16.02.2011
Sportbusiness
Felix Magath: „In Facebook herrscht eine sehr große Disziplin“
Von null auf über 100.000 in nur einer Woche - kaum eine Facebook-Seite wächst so schnell wie die von Felix Magath. Seit vergangener Woche ist der Trainer des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 mit einem eigenen Profil auf Facebook vertreten, die Bilanz kann sich nicht nur in Zahlen sehen lassen. In den Kommentaren - meist weit über 1000 pro Post - dominiert ein wohlwollender Ton. Von Glückwünschen, wie nach dem gestrigen Champions-Leage-Remis gegen Valencia, über Durchhalteparolen bis hin zu konkreten Vorschlägen in Sachen Mannschaftsaufstellung - kein Thema wird ausgelassen. Im Interview mit HORIZONT.NET zieht der HORIZONT-Sportbusiness-Preisträger 2010 eine erste Facebook-Bilanz.
Herr Magath, was hat Sie zu einem eigenen Facebook-Auftritt bewogen?
Ich habe bereits im Herbst festgestellt, dass es eine Diskrepanz zwischen der veröffentlichten und der öffentlichen Meinung gibt. Ich bin von Fans auf Schalke über meine Arbeit immer wieder positiv angesprochen worden. Im direkten Austausch nun bestätigt sich dieses Bild.
Nein. Der Zuspruch ist überwältigend und selbst Branchenkenner sagen, dass eine solch rasant wachsende User-Gemeinde für einen einzelnen Account sehr selten vorkommt.
Und wie wollen Sie dem künftig zeitlich Herr werden?
Ich versuche oft quer zu lesen. Dadurch bekommt man einen guten Eindruck über die Stimmungslage. Besonders interessante Beiträge nehme ich mir auch schon einmal einzeln heraus. Und auf die meistgenannten Themen versuche ich in meinen Posts einzugehen. In Zeiteinheiten lässt sich das noch nicht festhalten. Es macht auf alle Fälle viel Spaß.
Die Schalke-Fans gelten als äußerst diskussionswillig. Haben Sie nicht auch etwas Sorge über den direkten, im Positiven wie Negativen ungeschminkten Dialog?
Ich will ja den Dialog mit den Fans. Ich stehe immer gerne bereit, um Dinge zu erklären. Ob es am Trainingsplatz, in Diskussionsrunden mit Fans oder eben nun im Netz ist. Meine Hoffnung ist, dass es sachliche Dialoge und Beiträge gibt, denn in Facebook scheint mir eine sehr große Disziplin zu herrschen, was die Kommentierungen angeht.
Der FC Schalke 04 hat ebenfalls eine Facebook-Seite. Wie wird sich Ihr persönliches Profil von dem des Clubs unterscheiden?
Die aktuelle Seite ist keine offizielle Clubseite - aber ein sehr solide und gut geleiteter Fan-Account. Ein Firmenauftritt verfolgt in der Regel auch kommerzielle Ziele. Ich suche vor allem den persönlichen Dialog. Interview: Miriam Hebben
Sebastian sagte am 17.02.2011 um 00:11
Blablabla........
Wenn ich nicht lache....als wenn der gute Herr Magath Zeit hätte jeden Tag auf Facebook mitzulesen, der hat doch ganz andere Sorgen. Das wird wie bei allen anderen Fussballerseiten auf Facebook sein, eine PR Agentur bekommt den Auftrag hier immer schön brave Statusmeldungen zu posten und Herr Magath wird bestenfalls ab und an mal um ein Foto gebeten um damit eine neue Meldung zu generieren. Als FC Köln Fan habe ich auch das Profil von Poldi "geliked" und wenn ich mir anschaue was dort gepostet wird, da sträuben sich mir die Haare....Die Posts könnten auch von einer Nonne stammen und passen so gar nicht zu Poldi. Wie man es richtig gut macht zeigt das Profil von Reiner Calmund. Der ist dort wirklich am Werk und postet meiner Meinung nach auch selber und authentisch. Nur wenn ein Star dies tut, gewinnt er wirkliche Fans auf Facebook und erzeugt einen positiven Effekt, denn das ist das was die Leute lesen wollen. Nicht dieser weichgespülte PR-Quatsch.......
Jaqueline sagte am 17.02.2011 um 09:32
Felix Magath im Facebook
Es ist gut das dieses Thema aufgegriffen wird, allerdings sollte bei einer Topstory über den Sportbusiness-Preisträger 2010 auch hinter die Kulisse geschaut werden. Der durchaus richtige Schritt folgt nicht unbedingt einem strategischen Marketingziel. Zudem bleibt Herr Magath dem Leser die Antwort schuldig, wieso er als Vorstandssprecher, Manager und Trainer eines Vereins sich als Privatmann (offiziel) den Fragen über seinen Arbeitgeber stellt. Im Gegenzug findet kein offizieller Auftritt des von ihm gelenkten Unternehmens statt. Seltsames Marketing! Hier mehr dazu: http://auswaertssieg.schalkewelt.info/2011/02/11/facebook-felix-fcs04/comment-page-7/
Heino Husmann sagte am 17.02.2011 um 10:16
Bayerfan
Als Person des öffentlichen Lebens ist die Anzahl de Facebookanschläge nach dem Facebookprinzip nicht erstaunlich. Was würde passieren wenn Angela Merkel F.B. beitreten würde???? Entscheidend für einen Trainer ist für mich der Tabellenstand in der B.L. und allenfalls noch der wirtschaftliche Status des Vereins aus Sicht des Managers. Schönen Tag noch Heino Husmann
ede sagte am 18.02.2011 um 10:03
"Öffentliche Meinung"
Magath macht es genau richtig ! Im deutschen Fußball - und nicht nur dort - versuchen v.a. die Boulevard-Medien (allen voran natürlich die Bild) eine öffentliche Meinung darzustellen, die oftmals fernab der Realität ist - aufbauen und draufhauen, schwarz oder weiß - was zählt ist die Auflage, die Einschaltquote, etc. ... ...nicht selten zählen natürlich auch die persönlichen Vorlieben / Abneigungen der verantwortlichen Redakteure... Magath hat nun mit dem FB-Account eine weitere gute Waffe dagegen...Weitere Nachrichten aus Marketing vom 16.02.2011:
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