13.02.2009
Telko-Marken
Aus Freenet wird Mobilcom Debitel / Berger übernimmt als Marketingvorstand
Die Weichen sind gestellt. Nach einer langen und zuletzt heftigen Debatte wird sich die Telekommunikationsmarke Freenet aus der Werbung und den deutschen Fußgängerzonen verabschieden. Das Unternehmen, das im Sommer 2008 den Mobilfunk-Service-Provider Debitel vom Finanzinvestor Permira übernommen hat und dessen Gründer Eckhard Spoerr kürzlich wegen anhaltender Querelen mit Großaktionären zurücktreten musste, wird in der Werbung und am Point of Sale künftig unter der Marke Mobilcom Debitel auftreten.
Freenet bleibt lediglich als Portalmarke - für das stationäre sowie für das mobile Internet - erhalten. Wie eine Sprecherin gegenüber HORIZONT.NET ankündigt, werden die Freenet-Shops nun schrittweise auf die neue Marke Mobilcom Debitel umgestellt. Ab dem 2. Quartal sollen auch die Läden der Ende 2006 von Debitel übernommenen Shopkette Dug die neue CI erhalten. Insgesamt betreibt das Unternehmen rund 1000 Shops, von denen nun 80 verkauft werden, da sie in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander liegen.
Dennoch wird ein wenig Freenet erhalten bleiben. So kommt der Schriftzug des neuen Logos von Mobilcom Debitel nicht nur im typischen Freenet-Grün daher. Auch der dreizackige "Blade" - ein Symbol, das ursprünglich mal für den Dreiklang aus Internet, Festnetz und Mobilfunk stehen sollte - wird weiter genutzt. Überleben werden auch die Billigmarken aus dem Freenet-Konzern. Callmobile.de und Klarmobil.de, die als so genannte No-Frills-Anbieter preisbewusste Handynutzer ansprechen, werden nach Angaben der Sprecherin als eigenständige Brands bestehen bleiben.
Mit welchen Agenturen Mobilcom Debitel in Zukunft zusammenarbeiten wird, ist noch unklar. "Dazu gibt es noch keine Entscheidung", so die Sprecherin gegenüber HORIZONT.NET. Freenet arbeitete zuletzt mit Atletico (Kreation), Syndicate (CI) und Pilot (Media) zusammen. Debitel ließ die klassischen Werbekampagnen zuletzt unter anderem von WVP Stuttgart und Philipp und Keuntje, Hamburg, entwickeln. Entschieden ist dagegen, wer künftig der wichtigste Ansprechpartner für Agenturen wird. So wird Eric Berger im Management künftig den Posten des Marketingvorstands übernehmen. In der Vergangenheit hatte sich Freenet-Chef Spoerr meist höchstselbst um Werbung und Kommunikation gekümmert. Berger, der bereits seit Ende 2004 im Freenet-Vorstand sitzt, verantwortet in dieser Funktion auch die Werbevermarktung des Unternehmens. mas
- Leute 30. Januar 2009: Insiderhandel: Geldstrafe für Ex-Freenet-Chef Eckhard Spoerr
- Leute 23. Dezember 2008: Freenet-Chef Eckhard Spoerr schmeißt hin
- Marketing 1. Dezember 2008: Debitel-Tochter Dug startet Offensive im TV
- Leute 17. Oktober 2008: Freenet / Debitel: Designierter Marketing-Chef Steil geht / Spoerr übernimmt
- Digital 4. September 2008: Freenet Media positioniert sich um
- Marketing 6. August 2008: Hilferuf per Anzeige: Freenet appelliert an die Aktionäre
- Marketing 7. Juli 2008: Freenet schließt Debitel-Kauf ab und startet Werbeoffensive
- Marketing 7. Mai 2008: United Internet geht juristisch gegen Debitel-Übernahme vor
- Marketing 28. April 2008: Debitel-Übernahme: Freenet wird zur Mobile-Marke / Werbeetat bleibt trotz Kostendruck stabil
mediahead sagte am 16.02.2009 um 00:19
Unterirdisch
Hier zeigt sich die geballte, in der TK-Branche versammelte Marketing-Inkompetenz nebst Ihrer treuen Schwester namens Entscheidungsunfähigkeit. Dass Freenet nicht überlebt hat ist sicher eine richtige Entscheidung, aber was bitteschön soll man von dem nun verbliebenen CI-Kauderwelsch aus Versatzstücken der bisherigen Marken halten? Und wer glaubt ernsthaft, dass sich das sperrige "Mobilcom Debitel" länger als 2 Jahre halten kann, bevor die bis dahin intern ausgebootete Clique (Stuttgart vs. Büdelsdorf) auf Ihren Teil des Namens verzichten muss (oder notfalls eine wieder ganz neue Marke entsteht / entstehen muss). Konsequent wäre die Fortsetzung unter EINEM der beiden Namen oder gleich ein Big Bang mit neuer Marke a la E.ON, ERGO etc. So ist der Weg vorgezeichnet: Trotz heute großer (Vertriebs-)Marktmacht entsteht hier ein Unternehmen (und eine Marke) ohne Profil, ohne Botschaft für den Konsumenten, ohne Bedeutung. So macht man es den 4 großen Netzbetreiber-Marken und den TK-Discountern leicht, weitere Kunden direkt an sich zu binden. Mobilcom Debitel: Dieser Dinosaurier wird also wohl das endgültige Ende der Service Provider Ära einläuten und aussterben. Ein Herr DR. Dreyer hätte sehr viel mehr Innovationskraft an den Tag gelegt, als alle Heisssporn-Bonusjäger des aktuellen Managments. Viel Glück dennoch, Herr BergerWeitere Nachrichten aus Marketing vom 13.02.2009:
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