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Konsumklima

GfK: Preiskrieg im Handel fördert Kauflust der Verbraucher


Der Konsumklimaindex zeigt trotz Krise nach oben 

Der Konsumklimaindex zeigt trotz Krise nach oben

Die anhaltenden Krisenmeldungen haben sich auch im vergangenen Jahr nicht auf die Kauflaune der Verbraucher niedergeschlagen. Die Anschaffungsneigung der Deutschen ist 2009 sogar gestiegen: Der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erhobene Konsumklimaindex zeigt im Jahresvergleich einen Zuwachs von 21 Indikatorpunkten. Als Gründe für die Kauflust idenzifiziert die GfK neben der historisch niedrigen Inflationsrate von 0,4 Prozent vor allem die gesunkenen Preise insbesondere bei Mineralölprodukten und Lebensmitteln.
 
Insbesondere die Gastronomie hatte unter gesunkenem privaten Konsum zu leiden. Der Außer-Haus-Konsum sank laut GfK-Schätzung um rund 8 Prozent. Vom Trend zum "Cocooning" profitierte der Lebensmitteleinzelhandel, der zwar einen Umsatzrückgang von rund 1 Prozent hinnehmen musste - Grund sind allerdings laut GfK die selbst veranlassten Preissenkungen. Profiteure des Trends sind Baumärkte (2 Prozent Umsatzplus) sowie die Unterhaltungselektronikbranche, deren Umsätze stabil blieben.  Das Segment der Elektrokleingeräte profitierte sogar mit einem Umsatzplus von rund 5 Prozent. Treiber waren hier speziell die Espresso-Kapselsysteme mit einer Umsatzzunahme von knapp 14 Prozent, Kaffee-Vollautomaten mit 9 Prozent und Bodenstaubsauger mit einer Umsatzsteigerung von 6 Prozent. Ebenfalls positiv entwickelten sich alkoholische Getränke. Um rund 2 Prozent stieg der Absatz bei Sekt. Spirituosen legten im letzten Jahr bei den verkauften Mengen um 1 Prozent zu. Hier profitierte der Einzelhandel vom rückläufigen Außer-Haus-Sektor. Die GfK geht davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt.
Eine weitere Veränderung im Kundenverhalten macht Wolfgang Twardawa, Marketingexperte der GfK Panel Services aus: "Eine der wichtigsten Erkenntnisse bei den Verbrauchern kann mit dem Motto ‚Gier frisst Hirn' umschrieben werden", sagt der Experte.  "Bewusster konsumieren, Qualität statt Quantität, der Verzicht auf Überflüssiges und sich auch über die kleinen Dinge zu freuen sind die neuen Trends."
 
Der Ausblick der Verbraucher auf das laufende Jahr fällt laut GfK allerdings eher verhalten aus: Die Befragten gehen zwar davon aus, dass sich die Wirtschaft etwas erholt, rechnen aber mit einer Zunahme der Arbeitskosigkeit, steigenden Kosten beispielsweise für Krankenversicherungen und einer etwas höheren Inflation. "Die GfK erwartet im Jahr 2010 eine Stagnation beim Konsum der Privathaushalte, aber keinen Rückgang", so das Fazit des Vorstandsvorsitzenden Klaus L. Wübbenhorst. Die Einschränkungen beim Konsum werden voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte zum Tragen kommen. np
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