: Es ist ein Stummfilm


Der Film "Das grenzenlose Haus" zeigt die Leidenschaft für das Heimwerken

Der Film "Das grenzenlose Haus" zeigt die Leidenschaft für das Heimwerken

Nach der eher martialischen „Wahnsinn"-Kampagne vollzieht die jüngste Produktion von Heimat, Berlin, für Hornbach eine Wendung um 180 Grad. In einem Stummfilm mit poetischen Bildern verpackt die Kampagne die Leidenschaft für das Heimwerken in eine bewegende und geradezu rührende Geschichte. Am 31. Juli startet der Film unter
Das-grenzenlose-haus.de. HORIZONT.NET hat sich den Film in einer exklusiven Preview im Web angesehen.
 
Ungewöhnlich ist zunächst einmal die Länge des Films mit dem Titel „Das grenzenlose Haus". Es sind cineastische zehn Minuten. Die Story: Ein Mann zieht in eine baufällige winzige Hütte, baut sie - von Nachbarn argwöhnisch beäugt - zu einer surrealen Villa aus und führt dabei auch noch die Menschen zusammen. In eine märchenhafte Erzählform gebunden, kommt der Film ohne gesprochene Dialoge und Erzählstimme aus und unterstreicht damit die Poesie des Werks. Vergleiche ziemen sich bei diesem eigenständigen Opus des Regisseurs Woof Wan-Bau (aka Joji Koyama) zwar nicht, doch fühlt man sich zuweilen an die abstrusen Welten eines Tim Burton erinnert.
Ungewohnt auch die heutige Preview: Fans der Hornbach-Page bei Facebook wurden dazu eingeladen. Dazu gab es einen Einladungs-Code per Postkarte. Auf der Website startete man eine Augmented-Reality-Anwendung, hielt die Karte in die Webcam am PC und schon wurde man in die Vorführung gebeamt.
 
Mit dem Kurzfilm ist es indes nicht getan. TV-Spots mit Auschnitten aus dem Film folgen. Die Geschichte wird zudem weiter erzählt. Erst einmal mit den Profilseiten der Charaktere aus dem Film- beispielsweise Martin Pascal - bei Facebook. ork
 
Und so können auch Sie sich den Film jetzt schon ansehen. Mit einem Spezial-Code des Horizont-Blogs Off-the-Record.de:
 
Gehen Sie auf http://www.das-grenzenlose-haus.de/.
 
Geben Sie dort folgenden Code ein: HOR36X48
 
Der Film startet automatisch.

 
Mehr zur Kampagne in der aktuellen Ausgabe von HORIZONT vom 29. Juli 2010.

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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (19)
haio sagte am 29.07.2010 um 13:02

Zielgruppe?

Ich stelle mir gerade den intellektuellen Heimwerker vor, der mit Hornbrille und Rollkragenpullover zu Tränen gerührt ist, während er an seinem Bio-Popcorn knabbert. Ist das die neue Hornbach Zielghruppe? Tragisch, dass so etwas wahrscheinlich dann doch wieder bei Awards und Festivals gefeiert wird.
spike sagte am 29.07.2010 um 13:07

hochachtung

liebe heimat. zu tiefst verneige ich mich vor eurer handwerkskunst.
THE SAINT sagte am 29.07.2010 um 13:29

GÄÄÄÄHN!

OH MANN, SELBSTINSZENIERUNG, PROFILNEUROSEN, SELBSTGEFÄLLIG. DER VERGLEICH MIT TIM BURTON WIRD STRAFRECHTLICH VERFOLGT. WER WAR DAS? DER SPOT? GÄÄÄÄÄHN. SCHNARCH.
Tom Atojus sagte am 29.07.2010 um 14:24

Wer hat die Zeit sich das anzuschauen??

Die rosige Zukunft der Werber lautet "Kunden, spart euch die Media-Millionen, gebt sie uns Werbern direkt und wir drehen ganze Kinofilme, die wir dann fast kostenlos im Social Web promoten." Oder so. Und wer schaut sich einen 10 Min langen sprachlosen Film an, der schon nach 3 Minuten sualangweilig rüberkommt? Der Plot ist schrott, ihm fehlt die gute Idee, die Dramaturgie, die Story, der man wirklich folgen mag. Und übrigens: Stummfilme haben keinerlei Ton, daher ist das Teil kein Stummfilm bei dem ganzen Geknister und Gesäge.
°flo sagte am 29.07.2010 um 14:59

Wie immer:

Kaum macht jemand was Innovatives, wird hier genörgelt. Armselig. Besser machen! Ich finde den Film toll! Surreal und schön. Mutig und modern. Und ziemlich gut zur Marke passend. Selten genug. Awards? Klar. Verdient. Weitermachen.
ludwigstraße sagte am 29.07.2010 um 16:31

Praktisch bildbar.

Wenn Kunst keinen Zweck kennt, dann ist das hier ganz große Kunst. Idee, Story, Ausstattung, Casting, Acting, Schnitt, Fotografie, Musik und Regie machen es jedenfalls nicht dazu.
THE SAINT sagte am 29.07.2010 um 16:51

MISSVERSTÄNDNIS

HEUTE IST ES UMSO WICHTIGER REALE BEDÜRFNISSE BEIM KONSUMENTEN ABZURUFEN. ALLE RELEVANTEN TOOLS IN MARKETING UND VERTRIEB SIND TÄGLICH NEU ZU LADEN UM NICHT WERTVOLLE ETATRESSOURCEN ZU VERBALLERN. DAS ES SICH IM FALL HORNBACH UM EINE KÜNSTLERISCHE SELBSTVERWIRKLICHUNG UND NICHT UM EINE STRATEGISCH SCHLAGKRÄFTIGE RETURN OF INVESTMENT KAMPAGNE HANDELT IST WOHL JEDEM BRANCHENPROFI BEWUSST. ES WAR IMMER SCHON EIN EKLATANTES PROBLEM WENN WERBER KUNST MACHEN WOLLEN UND SIE IHR WERK GERNE VON EINER HAUCHDÜNNEN ARTE ZIELGRUPPE FEIERN LASSEN MÖCHTEN. ABER: WENN DER KUNDE DAS GELD LOCKER MACHT ÜR SOLCHE SPÄSSCHEN AM RANDE DES ADVERTISING-UNIVERSUM, DANN SOLL ER ES DOCH AUCH TUN. BLEIBT ZU HOFFEN DASS IHM SEINE HEIMWERKER TREU BLEIBEN. DIE KOMMEN NICHT WEGEN DER WERBUNG, SONDERN WEIL SIE 'NEN HAMMER BRAUCHEN.
TOM sagte am 29.07.2010 um 17:45

GROSSARTIG!

Wieder einmal zeigen Heimat & Hornbach was möglich ist. Respekt und Danke!
°flo sagte am 29.07.2010 um 17:48

@THE SAINT:

Schrei doch nicht so.
Howie sagte am 29.07.2010 um 17:58

Einfach wunderbar!

Mensch Freunde, kaum erscheint wieder mal was, was aus dem Rahmen fällt, kommen die Nörgler aus der Hütte. Ich kann nur sagen: Der neue cianeastische Heimat-Film für Hornbach ist großes Kino. Endlich mal wieder was, was aus dem Werbe-Einheitsbrei und den ganzen Albernheiten die einem so tagtäglich geboten werden, herausragt. Kein Wort wird in diesem Film gesprochen, nicht nötig. Die Bildsprache spricht für sich. Ich habe Gänsehaut bekommen, und wann bekommt man die bei Werbung heute noch! Und klar werden die Heimat-Jungs mit dem Ding wieder Preise abräumen. Aber verdammt, jeder Award ist es wert. Denn diese Arbeiten sind es, die Werbung eine Zukunft geben. Also: Die Nörgler sollen bei Praktiker einen Eimer kaufen, wir Enthusiasten bauen mit Hornbach. Große Klasse und Lob an den Kunden, der so etwas zulässt! Chapeau Platinum!
Steffen sagte am 29.07.2010 um 18:17

EY!

Regt euch mal alle ab ;)
Ohjemineh sagte am 29.07.2010 um 18:17

Och nö

Surreal und schön? Mutig und modern? Eher gewollt und nicht gekonnt. Stimmte im letzten TV-Spot von Hornbach (dem mit der Kuh) wenigstens noch die Idee, und nur die Umsetzung schwächelte leicht, geht hier nun alles schief. Nichts gegen Märchen für Erwachsene: dann aber mit mehr Fantasie. Nichts gegen artifizielle Bildsprache: dann aber mit Mut und Ideen und nicht mit einer Kameraführung wie aus dem ZDF-Fernsehgarten. Und nichts gegen neue, ambitionierte Ansätze um die Werbung aus ihrem Ghetto herauszuführen: dazu sollte man sich aber erstmal anschauen, was in der Welt so passiert und wo die Messlatte hängt. Sonst interessiert's nämlich keinen.
chriz sagte am 29.07.2010 um 18:41

Warum nicht.

Alle reden davon das Werbung "Medialer" werden soll und dass Werber zu Content-Produzenten werden sollen. Ich finde es mutig, dass es einer macht und den Film gar nicht verkehrt - sondern schön zu sehen. Wer sich mal mit Film beschäftigt hat, merkt dass der Kampf "Kleines Haus" gegen "Großes Haus" schon ganz gut funktioniert. Und wer von dem Film nur auf intellektuelle Film-Kenner schließt, sollte sein Zielgruppen-Denken mal auf stumpfe Stereotypen prüfen. Letztlich wird der Film damit leben müssen, dass 90% der Filme floppen. Aber das wird man bei Hornbach sicher messen. Was man im TV nicht kann. Also Glückwunsch für Ausführung und Mut. Einzig das erzwungene Facebook-Like finde ich schei***e. Wem bringt ein erzwungener Fan etwas. Er blendet Meldungen aus. Aber eine hohe Fanzahl lässt sich eben an den Kunden gut verkaufen.
christoph sagte am 29.07.2010 um 18:44

VERSALIEN...

...machen kopfschmerzen beim lesen (gerade für eine longopy ungeeignet - sollte herr allwissend vielleicht wissen). und erzeugen den eindruck des anbrüllens. wirkt sehr aufgeregt und missionarisch - rechthaberisch. dabei irgendwie unangenehm. finde den film toll und überraschend. und dazu brauche ich weder hornbrille noch biopopcorn. nicht immer nur nörgeln. sondern auch mal was schönes machen. schöne grüsse.
Markus sagte am 30.07.2010 um 10:34

@chriz

Hey chriz! Der "Like" ist ja nicht erzwungen. Zum einen gibt/gab es ja auch an diversen Stellen im Netz Preview-Codes, die das Liken obsolet machen. Zum anderen ist das ja auch nur für die Preview zwei Tage vor dem offiziellen Filmstart. Wer also nicht Hornbach-Fan werden möchte, besorgt sich einen Preview-Code oder hat noch zwei Tage ? bzw. heute nur noch einen Tag ? Geduld. Viele Grüße (und viel Spaß mit dem Film ;) ) Markus [Disclaimer: Ja, ich bin im Projekt involviert]
anonym sagte am 30.07.2010 um 10:58

Arte-Zielgruppe trifft es recht gut

Zur Kampagne lässt sich viel sagen: Schöne Einbindung von Facebook, inteligente PR im Vorfeld um den Film zu promoten. Wichtig ist aber im Kern: Sehen sich Endkunden (nicht wir Werber) diesen Film an und nehmen Sie etwas mit, dass ihr Kaufverhalten beeinflusst? Der Kurzfilm: Das ist Gold ganz klar, aber eben nicht relevant für den Durchschnitts-Baumarktkunden. Schon gar nicht wird dem Kunden dadurch etwas vermittelt (z.B. Hornbach ist günstig oder Hornbach bietet bessere Beratungskompetenz). Das Unterscheidungsmerkmal, die Reason-Why bleibt auf der Strecke. Und so schön (!) ich den Film (auch die Ästhetik) finde, umso mehr Frage ich mich wo hier eigentlich das Ziel von Werbung ? die Paletten vom Hof schaffen ? bleibt... Facebook-Fans alleine können kein Ziel sein! Schau man sich die Fans von Hornbach an, tauchen erstaunlich viele Werbe dabei auf. Zumindest hier alles andere als eine representative Zielgruppe.
Knut sagte am 30.07.2010 um 14:46

Michel Gondry für Arme

Bemühter Kreativfilm. Gibt es bei Michel Gondry in Gut. Kein Humor, Keine Finesse, langweilig, belanglos und einfach schlecht nachgemacht. Viel Bohei um Nichts.
reklamateur sagte am 31.07.2010 um 23:41

Anmerkung

Mit Tim Burton hat dieser Film gar nichts zu tun, sondern mit Roy Anderson, an dem man sich hier ein ganz deutliches Vorbild nimmt.
Frank Brendel sagte am 11.08.2010 um 16:13

Zufall?

am 30.07. hat hier ein User ebenfalls unter dem Namen Frank Brendel wenig Gutes über den Film gepostet (der Name wurde inzwischen geändert). Vielleicht war es ja tatsächlich ein Namensvetter, ein Bruder im Geiste ist er allerdings eher nicht. Ich als Werbefilmregisseur kann allen an diesem Projekt Beteiligten für ihren Mut, ihre Kreativität und ihr Können nämlich nur meinen Respekt zollen.

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