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von Marco Saal,
Ressortleiter HORIZONT.NET

Ergo bestätigt Vorwürfe und will Reputation zurückgewinnen


Ergo versucht die Baustelle abzuschließen

Ergo versucht die Baustelle abzuschließen


Nach dem Sex-Skandal bei der Vertriebstochter HMI und den Negativ-Schlagzeilen um fehlerhafte Riester-Formulare versucht Ergo nun den Befreiungsschlag. Der Düsseldorfer Versicherungsriese hat heute auf einer Pressekonferenz ein Maßnahmenpaket vorgestellt, mit dem derartige Vorfälle in Zukunft verhindert werden sollen.
 
"Einige Vorwürfe waren im Kern wahr", nahm Ergo-Vorstandschef Torsten Oletzky gleich zu Beginn der Veranstaltung das Ergebnis des von PricewaterhouseCoopers unterstützten Prüfverfahrens vorweg. Danach hatten etwa an der Sexparty in Budapest im Sommer 2007, die den Skandal ausgelöst hatte, zwei leitende Angestellte und 64 selbständige Vermittler teilgenommen. Die Organisatoren hatten die Bezahlung der Prostituierten in den Veranstaltungsrechnungen versteckt.
Zudem räumte Oletzky ein, dass der Konzern in den vergangenen Monaten kommunikativ teilweise überfordert war. "Es gab beinahe täglich neue Erkenntnisse, da war es schwierig, zu reagieren", sagte Oletzky, der sich allerdings bemüht, das Kapitel zu schließen. Dazu soll ein ganzes Bündel von Maßnahmen beitragen. So will die Ergo dafür Sorge tragen, dass die Beratungsqualität erhöht und die Compliance im Unternehmen gestärkt wird. Zudem will die Assekuranz die Produktinformationsblätter und prdouktbezogenen Marketingunterlagen anpassen.
 
Die selbstständigen Vertreter sollen sich auf einen Verhaltenskodex verpflichten und klare Regeln im Umgang zwischen Unternehmen, Vertriebspartnern und Kunden einhalten. Ganz wichtig ist für Oletzky zudem die Stärkung der Kundenrechte. So hat Ergo seit Anfang des Jahres einen Kundenanwalt etabliert, der ausschließlich im Interesse der Versicherungsnehmer agieren soll. Zudem führt das Unternehmen als erste Versicheurng einen Kundenbeirat ein. Ziel des ganzen Pakets ist es, Vertrauen und Reputation so schnell wie möglich zurückzugewinnen. 
 
Ob das Interesse am Ergo-Skandal nachlässt, bleibt abzuwarten. Die gleichzeitig stattfindende Facebook-Party der Partei vor dem Ergo-Gebäude jedenfalls war ein Flop. Alleinfalls eine Handvoll Menschen waren dem Facebook-Aufruf gefolgt. Angemeldet waren über 500 Teilnehmer. mas/mir
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