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01.09.2009

Blogosphäre

von Olaf Kolbrück,
Redakteur /Blogger

Eintracht-Ausrüster Jako schießt PR-Eigentor im Web

Seite 1/3
01.09.2009

In Sachen PR im Web hat der Sportartikelhersteller Jako ein klassisches Eigentor geschossen. Die Blogosphäre schäumt vor Wut, nachdem ein Blogger wegen eines kritischen Beitrags vom Unternehmen und den betreuenden Anwälten mit Abmahnung und Unterlassungserklärung gleich mehrfach zu Kasse gebeten wurde. Schlimmer noch: Erreichte der kritisierte Ursprungsbeitrag nur eine sehr überschaubare Leserschaft, verschafft der Kampf David gegen Goliath dem Vorgang nun ungewollte Aufmerksamkeit und stellt die Marke in Teilen der Web-Welt ins Reputations-Abseits.
 
Fußballblogger Trainer Baade hatte sich in einem Beitrag kritisch und flapsig mit dem neuen Logo von Jako und der Marke auseinandergesetzt. Von einer „Schlurchmarke“ und wenig schmeichelhaften Vergleichen mit Aldi war da die Rede. Jako ließ mehrere Formulierungen kostenpflichtig abmahnen, weil sie aus Sicht von Jako unternehmensschädigend waren.
 
Der Blogger gab klein bei. Der Beitrag verschwand vom Blog. Doch damit verschwand er nicht aus dem Web. Über einen vergleichsweise unbekannten Newsaggregator, der ähnlich wie Google News Inhalte im Netz erfasst und darstellt, ließen sich offenbar die beklagten Behauptungen wiederfinden.
 

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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (11)
chris lowe sagte am 01.09.2009 um 15:34

ALDI und LIDL aufgepasst!

Da möchte also Jako (wer ist das eigentlich? ich kenne Adidas, NIKE und PUMA!) nicht mit Aldi und Lidl verglichen werden - Rufschädigung!? Liebe Juristen bei ALDI und LIDL, da will euch jemand an den Karren fahren. Ja da versucht jemand sich an euch zu bereichern! Und nun mal im Ernst: Der Blogger hat seine Meinung gesagt und ein paar User haben das gelesen. Bis dahin gab es keinen Imageschaden! Aber jetzt!
Hans Meier sagte am 01.09.2009 um 16:08

Sollte nicht so laut in den Wald schreien

Es ist doch schön zu sehen, dass die abmahnenden Kanzeil im Fall JAKO es selbst nicht ganz so ernst mit dem UWG nimmt. Unter der beschreibenden Domain http://www.wirtschaftsrecht.org so aufzutreten ist ein Verstoß gegen § 3 UWG und abmahnwürdig.
Matt sagte am 01.09.2009 um 16:56

...

Es gibt nichts peinlicheres, als sich mit Rechtsanwälten zu wehren. Eine Marke kämpft selbst und wächst dabei. Dass die jetzt auch noch twittern und dabei eitel halbsonnenschein verbreiten ist der Gipfel der Lächerlichkeit. @Jako_de
nck sagte am 01.09.2009 um 17:12

wirklich interessant

habe gerade bei jako angerufen um zu verifizieren, ob der twitter account jako_de echt ist. ich wurde umgehend zur PR verbunden und da war auch ein verantwortlicher, der mir die auskunft geben konnte. also sind doch gewisse statements von jako zu bekommen. nur noch so als ergänzung: twitter.com/jako_de ist nicht echt, aber gute satire.
phil sagte am 01.09.2009 um 17:54

schnell reagieren

hoffentlich lenkt Jacko bald ein, zum wohl für den blogger. der schaden für das untrenehmen ist nur schwer wieder gutzumachen. Der erste Schritt: Alle anfallenden kosten für den blogger zurückerstatten, und zwar UNVERZÜGLICH und unbürokratisch.
Mastermind sagte am 01.09.2009 um 18:58

traurig

Da gibt´s nur: Kommunikationsabteilung entlassen!!!! Unglaublich, haben die denn gar keine Ahnung von kommunikation/PR...aaarrrrrrgggg
auberonmole sagte am 02.09.2009 um 09:56

Unfassbar

Eine einfache Reaktion auf einen Artikel, der mich als Unternehmen kränkt, beleidigt, etc... wäre doch gewesen mit dem Trainer Kontakt aufzunehmen, ihn einzuladen und mit ihm über das Geschriebene zu reden. Ein Vergleich mit ALDI ist m.E. sehr schmeichelhaft, ist ALDI doch ein sehr erfolgreiches Unternehmen mit einem unfassbaren Bekanntheitsgrad in Deutschland. Davon kann Jako nur träumen! Schlimm ist, dass man extrem vorsichtig sein muss, was man im Web schreibt. Zwischen freier Meinungsäußerung und "Schmähkritik" liegt nur ein Klick. Hoffentlich gibt es durch die Bloggercommunity jetzt eine solche Welle, dass Jako einlenkt und die Unternehmen in Zukunft vorsichtiger sind, wen Sie verklagen und warum.
Karl Keule sagte am 02.09.2009 um 11:31

Dumme Sachen gibt es...

Hallo liebe Hausmeistergemeinde, juristische Dummheit kennt leider keine Grenzen. guckst du auch hier: http://bit.ly/29ctdS hausmeisterlichen Gruß Karl Keule
Marketingcomments sagte am 02.09.2009 um 13:52

Web 2.0 ? das unbekannte Wesen!

Bei meinen (leider) zahlreichen Besuchen von Vorträgen über Web 2.0 in den letzten Jahren fiel doch immer wieder aufs Neue die ausgeprägte Naivität vieler Marketing-Kollegen auf. Im Web aktiv dabei sein wollen ? aber nur mit positivem Feedback ? klappt eben nicht! Und gerade die Firmen die dann die Brechstange auspacken (wie Jako und seine Abmahn-Kanzlei) machen sich selbst unsinnig zum Ziel und Gespött einer globalen Community mit enormer PR-Macht. So wie HR-Leute in den Social Networks potentielle Berwerber über deren Forenbeiträge beurteilen, so tun dies mögliche horizontale Kooperationspartner gleichermassen mit Unternehmen wie Jako. Wer will mit Leuten wie diesen denn noch gemeinsame große Aktionen starten? Wer sich so inkompetent und intolerant verhält muss sich der imagebelastenden Konsequenzen einfach klar sein (es wäre übrigens auch nicht zu spät den Schaden noch zu reparieren und sich offiziell im Web und beim Blogger zu entschuldigen). Vermutlich sind jedoch die Prinzipen moderner Kommunikation noch nicht bis in die Weltmetropole Mulfingen vorgedrungen! OMG ? Werde auch ich jetzt abgemahnt???? Eine Spitze kann ich mir an dieser Stelle nun wirklich nicht verkneifen: Denn wer die lieblose Firmen-Präsenz im Internet anschaut muss einfach feststellen dass die Jako-Manager die Welt des Webs wohl eher stiefmütterlich behandeln und sehen. Im Vergleich dazu sind Aldi, KiK & Co. wirklich progressiv. Und das ist keine Beleidigung, sondern Fakt!
iron man sagte am 03.09.2009 um 18:26

gelungene kampagne

das hat jako doch klasse eingefädelt: vor diese sache kannte sie kein mensch. nun haben die "blogger" in ihrer tumben einfalt der marke zu kostenfreier prominenz verholfen. aber für einfalt sind sie ja bekannt: http://stupidedia.org/stupi/Sascha_Lobo
Lesefuchs sagte am 04.09.2009 um 10:30

Folgen

Wir haben die Macht solche Praktiken abzuschaffen: Nichts mehr von solchen Unternehmen kaufen. Wenn dann die 100tausende im Minus auflaufen, wissen sie was geschieht. Und das spricht sich in diesen Kreisen garantiert rum!!!

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