11.03.2008
Strategiepapier
Alkoholwerbung: Drogenbeauftragte Bätzing plant totales Verbot in Kino und TV
Die Facharbeitsgruppe „Suchtprävention“ des Drogen- und Suchtrates fordert weitreichende Verbote für Alkoholwerbung. In einem Strategiepapier, das HORIZONT.NET vorliegt, fordert der Rat die Verabschiedung eines „Alkoholwerbekontrollgesetzes, mit dem auf dem Verordnungswege Alkoholwerbung in den Medien untersagt werden kann, die über Produktinformationen hinausgeht“.
Imagewerbung wäre damit de facto kaum noch möglich. „Auf längere Sicht sollten Alkoholwerbung ganz aus Fernsehen und Kino verbannt und Sponsoringmaßnahmen der Alkoholindustrie vollkommen unterbunden werden“, heißt es weiter in dem „Strategiepapier für ein Nationales Aktionsprogramm zur Alkoholprävention“. Dem Gremium unter Vorsitz der Drogenbeauftragten Sabine Bätzing gehören Vertreter von Ländern, Ministerien, Krankenkassen, Ärzten, Rentenvesicherern und sogar der Abstinenzlervereinigung Guttempler an.
Im ersten Schritt, will das Gremium Werbung in Kinos vor 22 Uhr verbieten. Werbung im Fernsehen soll durch eine Initiative zur Fortschreibung der EU-Fernsehrichtlinie verboten werden, Sportsponsoring zügig beschränkt werden. „Abgeraten wird in diesem Zusammenhang von Vereinbarungen mit der Alkoholindustrie zur Selbstbeschränkung“, heißt es in dem Papier weiter.
Nach Einschätzung des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) bildet der Vorschlag die Grundlage für das nationale Präventionsprogramm, das die Bundesregierung im 2. Halbjahr verabschieden will. „Werbung ebenso wie Werbeverbote sind keine geeigneten Lenkungsmittel“, sagt ZAW-Sprecher Volker Nickel. Der ZAW lehnt den Vorstoß entschieden ab.
- Marketing 9. Januar 2008: Drogenbeauftragte Bätzing droht mit Werbeverboten für Alkohol
Advertiser sagte am 12.03.2008 um 16:54
Dr.
Liebe Redaktion, ein wichtiges Thema für eine der führenden Fachzeitschriften für Werbung und Marketing, zumal angesichts der möglichen wirtschaftlichen Folgen der politischen Pläne für die Werbewirtschaft, also den Hauptteil Ihrer Leser. Nachdem ich mich schon aus beruflichen Gründen mit dieser Thematik befasse - und insofern über die ZAW-Pressekonferenz unterrichtet war - muss ich Ihnen aber auch sagen, dass ich über Ihre Berichterstattung enttäuscht bin. Leider ist dies kein Einzelfall (mehr), wenn es in Horizont um werbepolitische Themen geht. Möglicherweise können sie den konkreten Fall daher zum Anlass nehmen, Ihre Berichterstattung zu solchen Vorgängen allgemein professionell "nach vorne zu bringen". Im Einzelnen: 1. Bei allem Verständnis dafür, dass sich Horizont als Fachzeitschrift auch selbst darstellen muss, die Wendung - ich zitiere: "... Strategiepapier, das HORIZONT.Net vorliegt..." - ist aber doch offensichtlich übertrieben. Schließlich handelt es sich um Material, das nicht selbst recherchiert, sondern Ihnen und anderen Journalisten zugänglich gemacht wurde. Betrachtet man die Berichterstattung in anderen Medien und wirft hiernach einen Blick auf die zaw-homepage, dürfte dies übrigens auch dem weniger informierten Leser auffallen. Also bitte demnächst mal nicht so dick auftragen, wenn offenbar von einer Pressekonferenz berichtet wird. Womit wir beim eigentlichen Punkt angelangt wären: 2. Es wäre viel gewonnen, wenn die Thematik von Ihnen als eine der führenden Fachzeitschriften in diesem Bereich journalistisch aufbereitet und kritisch kommentiert würde. Tatsächlich mitgeteilt werden jedoch ausschließlich die Pläne von Frau Bätzing. Die Meldung hätte in dieser Form also auch von Frau Bätzing selbst publiziert werden können. Lediglich angehängt findet man in paar Zeilen ein karges statement des ZAW. Ist das angemessen? Keine Lust, keine Zeit die Begründung der Politik zu ermitteln und mit Fakten oder gar der eigenen Meinung abzugleichen und den Leser dies wissen zu lassen? Worin unterscheidet sich die Berichterstattung in Ihrer Zeitschrift dann noch von der in einer beliebigen Zeitung oder anders gewendet: Warum sollen Ihre Leser, die sich professionell mit Werbung befassen, ja hiervon nicht selten leben, mit HORIZONT befassen, wenn hier nicht mehr zu erfahren ist als in den allgemeinen Medien? Ich kann Ihnen sagen: für meine tägliche Arbeit und die meiner Kollegen in diesem Bereich ist horizont aus genau diesen Gründen nicht mehr besonders relevant. Das ist schade, zumal - siehe oben - das konkrete Thema bzw. die nationale oder europäische Werbepolitik für uns alle von einiger Bedeutung ist.
Karsten sagte am 03.04.2008 um 12:14
Chat zum Thema Alkoholwerbung
Hallo, da wir auch denken, dass die Werbung für Alkohol ein Risiko zur Gesundheit, vor allem bei Kinder und Jugendlichen, bedeutet, haben wir am 10.04. den drogenpolitischen Sprecher der Fraktion die Grünen, auf http://www.forum-alkoholiker.de/chat.php zum Chat eingeladen, der auf die Fragen zu dem Thema Antworten geben möchte. Gruß KarstenWeitere Nachrichten aus Marketing vom 11.03.2008:
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