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Auto-Etat

BMW setzt MAB vor die Tür


Der Münchner Autobauer BMW trennt sich von seiner deutschen Leadagentur MAB. Der Vertrag sei diese Woche gekündigt worden, erklärt eine Sprecherin des Herstellers gegenüber HORIZONT.NET. Bereits im April soll es einen Pitch um den Vorzeige-Etat geben, dessen Teilnehmer laut Unternehmensangaben bereits fest stehen. Auch die TBWA-Tochter MAB wird zu dem Pitch antreten - allerdings nur für einen Teilbereich ihres bisherigen Aufgabengebietes, der Verkaufsliteratur.
 
Gerüchte über eine massive Unzufriedenheit des Kunden mit der Agentur hatte es bereits seit längerem gegeben. Das Unternehmen betont aber, dass der jetzige Schritt nichts damit zu tun habe. Vielmehr gebe es in Zukunft andere Anforderungen an die Agentur der deutschen Vertriebsorganisation von BMW.
Dem Vernehmen nach dürften künftig weniger Eigenentwicklungen und mehr Adaptionsarbeiten anfallen. Im internationalen Agenturpool hatte sich zuletzt häufiger die US-Agentur GSD&M im Ringen um Aufträge durchgesetzt - in wenigen Tagen startet etwa eine Kampagne für den Roadster Z4, die von den texanischen Kreativen stammt. Auch die neue Imagekampagne sowie die Kampagne zur Einführung des neuen BMW 5er-Modells wird von der US-Agentur kommen. MAB hatte im internationalen Pool "Powerhouse" dagegen einen schweren Stand.
 
Dass die Veränderungen im Agenturmodell nicht zuletzt aus finanziellen Gründen erfolgen, liegt auf der Hand. Diese Interpretation will auch eine BMW-Sprecherin nicht dementieren. "Wir haben schon lange vor der Wirtschaftskrise ein Effizienzprogramm aufgelegt, dass sich natürlich auch auf unser Marketing und die Dienstleisterbeziehungen auswirkt." Nicht von der aktuellen Kündigung betroffen ist nach Auskunft der Sprecherin die zweite große deutsche BMW-Agentur Interone in München.
 
Die Auswirkungen für MAB sind noch nicht vollständig absehbar. Der jetzt gekündigte Vertrag läuft bis Ende des Jahres. Derzeit beschäftigt MAB in Berlin rund 60 Mitarbeiter, rund die Hälfte davon ist für den Literatur-Etat zuständig. Die Mutterfirma TBWA hatte die Agentur Ende 2006 extra für den Kunden BMW gegründet.
 
Welche Agenturen im Pitch um den Deutschland-Etat von BMW antreten, ist noch nicht bekannt. Als ein heißer Anwärter gilt die Agenturgruppe Serviceplan. Sie hatte Ende 2006 im damaligen Pitchfinale gegen MAB den Kürzeren gezogen. Ein möglicher Konkurrenzkonflikt besteht seit kurzem nicht mehr: Autobauer Kia hat die Zusammenarbeit mit Serviceplan Hamburg beendet. jh/mam
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