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von Marco Saal,
Ressortleiter HORIZONT.NET

Deutsche Bahn: Marketingchef Ralf Klein-Bölting muss wegen verdeckter PR-Aktionen gehen


Muss wohl seinen Hut nehmen: Ralf Klein-Bölting 

Muss wohl seinen Hut nehmen: Ralf Klein-Bölting

Die Bahn-Affäre nimmt immer größere Dimensionen an - und kostet nun offenbar auch den Marketingchef des Konzerns seinen Job. Wie die dpa unter Berufung auf "Unternehmenskreise" meldet, muss Ralf Klein-Bölting, seit 2004 als Generalbevollmächtiger Konzernmarketing und Kommunikation bei der Deutschen Bahn an Bord, seinen Hut nehmen.

 
Grund sind die jüngsten Enthüllungen um verdeckte PR-Aktionen des Konzerns. Wie jetzt bekannt wurde, hat die Deutsche Bahn nicht nur Telefonverbindungen und E-Mails von Mitarbeitern ausgespäht, sondern auch Millionensummen für gefälschte Leserbriefe, Blog-Beiträge und Umfragen ausgegeben. Die Gelder für die Manipulation der öffentlichen Meinung sollen aus dem Marketingbudget geflossen sein, hieß es. Anders als der frühere Tchibo-Marketer Klein-Bölting soll die PR-Abteilung der Bahn davon nichts gewusst haben.
Ziel der Aktionen war es, während des Tarifkonflikts mit der Lokführergewerkschaft GDL und in der Diskussion um den Bahn-Börsengang Sympathien für das Unternehmen zu wecken. Wie die Bahn nun unter Berufung auf einen Bericht der mit dem Sachverhalt beauftragten Unternehmensberatung KPMG mitteilt, wurde für die sogenannten "no badge"-Aktivitäten allein im Jahr 2007 ein Betrag von knapp 1,3 Millionen Euro investiert. Von der Täuschungskampagne sollen laut der Anti-Lobby-Initiative Lobby Control Tageszeitungen wie die "Financial Times Deutschland" und der "Tagesspiegel" betroffen gewesen sein, aber auch Wirtschaftsmagazine wie "Capital" sind offenbar den Manipulationen zum Opfer gefallen.
 
"Diese Form der PR-Maßnahmen lehne ich entschieden ab. Solche Aktivitäten sind mit dem Grundsatz eines transparenten und redlichen Dialogs mit der Öffentlichkeit in keiner Weise vereinbar", erklärt der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube. Der Nachfolger von Hartmut Mehdorn, der über die Datenaffäre gestolpert war, werde "umgehend die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen, "um auch hier den zugesagten Neubeginn in der Unternehmenskultur zu dokumentieren." mas
 
Stellungnahme: GPRA wehrt sich gegen Schmuddelimage von Public Relations
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