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26.02.2009

Mediamix

von Marco Saal,
Ressortleiter HORIZONT.NET

E-Plus steigt komplett aus der TV-Werbung aus


Andreas Gregori wirbt nicht mehr im TV 

Andreas Gregori wirbt nicht mehr im TV

Paukenschlag in Düsseldorf: Der grüne Mobilfunkanbieter E-Plus zieht sich komplett aus der TV-Werbung zurück. Wie Chief Marketing Officer Andreas Gregori gegenüber HORIZONT.NET ankündigt, wird sich das Unternehmen ab sofort vor allem auf Direktmarketing und weitere Below-the-Line-Maßnahmen konzentrieren. "Der Anteil unseres Marketingbudgets, den wir für TV aufwenden, tendiert künftig gegen Null", so Gregori. Auch auf Print, Plakat und Radio soll künftig weitgehend verzichtet werden. Anzeigen und Plakate sollen - wenn überhaupt - nur noch regional zum Einsatz kommen. Onlinewerbung wird es dagegen nach wie vor geben.
 
Mit der Maßnahme vollzieht E-Plus eine radikale Wende in seiner Kommunikationsstrategie. Der Mobilfunker, der bei Agenturen wie Jung von Matt (Kernmarke E-Plus, Base) und Plantage (Vybemobile) bislang stets für volle Auftragsbücher sorgte und der Jung von Matt 2008 sogar einen Effie in Bronze einbrachte, war in den vergangenen Jahren im TV in der Regel sehr präsent. So hatte das Unternehmen etwa den Tarif "Zehnsation" und die Flatrateangebote der Marke Base massiv im TV beworben (Media: Initiative, Hamburg). Auch für die Musikmarke Vybemobile lief im vergangenen Jahr eine TV-Kampagne mit Testimonial Snoop Dogg an.

E-Plus-Marketer Andreas Gregori: In den vergangenen zwei Jahren hat sich gezeigt, dass TV nicht das effizienteste Werbemedium ist.

Doch überzeugt hat Fernsehwerbung die Entscheider von E-Plus offenbar nicht. "In den vergangenen zwei Jahren hat sich gezeigt, dass TV nicht das effizienteste Werbemedium ist", erklärt Gregori. Das Unternehmen sehe keinen Sinn mehr darin, Deutschland werblich mit der Gießkanne zu überfluten. Stattdessen wolle E-Plus das Geld lieber in Kunden- und Produktvorteile investieren. "Unser Ziel ist es, Kunden und Vertriebspartner zu Botschaftern unserer Marken zu machen", sagt Gregori, dessen neue kommunikative Leitlinie auch für die Marken Base und Vybemobile gelten soll.
 

E-Plus-Spot für Base

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Wie sich der TV-Verzicht auf das Marketingbudget des Unternehmens auswirken wird, ist unklar. Auf die naheliegende Aussage, dass der Etat in diesem Jahr wegen des Verzichts auf teure TV-Spots niedriger ausfallen wird, will sich Gregori nicht festnageln lassen: "Es handelt sich um eine Umschichtung", so der Manager. "Wir werden so viel investieren wie nötig, um unsere Ziele zu erreichen." Neben Direktmarketing und weiteren Below-the-Line-Aktivitäten werde E-Plus auch verstärkt auf PR setzen. Hier arbeitet E-Plus mit der Düsseldorfer Agentur Lankenfeld zusammen. Massiv an Bedeutung gewinnt aber vor allem der PoS. In seinen Shops will E-Plus mit einem neuen, deutlich innovativeren Auftritt punkten. Die Idee soll einmal mehr die Agentur Jung von Matt beisteuern, mit der E-Plus nach Angaben einer Sprecherin schon länger auch im Below-the-Line-Bereich zusammenarbeitet. Daher gebe es auch keinen Grund, die Geschäftsbeziehung zu beenden.
 
Im Fokus der Investitionen stehen darüber hinaus aber auch die Produkte und die Kundenbindungsprogramme des drittgrößten deutschen Mobilfunkers. So werden etwa die Preise der Base-Flatrates und des "Zehnsations"-Tarifs erneut gesenkt. Kunden, die sich für eine der Base-Flatrates entscheiden, können künftig bereits ab 10 Euro monatlich ohne Limit ins deutsche Festnetz und ins E-Plus-Netz telefonieren. Bei der "Zehnsation" senkt E-Plus die Grundgebühr von 10 Euro auf 5 Euro monatlich, die unbegrenzte Flatrate in alle Netze ist bereits ab 60 Euro zu haben. Das mobile Surfen wird ebenfalls günstiger. Verknüpft werden die Preissenkungen mit diversen Bonusprogrammen. Wer beispielsweise einen Neukunden wirbt oder seinen Vertrag nach Ablauf des Jahresvertrags verlängert, profitiert weiterhin von günstigeren Tarifen. mas
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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (3)
hans sagte am 26.02.2009 um 14:26

smarte entscheidung

als aktionär der telekom würde ich mir soviel mut, weitsicht und cleverness von der telekom wünschen.. der macht das richtig.
schill.ich sagte am 03.03.2009 um 10:42

und das ist erst der anfang

ähnlich wie der zustrom ins fernsehen angewachsen ist, weil "alle" dort waren und man sich schöngerechnet hat, dass es auch sinn macht, wird nun umgekehrt ein exodus stattfinden, weil sich wieder "alle" in eine neue heilslehre flüchten. die wahrheit wird wie immer irgendwo dazwischen liegen, im sinnvollen aufbau von marken zum einen und einer gezielten effizienten marktbearbeitung zum anderen.
Anonym sagte am 11.03.2009 um 00:23

Anonym

Also, was mich angeht, so wurde ich auf die Billig-Marken vordergründig durch das Fernsehen aufmerksam. Die E-Plus-Gruppe mit all ihren Marken sollte sich diesen Schritt komplett weg von Werbespots im TV wirklich gut überlegen. Was weggelassen werden könnte, wenn E-Plus No-Frills folgt, sind dann aber solche Spots die nur die Marke E-Plus ohne Preis- oder Produktbotschaft vermitteln. In diesem Fall erinnere ich mich an Spots, in denen Anrufer gezeigt wurden, die lediglich mobil telefonieren und E-Plus (in diesem Fall als Marke) soviel bedeutet wie "zum Leben dazugehörig". Ansonsten ist es lobenswert, wenn die Preise untengehalten oder sogar weiter gesenkt werden. Einzuschränken sind diese Aussagen allerdings auch - z. B. war der ursprüngliche Zehnsation-Tarif auch ohne Grundgebühr, solange man kein Handy dazunahm. Aktuell wird eine Grundgebühr verlangt.

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