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von Marco Saal,
Ressortleiter HORIZONT.NET

Gewagt: Solarworld verfremdet RWE-Logo für Anti-Atomstrom-Kampagne


Solarworld attackiert RWE

Solarworld attackiert RWE

Solarworld ist für aufmerksamkeitsstarke Werbung bekannt. Testimonials wie Lukas Podolski und Larry Hagman - besser bekannt als Ölbaron J.R. Ewing aus der Kultserie "Dallas" - haben dem alternativen Stromanbieter in den vergangenen Monaten reichlich Aufmerksamkeit beschert. Jetzt könnte Solarworld allerdings den Bogen überspannt haben.
 

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Grund ist ein Plakatmotiv aus der aktuellen Werbekampagne, das seit Freitag dieser Woche überregional in den großen deutschen Metropolen zu sehen ist - und dem großen Wettbewerber RWE gar nicht schmecken dürfte. Dessen Claim wurde kurzerhand auf dem Solarworld-Plakat untergebracht und in einer Weise verfremdet, die RWE nur als feindlichen Akt interpretieren kann.
Anstelle des Spruchs "VoRWEg gehen", mit dem RWE eigentlich seine Innovationskraft unterstreichen will, ist das Plakat mit "R WEG gehen" überschrieben, wobei das "R" schon gefährlich zur Seite kippt. Damit verbreitet Solarworld eine Botschaft, die nur als direkte Aufforderung an die RWE-Kunden verstanden werden kann, dem Energieriesen so schnell wie möglich die Kündigung zu schicken. Wohin die Strom-Kunden wechseln sollen, steht direkt unter dem verfremdeten RWE-Logo: "Strom ohne Atom! - www.solarworld.com", macht der Bonner Photovoltaik-Konzern auf seine Kompetenz in Sachen erneuerbare Energien aufmerksam.
 

Solar World

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Martin Schilling, Geschäftsführer der zuständigen Bonner Werbeagentur Kreativ Konzept, räumt gegenüber HORIZONT.NET ein, dass Solarworld mit dem Plakatmotiv provozieren wolle. Zur Frage, ob das Unternehmen rechtliche Schritte vonseiten des Wettbewerbers erwartet, wollte er sich nicht äußern.
 
Das Plakatmotiv ist Teil der Anfang März begonnenen Werbekampagne von Solarworld. Mit dem Auftritt, der neben den TV-Spots bundesweite Großflächen-Schaltungen vorsieht, macht sich das Unternehmen für die Produktion von Eigenstrom stark. Firmenchef Frank Asbeck hatte kürzlich bei der Präsentation des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2010 in Bonn das Ziel ausgegeben, Atomstrom bereits ab 2017 zu ersetzen. „Japan erlebt eine Katastrophe biblischen Ausmaßes. Sie zeigt: Wir müssen den Irrweg der Atomkraft verlassen und schrittweise die Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien erreichen", so Asbeck. mas
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