03.02.2009
PR-Desaster
Drohgebärde gegen Blogger wird für die Bahn zum Bumerang
Gerade hat sich Bahnchef Hartmut Mehdorn bei den Mitarbeitern für den übereifrigen Datenabgleich entschuldigt, da stolpert die Deutsche Bahn AG in das nächste PR-Desaster.
Grund ist eine Abmahnung gegen den Blogger Markus Beckedahl von Netzpolitik.org. Er hatte im Blog ein internes Memo zur Mitarbeiter-Rasterfahndung bei der Deutschen Bahn veröffentlicht.
Beckedahl hat die Blogosphäre um Rat und Hilfe gebeten. Die solidarisiert sich nun via Twitter und Blogbeiträgen und verschafft dem internen Memo nun genau die Publizität, die die Bahn eigentlich vermeiden wollte.
Die Empörung der Blogger, die auf Redeverbote und juristische Attacken stets allergisch reagieren, ist groß. Einige Stimmen fordern Beckedahl sogar auf, der juristischen Drohung nicht nachzugeben und durchzuhalten.
Beckedahl berät als Mitgründer der Newthinking Communications Unternehmen im Bereich Social Media. Er ist Mitveranstalter der Konferenz „re:publica". Sein Blog netzpolitik.org wurde in in den vergangenen Jahren mehrfach ausgezeichnet. ork
Mehr zum Thema im HORIZONT-Blog Off-the-record.de
Peter Haak sagte am 03.02.2009 um 18:02
Krisenmacher Mehdorn
H.Mehdorn mag ja ein gewiefter Sanierer sein. Aber seine Null- bis Schlecht-PR schafft unnötig Krisen fürs Unternehmen. Und als offensichtliches Über-Alpha-Männchen ist er beratungsresistent. Schade für die Bahner, die nach meiner Erfahrung einen zunehmend besseren Job machen.
Manuel sagte am 03.02.2009 um 23:15
Titel
Der Titel dieses Artikels trifft den Sachverhalt absolut richtig. 1) Drohgebärde 2) Bumerang, mit dem die Bahn hätte rechnen müssen - oder sie nimmt ihn in Kauf, da viele Menschen gar keine andere Alternative haben.
Frank Mühlenbeck sagte am 04.02.2009 um 08:16
Auswirkungen auf die Blogosphäre und auf die allg. Wahrnehmung
Die Auswirkungen erinnern ein wenig an die Reaktion des Netzes nach dem Nokia Boykott. Innerhalb weniger Tage formierten sich allein in StudiVZ über 300 Gruppen gegen Nokia. Interessant wäre zu wissen, wie stark die tatsächliche Wahrnehmung im Netz und darüber hinaus sein wird. Vielleicht schwappt die Meldung von Herrn Kolbrück schon bald in den Printbereich rüber? Ich bin gespannt.
Klaus Vogel sagte am 04.02.2009 um 10:38
Mehdorn
Ich kann das Geschrei um den Datenabgleich nicht nachvollziehen. Mehdorn verhindert doch bloss, dass wir Steuerzahler nicht noch mehr zur Kasse gebeten werden. Sicher hört die Kontrolle vor der Toilette und dem Umkleideraum auf. Aber Daten abzugleichen mit dem eventuelle korrupte Tätigkeiten unterbunden werden sind in meinen Augen ok!
Janka sagte am 04.02.2009 um 11:25
die aremen Blogger aber auch immer
... viele auf einem Niveu mit den BILD-Leser Reportern oder den "Augenzeugen" auf n24 anzusiedeln, sollte man die meissten von ihnen ohnehin nicht ernst nehmen. Das Blogger-Theme wird in Deutschland viel zu stark überschätzt. Wir haben zum Glück noch keine amerikanischen Verhältnisse. Sofern sehe ich hier keine PR-Schlappe, wenn ein Nerd was aus seinem Blogg löschen soll.
Bernhard Müller sagte am 04.02.2009 um 12:01
Bahn-Skandal: Neue Dimension der Krisen-PR
Mehr dazu auf HORIZONTpeople: http://twiturl.de/Bahnskandal
Jens sagte am 04.02.2009 um 13:09
Ritterschlag für Blogger
Eines haben die Bahn-Juristen damit in jedem Fall erreicht: Sie haben mich und sicher viele andere Journalisten auf diesen interessanten Blog als Themenquelle aufmerksam gemacht. In Sachen Pressearbeit hat die Bahn noch sehr viel zu lernen, auch das hat sie damit bewiesen. Oder der Vorstand hat seine Juristen genauso wenig im Griff wie seine "Geheimpolizei" - auch das wäre kein Ruhmesblatt. Ich denke, dieses Unternehmen wird uns noch viele unterhaltsame und spannende Geschichten bescheren...Weitere Nachrichten aus Marketing vom 03.02.2009:
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