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HORIZONT.NET
14.12.2009

Plagiat

von Marco Saal,
Ressortleiter HORIZONT.NET

Himmlischer Plagiat-Streit: Lavazza geht gegen George-Clooney-Spot von Nespresso vor


George Clooney Spot für Nespresso

zur Kampagne
Lavazza erhebt schwerwiegende Vorwürfe gegen seinen Wettbewerber Nespresso. Die italienische Espressomarke hat die Nestlé-Tochter ultimativ aufgefordert, ihre aktuelle Kampagne mit Testimonial George Clooney zurückzuziehen. Der Grund: Nespresso soll beim Turiner Espressokonzern abgekupfert haben.

 
Stein des Anstoßes ist der aktuelle TV-Spot von Nespresso, der zurzeit auch in Deutschland zu sehen ist. In dem von McCann, Paris, entwickelten Commercial kommt George Clooney nach einem Unfall in den Himmel, wo er auf den von Hollywoodstar John Malkovich verkörperten heiligen Petrus trifft. Dieser lässt sich auf einen Deal ein: Clooney vermacht ihm seine gerade erstandene Nespresso-Maschine und darf dafür wohlbehalten wieder zurück auf die Erde.
 

Lavazza Spot-Collage 1995 - 2009

zur Kampagne
Dass Nespresso mit diesem Commercial den Zorn von Lavazza auf sich zieht, ist nicht verwunderlich. Wie die rechts eingebundene Spot-Collage zeigt, wirbt Lavazza bereits seit 1995 mit himmlischen Szenerien für seine Espresso-Sorten. In den Commercials trat unter anderem der bekannte italienische Showmaster Paolo Bonolis auf, der sich ebenfalls mit dem heiligen Petrus über Kaffee unterhält.
 
"Entweder Nespresso zieht die Werbung zurück, oder wir werden uns an die Justizbehörden wenden. Es ist schwer, nicht zu denken, dass Nespresso unsere Werbung nachgeahmt hat", sagte Lavazzas Geschäftsführer Gaetano Mele der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. In seiner 40-jährigen Tätigkeit sei ihm so etwas noch nicht untergekommen, empört sich Mele. Auch Giacomo Bogetto von der Lavazza-Agentur Armando Testa reagiert verärgert. Kein Wunder: Die "himmlischen" Lavazza-Spots kommen laut Bogetto in Italien auf einen Bekanntheitsgrad von über 90 Prozent.
 
Nespresso hat die Vorwürfe aufs schärfste zurückgewiesen. In einer Stellungnahme, die HORIZONT.NET vorliegt, macht die Nestlé-Tochter deutlich, dass sie die Einschätzung von Lavazza für völlig überzogen hält. So beruhe der neue Werbespot auf dem "Originalkonzept" der Kampagne mit George Clooney, die bereits seit 4 Jahren on Air ist. Die Szene im Paradies, an der sich Lavazza stößt, sei zudem in ähnlicher Form bereits in unzähligern Büchern, Songs, Filmen und sogar anderen Werbekampagnen verwendet worden und daher ein mehr als populäres Sujet. Damit könne das Paradies-Thema nicht von nur einer Marke - Lavazza - besetzt werden.  mas

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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (11)
Sven Mentel sagte am 14.12.2009 um 14:58

Gold, Kupfer und Blech

Da ist sie wieder, die Frage nach der grundlegenden Idee. Die liegt bei Nespresso nicht in einem Setting, dem Himmel, sondern in einer überraschenden Wendung, die die Geschichte nimmt. Und die ist wirklich ansprechend, konsequent und originär exekutiert.
Oberlehrer sagte am 14.12.2009 um 15:16

Betrug!

...und nicht nur Nespresso hat geklaut... In vielen anderen Spots sind auch Menschen - auch bei Lavazza geklaut. Und dann haben die auch noch Kleidung am Körper - die ganeze Modeindustrie hat geklaut... und einmal war ein Tisch zu sehen, 1:1 von Coca Cola übernommen; und der Zug - billig abgekupfert von der Bahn, die Farben weiß und blau - da steht Weihenstephanwohl auch eine Unterlassungsklage ins Haus... und und und... Wie heißt es doch so schön: Die spinnen die Römer.
Werbefuzzi sagte am 14.12.2009 um 15:31

Netter Versuch...

@Lavazza: Man kann es ja mal versuchen... Aber den Ball würde ich eher flach halten.
renton sagte am 14.12.2009 um 17:14

Willkommen Lavazza,

im Jack-Wolfskin-Fanclub!
Dirk sagte am 15.12.2009 um 08:18

Leidige Diskussion

Oh man... Hinzufügen möchte ich eine einfache Tatsache: Die Lavazza Kampagne ist einfach schlecht, die Nespresso einfach gut. Alleine die Produktion ist so ein Klassenunterschied, dass sich Lavazza besser nicht so aufmanteln sollte. Liebe Lavazzas, ein Himmel macht eben noch keine himmlich gute Kampagne!
Der B aus H an der E sagte am 15.12.2009 um 09:24

Total nachvollziehbar...

... ich krieg' auch immer nen Fön, wenn die Konkurrenz was Gutes raustut ? das bringt so unangenehme Zwänge mit sich. Anerkennung ist auch total 90er, Wadenbeissen ist das Gebot der Stunde. Traurig.
Sternthaler sagte am 15.12.2009 um 09:42

Quatsch

Und was ist denn dann mit Philadelphia???
MTh sagte am 15.12.2009 um 22:13

Himmlisch, himmlischer, am himmlischsten

Das ist völlig unsmart, so ein Plagiat-Vorwurf von Lavazza. Schon 1997 kam die erste Philly Engel-Kampagne nach Deutschland. Damals gab es in Italien auch die Lavazza Kampagne, aber das war ja für Deutschland egal, denn die Philadelphia-Kampagne stammte aus Canada und war super passend für Philly. Ergebnis: die Markenprofilierung läuft immer noch auf "himmlisch" und das seit 12 Jahren. Da hat sich Lavazza auch nie aufgeregt.
analbert sagte am 16.12.2009 um 16:19

GEKLAUT GEKLAUT

UND ZWAR VON TOM UND JERRY!
Nutzniesser sagte am 17.12.2009 um 19:08

Ideenlos

Ich finde die Kampagne von Nestle gelungen,jedoch einfallslos wenn sie die wirklich kopiert haben.Verstehe jedoch die hintergründe nicht, ist ja für Lavazza Kontraproduktiv wenn Sie jetzt auch noch rechtlich dagegen gehen wollen.Es ist ja eine Bestätigung und Anerkenung gegenüber Lavazza seitens Nestle wenn Sie es kopieren.Also schweigen und geniessen.
Axel sagte am 19.12.2009 um 17:27

Autsch

Wenn der letzte Spot aus der Lavazza Spot-Collage der Aktuelle ist und vor dem Nespresso Spot lief, dann kann ich Lavazza verstehen. Es wird einem halt nicht gern ans Bein gepinkelt. In Ihrer Werbung schwärmen sie im Himmel von der Lavazza Kapselmaschine und dann wollen sie im Himmel doch lieber die Nespresso von der Erde haben. Sehr gelungen und Plagiat kann ich da auch nichts sehen. Eher 'vergleichende' Werbung.

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Ignition Frankfurt unterstützt den Launch vom Chevrolet "Spark" mit einer Kampagne. In dem aktuellen TV-Spot zeigen die Spark-Besitzer, dass sie machen, was sie wollen. Fünf Freunde treiben im Spark ihre Scherze mit Drive-Thru-Bedienungen. Der Fahrer gibt seine Bestellungen in einer Spaß-Sprache auf, die keiner versteht. Sein Kumpel auf der Rückbank kommentiert die Situation mit den Handzeichen, die er als Zweit-Hände dem Fahrer leiht. Als eine Bedienung spontan auf den Witz reagiert und in derselben Kunstsprache anwortet, brechen alle in Gelächter aus. Die Produktion übernahm Final Touch Hamburg.

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