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Standortdebatte

von Michael Reidel,
Ressortleiter Marketing

Billigstandort als Gefahr für die Marke: Steiff-Teddies kehren nach Deutschland zurück


Steiff-Teddys kommen zurück nach Deutschland 

Steiff-Teddys kommen zurück nach Deutschland

Vor vier Jahren lagerte der Stofftierhersteller Steiff einen Teil seiner Produktion nach China aus. Jetzt holt das Giengener Teddy-Unternehmen die Herstellung wieder nach Hause. "Für Premiumprodukte ist China einfach nicht kalkulierbar", sagte Firmenchef Martin Frechen den "Stuttgarter Nachrichten".

 
Lange Lieferzeiten und Qualitätsprobleme, die sich zu einer Gefahr für die Marke hätten entwickeln könnten, wogen den Vorteil günstigerer Produktionsbedingungen nicht mehr auf. So waren etwa die Kuscheltiere per Schiff rund drei Monate unterwegs. Für Eisbär Knut, den Steiff innerhalb weniger Monate 100 000 mal verkaufte, eine viel zu lange Zeit.
Die Entscheidung war eines der Gesprächsthemen auf der zweitägigen Jahresmitgliedertagung des Deutschen Verbands der Spielwaren Industrie, die heute zu Ende ging. Nach Angaben des Verbands stammten im vergangenen Jahr drei Viertel der hierzulande verkauften Spielwaren aus China. Den Wert der Ware beziffert der Verband auf rund 1,8 Milliarden Euro.
 
Ob Steiff damit einen Rückkehrer-Welle aus Fernost bei Premium-Marken einläutet, ist offen. Bislang gaben vor allem mittelständische Feinmechanik-Firmen, Elektrotechniker oder Maschinenbauer die Volksrepublik als Produktionsstandort auf. Aus dem Umfeld des Spielzeugverbands ist jedoch zu hören, dass weitere Hersteller über eine Rückverlagerung der Produktion nachdenken. Jürgen Kumbartzki, Geschäftsführer der Heidelberger Taikn Strategische Markenberatung verwundern solche Gedankenspiele nicht. "Qualitätsprobleme zusammen mit langen Lieferzeiten können in jedem Fall das Image einer Marke gefährden." Doch nicht nur der Ruf kann Schaden nehmen, wie Kumbartzki sagt: "Wer als Markenverantwortlicher zugunsten von Kosteneinsparungen in der Fertigung die Qualität der Produkte nicht mehr sicherstellen kann und sich zusätzlich vielleicht nur noch auf die Macht der Kommunikation und teure Werbekampagnen verlässt, nimmt das langfristige Scheitern seiner Marke in Kauf."
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