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Briefmarkt: Post straft konkurrierende Verlagshäuser mit Anzeigenstornierungen ab


Stein des Anstoßes: Polemische Anzeigen der Agentur Mustangs 

Stein des Anstoßes: Polemische Anzeigen der Agentur Mustangs

Die Deutsche Post reagiert auf die gegen sie gerichtete polemische Anzeigenkampagne mehrerer Verlage mit Anzeigenstornierungen. Hintergrund des eskalierenden Streits sind die Printmotive, auf denen dem Unternehmen vorgeworfen wird, sich durch Privilegien das Monopol im Briefmarkt erhalten zu wollen.
 
Der Bonner Konzern hat mit seinem Anzeigenboykott nun vor allem Axel Springer im Visier. Allein bei Springer wurden Anzeigen im Wert von 600.000 Euro zurückgezogen - insgesamt ist von einem Volumen von 800.000 Euro die Rede, das den Verlagen nun entgeht. Zum Vergleich: Der jährliche Werbeetat der Deutschen Post beträgt in Deutschland zwischen 80 und 110 Millionen Euro; weltweit sind es rund 150 Millionen Euro.
Die von Mustangs Berlin kreierte Kampagne war bei der Post nicht auf Gegenliebe gestoßen. Motive mit Konterfeis von Franz Müntefering ("Gestern Reformpäckchen geschnürt. Heute Postsäcke") und vor allem Post-Vorstand Klaus Zumwinkel ("Womit bezahlt die Post ihre Auslandsgeschäfte? Mit Kita- und Studienplätzen.") sorgten für Ärger in der in der Charles-de-Gaulle-Straße 20 beheimateten Konzernzentrale. Die Rechtsabteilung des ehemaligen Staatsbetriebs prüft die Anzeigen sogar, da sie einen unklaren Absender hätten. Denn das Motiv ist mit "Eine Initiative Deutscher Zeitungen" überschrieben. Neben Springer beteiligten sich auch Titel des Essener WAZ-Konzerns sowie die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" an der Kampagne.
 
Einer der Auslöser der Anzeigen war der Streit um Mindestlöhne für Briefträger. Die Mitbewerber der Post sehen sich benachteiligt. Einer der großen Post-Konkurrenten ist etwa das Unternehmen Pin, dessen Gesellschafter Springer, die WAZ, die Verlagsgruppe Holtzbrinck sowie die Luxemburger Beteiligungsgesellschaft Rosalia sind. tk
 

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