Geschäftsmodell
Ebay macht sich für Profi-Seller schick
Für die wichtige Zielgruppe der gewerblichen Verkäufer dreht Ebay an der Preisschraube: Das Einstellen einzelner Artikel wird günstiger und entfällt unter bestimmten Umständen sogar ganz. Damit will das Auktionshaus die Produktauswahl auf dem Kernmarktplatz mit einem Schlag verdoppeln. Einher geht das neue Geschäftsmodell mit einer optimierten Suchfunktion.
Shop-Abonnenten zahlen künftig zwischen einem und 10 Cent pro Artikel. Premiumshop-Abonnenten zahlen nur noch den Fixpreis von 299 Euro pro Monat - und können so viele Artikel einstellen, wie sie wollen. Voraussetzung ist, dass es sich um Mehrfachangebote handelt - was bei Power-Sellern üblich ist. Damit verlagert das Auktionshaus die Kosten stärker auf die Verkaufsprovision.
"Bislang mussten gewerbliche Verkäufer für jeden eingestellten Artikel zahlen - ob sie ihn verkauft haben oder nicht. Das ist mit dem neuen Gebührenmodell passé. Es soll Händler animieren, ihr gesamtes Inventar auf dem Marktplatz anzubieten", sagt Frerk-Malte Feller, Geschäftsführer Marketplaces bei Ebay Deutschland. Damit reagiert der Marktplatz auf Konkurrenz durch Online-Händler, die ihre Plattform externen Vertriebspartnern zugänglich gemacht haben - beispielsweise Amazon mit seinem Marketplace. "In einigen Warenkategorien werden wir die Verkaufsprovision anpassen - unterm Strich wird sich das Modell für die meisten Power-Seller aber rechnen. Wir sind damit günstiger als der Wettbewerb", sagt Feller und schließt dabei auch den Amazon-Marketplace ein.
Mehrumsätze will Ebay durch die "angepassten" Verkaufsprovisionen und einen höheren Warenumschlag generieren. Mit dem neuen Gebührenmodell geht laut Feller mindestens eine Verdopplung des Angebots einher - in jedem Fall sieht es für den Nutzer so aus: Alle Festpreis-Angebote der Profi-Seller sind ab dem 25. September gleichwertig mit den Auktionen in der Trefferliste zu finden - die seperaten Shop-Artikel verschwinden. "Damit steigt die Anzahl der angebotenen Artikel auf dem Kernmarktplatz von derzeit knapp 9 Millionen auf mindestens 18 Millionen an", so Feller."Die Anzahl der angebotenen Artikel auf dem Kernmarktplatz steigt damit von derzeit knapp 9 Millionen auf mindestens 18 Millionen an."
Eine optimierte Suchtechnik soll sicherstellen, dass die Ebay-Kunden künftig die relevantesten Treffer zuerst angezeigt bekommen. Das Suchsystem rankt den Mix aus Auktionen und Festpreisangeboten anhand Referenzwerten aus ähnlichen Angeboten. Auktionen werden weiterhin nach ihrer Restlaufzeit angezeigt, Festpreisangebote danach, wie gut sie in der Vergangenheit verkauft wurden.
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