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HORIZONT.NET
19.05.2010

Kampagne

von Jessica Mulch,
Ressort HORIZONT.NET

Fonic wirbt mit Ballack-Foul / Boateng avanciert zum Internet-Buhmann


Das Fonic-Motiv ist in zehn deutschen Großstädten auf digitalen Screens zu sehen

Das Fonic-Motiv ist in zehn deutschen Großstädten auf digitalen Screens zu sehen

Nicht nur der Autovermieter Sixt kann aktuelle Ereignisse prompt in Werbung umsetzen. Auch Fonic verfolgt ab sofort diese Strategie. Im Fokus: Das Ballack-Foul von Kevin-Prince Boateng am vergangenen Samstag. Auf digitalen Bildschirmen fordert der Mobilfunkanbieter auf: "Boateng die Meinung sagen - für nur 9 Cent pro Minute!" Darunter die (richtige!) Nummer vom Headoffice des Portsmouth FC, dem derzeitigen Arbeitgeber von Boateng.
 
Die Botschaft wird in Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln, München, Stuttgart und Bremen beispielsweise in S-Bahn-Stationen verbreitet. Für die Kreation zeichnet die Berliner Agentur Heimat verantwortlich. Als Mediaagentur ist Mindshare Germany an Bord.
 
"Mit der Kampagne unterstreichen wir den Fonic Claim 'Das ist die Wahrheit'. Alle Fonic-Kunden haben die Möglichkeit ihre Meinung frei zu äußern – das unterstützen wir mit einem Augenzwinkern", sagt Natalie Kressin, Marketingleiterin von Fonic gegenüber HORIZONT.NET. Bei Fonic könne man für 9 Cent pro Minute auch in 50 ausländische Festnetze telefonieren. Ein Anruf beim FC Portsmouth koste damit genauso viel, wie einer bei den Freunden aus der eigenen Fussballmannschaft. "Durch die Verbindung zum tagesaktuellen Ereignis schaffen wir es, kreativ auf die Marke Fonic aufmerksam zu machen und auf den Markenkern einzuzahlen."
 
Nach dem WM-Aus für Nationalmannschaftschef Michael Ballack ist Boateng regelrecht zum Buhmann der Nation avanciert. Vor allem im Internet gibt es derzeit eine regelrechte Hetzjagd auf den Fußballprofi, der für den deutschen Gruppengegner Ghana bei der Fußball-WM auflaufen wird.
 
Drei Tage nachdem bekannt wurde, dass Ballack in Südafrika nicht spielen wird, hat zum Beispiel die StudiVZ-Gruppe "82.000.000 gegen Kevin P. Boateng" bereits 22.366 Mitglieder (Stand 13:36 Uhr). Die ähnlich lautende Gruppe auf Facebook "82.000.000 gegen Boateng!!!!" hat aktuell bereits 108.550 Mitglieder. Und auch in "Kevin-Prince Boateng, Staatsfeind Nr. 1" oder ganz simpel "Boateng du Arschloch!!!!" ihrem Unmut über das Foul gegen Ballack freien Lauf. jm

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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (14)
go run sagte am 19.05.2010 um 14:13

Das geht mir alles ...

... eindeutig zu weit. Tagesaktuelle Ereignisse aufgreifen ist ja ok, aber das Boateng-bashing find ich nicht mehr witzig. Die Sixt-Motive mit Merkel & Co. gehen in der Regel immer auf die Thematik ein und greifen nicht die Personen in der Form an. Der agressive Unterton von Fonic geht in meinen Augen an ethischen Grundsätzen vorbei.
chris lowe sagte am 19.05.2010 um 14:17

Klasse daneben!

Einfach nur peinlich diese Werbung. Herr Boateng sollte Fonic verklagen. Hier geht es um ein ganz alltägliches Foul im Fußball, mehr nicht!
ickzorn sagte am 19.05.2010 um 14:25

echt mal...

Geile Idee!
Störer sagte am 19.05.2010 um 14:38

LEUTE

LEUTE, LEUTE... ihr verkappten Werbekritiker. Die Idee ist doch super und hinterlässt ein Schmunzeln! Ihr hinterlasst nur üble Stimmung - mehr nicht!
Steffi sagte am 19.05.2010 um 14:42

Aaahahaha.

Schönes Ding. Klar fies, aber mal ehrlich: wer muss da nicht zumindest grinsen? Ich, jedenfalls, lache laut.
bert sagte am 19.05.2010 um 15:09

Ich werde kündigen...

Ist das peinlich. Auf diesen Hetzzug so geschmacklos aufzuspringen - wahnsinn. Robert Enke so schnell vergessen? Wie Leute an öffentlichem Druck zerbrechen können? Ist das pervers. Meine Kündigung schreibe ich gerade - ich bin so angewidert, wie ein Unternehmen Geld mit der Agression der Leute auf einen Menschen verdienen will.
Fab sagte am 19.05.2010 um 16:03

Bashing?

@bert, chris loewe Ich persönlich finde es peinlich sich darüber so aufzuregen. Auch mir hat dieser Werbegag ein Schmunzeln entlockt. Ist doch eine witzige Idee. Humor kommt in der Werbung doch viel zu kurz. Gewagt, aber in meinen Augen gewonnen. @Boateng - Generell finde ich allerdings das Verhalten vieler in diesem Zusammenhang auch absolut falsch.
toptopper sagte am 19.05.2010 um 16:59

einfach super

vollkommen super und aktuell, das es die echte nummer is, find ich schon krass. wenn wir auf die ganzen tränen höreen würden, die das ganze kritisieren, würden wir uns in der werbung tot langweilen.
stefan oehm sagte am 19.05.2010 um 17:01

hetzjagd

was schreibt horizont? "...die StudiVZ-Gruppe "82.000.000 gegen Kevin P. Boateng" hat bereits 22.366 Mitglieder (Stand 13:36 Uhr). Die ähnlich lautende Gruppe auf Facebook "82.000.000 gegen Boateng!!!!" hat aktuell bereits 108.550 Mitglieder." andere gruppen heißen "Kevin-Prince Boateng, Staatsfeind Nr. 1" und "Boateng du Arschloch!!!!". exakt auf diesem niveau bewegt sich die fonic-werbung: unterstes stammtisch-niveau. nur um ein vermeintlich geiles motiv zu machen, dass man irgendwo einreichen will, verletzt man mal eben die persönlichkeitsrechte und macht den mann nicht zum buhmann, sondern zur zielscheibe. so was verbietet sich. sonst geht der schuss irgendwann mal nach hinten los.
Doc sagte am 19.05.2010 um 20:16

Bravo

Mit echter Telefonnummer, wie geil ist das denn. Besser kann man seinen Tarif nicht bewerben. Wo man bei bei den Autovermietern aufhört, fängt man bei Fonic und Heimat wohl gerade erst an. Sehr geil.
philipp sagte am 23.05.2010 um 21:47

erst die hatz, dann die beruhigung...

es ist doch wie immer: unmittelbar nach so einem foul entwickelt man - ähm - stark negative gefühle für den täter. erst recht, wenn der eigene mann verletzt wird. man diskutiert im freundeskreis die szenen und kauf sich ne bildzeitung, in der k-p boateng nur noch als der "meistgehasste mann in fussball deutschland" bezeichnet wird. das nest ist gemacht, die werber kommen. das riesengerede über die ethik der werbung macht die kampagne doch erst so wertvoll. trotz ordentlich werbedruck hat fonic mit sicherheit immer noch ein bekanntheitsproblem (da helfen auch bruce darnell und ein lama nix), daher war das die einzig richtige entscheidung, die vorschläge von heimat auch umzusetzen: http://wp.me/pI18k-8h! @bert: noch eine nachfrage: meinst du den vergleich mit enke ernst?? bitte begründen! unterschiedlichere akteure kann ich mir nämlich beim besten willen nicht vorstellen...
albert zweistein sagte am 27.05.2010 um 14:21

na ja

klar hinterlässt die werbung ein lächeln... aber die persönlichkeitsrechte der familie boateng werden verletzt, er wird wohl kaum einen vertrag als testimonial unterschrieben haben. wer sich selbst keine gute werbung leisten kann, macht sie halt auf kosten anderer... also, familie boateng, wenn sie einige hundertausend euro brauchen können, melden sie sich mal bei mir... die kriegen wir von fonic auf jeden fall. und das die heimat einfallslos abkupfert ist ja auch nichts neues... praktikantenwerbung nennt man sowas
ickzorn sagte am 27.05.2010 um 14:48

@albert zweistein

warum Familie Boateng? Habe ich was verpasst? Und wo wir von Familie sprechen: Kevin-Prince könnte sich wirklich mal ein Beispiel an seinem Bruder Jerome nehmen, statt noch mal verbal nachzutreten... Außerdem war es doch die Telefonnummer des Vereins, nicht der Familie. Da kann man von Verletzung der Persönlichkeitsrechte nun wirklich nicht sprechen...
dom sagte am 27.05.2010 um 17:24

Ganz ehrlich...

Die Werber, die sich hier mal wieder einen daruf abwienern, wie geil Marktschreierei ist, sei gesagt: "Ihr seid es nicht einmal wert als Bauern beschimpft zu werden." Immer schön den Awareness-Marsch blasen. Im Übrigen ist Humor was anderes. Ne Hetztirade gegen Boateng zu untersützen ist einfach eine bodenlose Frechheit.

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