Apotheken-Urteil
19.05.2009
EU-Richter: Absage an Apothekenketten
Der deutsche Apothekenmarkt wird auch künftig nicht von großen Playern mit überregionalen Marken dominiert werden: Pharmazie-Ketten bleiben hierzulande auch in Zukunft verboten. Der Besitz und Betrieb der Läden mit dem A-Logo ist weiterhin allein Apothekern vorbehalten - diese Regelung kollidiere nicht mit Europarecht, entschied der Europäische Gerichtshof in Luxemburg am heutigen Dienstag. Der Fremdbesitz von Apotheken bleibt damit weiterhin verboten, was insbesondere der Versandapotheke Doc Morris Probleme bereitet.
Seit fast drei Jahren betreibt das Tochterunternehmen des Pharmagroßhändlers Celesio eine Filialapotheke in Saarbrücken. Die Apothekerkammer des Bundeslandes und der Deutsche Apothekerverband klagten gegen die Zulassung - im März 2007 verwies das Verwaltungsgericht in Saarbrücken den Fall an den Europäischen Gerichtshof zur Klärung. Doc Morris will seine Filiale nun so lange geöffnet lassen, bis die Saarbrücker Richter das Verfahren nach der EU-Entscheidung abgeschlossen haben.
Die Versandapotheke hatte erst kürzlich erstmals in ihrer neunjährigen Geschichte eine TV-Kampagne auf reichweitenstarken Sendern on Air geschickt, um ihre Markenbekanntheit zu steigern. Die Hauptrolle in der Serie von Commercials spielen die ausgemusterten "Ratiopharm"-Zwillinge Gyde Schäfke und Folke Schmidt, die Doc Morris im Herbst vergangenen Jahres als Werbepartner unter Vertrag genommen hatte. Neben den Commercials im Soap-Format hatte Grey in Düsseldorf Anzeigen und Beilagen, POS-Aktionen und Großflächenplakate entwickelt. jh
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