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Etikettenschwindel?

von Ingo Rentz,
Redaktion HORIZONT.NET

Foodwatch prangert ländliche Idylle in Lebensmittel-Werbung an


Teekannes "Landlust Mirabelle & Birne" ist für Foodwatch ein Fall von Etikettenschwindel 

Teekannes "Landlust Mirabelle & Birne" ist für Foodwatch ein Fall von Etikettenschwindel

Nach Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat nun auch der Verein Foodwatch die deutsche Lebensmittelindustrie kritisiert: Den Verbraucherschützern herrscht in der Werbung industrieller Produzenten zu viel ländliche Idylle.
 
Besonders übel stößt Foodwatch ein Beispiel aus dem Hause Teekanne auf: Das Unternehmen bewirbt sein Produkt "Landlust Mirabelle & Birne" mit dem Versprechen "Genießen Sie einen kleinen Ausflug aufs Land und entdecken Sie den ursprünglichen Genuss vertrauter Früchte, die noch in Ruhe heranreifen können." Ein ganz klarer Fall von Etikettenschwindel, findet Foodwatch, seien in dem Tee doch lediglich industriell verarbeitete Standardzutaten wie Apfel, Hibiskus und Hagebutte enthalten. Mirabellen hingegen werde der Kunde vergeblich suchen. "Teekanne jubelt den Verbrauchern billig produzierte Industrieware als ,Genuss aus der Natur' und ,kleinen Ausflug aufs Land' unter und verlangt dafür mehr als vier Euro pro 100 Gramm – das Dreifache dessen, was ein No-Name-Früchtetee kostet. Das ist Geldschneiderei", schimpft Foodwatch-Mann Oliver Huizinga.
Stimmt alles nicht, hält man bei Teekanne entgegen: Das Produkt befinde sich in völligem Einklang mit geltenden Lebensmittelgesetzen, sagt PR-Leiter Jesper Petersen. Zudem werde der Verbraucher auf der Verpackung über die Inhaltsstoffe aufgeklärt. "Birnen und Mirabellen können in getrockneter Form und in den Mengen, die in einem Teebeutel verwendet werden können, bei weitem nicht genügend Aroma entfalten, um das bekannte Geschmackserlebnis der Früchte zu erzielen" so Petersen. Deswegen setze Teekanne natürliche Aromen ein, um den Geschmack nach Mirabelle und Birne zu ermöglichen und damit die Geschmackserwartungen zu erfüllen. Die Abbildung von Mirabellen und Birnen gebe dem Verbraucher lediglich eine Orientierung, wonach das Produkt schmeckt.
 
Weiterhin im Visier von Foodwatch: Die Käsemarke Rotkäppchen, die "Echte Land-Bockwurst" von Böcklunder, die "Landgurken" von Kühne, die Backmischung "Langenuss" von Dr. Oetker sowie die "Landnudeln" der Marke Birkel und die "Deutschen Land-Hähnchen" aus dem Hause Stolle. Mit diesem Trend zur Ürsprünglichkeit erzeugten die Hersteller beim Konsumenten ein Zerrbild, hatte bereits Bundesministerin Ilse Aigner moniert. Foodwatch macht Lebensmittel-Herstellern derweil auf digitale Art und Weise Druck: Der Verein stellt auf der Seite abgespeist.de regelmäßig Fälle von vermeintlicher Verbrauchertäuschung vor. ire
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