Management
Süddeutscher Verlag: Lutz offenbar vor dem Absprung / Wird Spiegel-Chef Frank Nachfolger?
Klaus Josef Lutz wird den Süddeutschen Verlag offenbar bald verlassen. Nach einem Bericht des "Manager Magazin" steht der Geschäftsführer des Verlags, in dem auch die "Süddeutsche Zeitung" erscheint, in Verhandlungen mit einem potenziellen neuen Arbeitgeber. Wie HORIZONT aus Branchenkreisen erfuhr, könnte Spiegel-Geschäftsführer Mario Frank die Nachfolge von Lutz antreten.
Marktbeobachter sagen Frank einen guten Draht zu Richard Rebmann nach. Rebmann ist seit Jahresanfang Geschäftsführer der Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH) in Stuttgart, die den Süddeutschen Verlag übernommen hat. Zuvor war Rebmann Verleger des „Schwarzwälder Boten"; außerdem sitzt er im Präsidium des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Frank, der bisher beim „Spiegel" eher glücklos agiert, war zuvor ebenfalls im Zeitungsgeschäft - zuletzt als langjähriger und auch erfolgreicher Geschäftsführer des Dresdner Druck- und Verlagshauses („Sächsische Zeitung"). Der Spiegel-Verlag dementiert das Gerücht: Gegenüber HORIZONT lässt Frank ausrichten, er führe keine Gespräche mit dem Süddeutschen Verlag, sondern habe einen Vertrag mit dem „Spiegel", der noch vier Jahre laufe und den er zu erfüllen gedenke.
„Kein Kommentar" heißt es dazu beim Süddeutschen Verlag gegenüber HORIZONT. Laut „Manager Magazin" soll es der Mischkonzern Baywa sein, mit dem Lutz über einen Vorstandsposten verhandelt. Unwahrscheinlich ist es nicht, dass Lutz dem Süddeutschen Verlag den Rücken kehrt. Bei der turnusmäßigen Vertragsverlängerung - Lutz wie auch Geschäftsführer Hanswilli Jenke, 46, haben nun einen Vertrag bis 2010 - war Branchenkennern zufolge ein sogenannter „Chance of Control"-Passus aufgenommen worden.
Dieser besagt, dass die Geschäftsführer die Möglichkeit haben, vorzeitig aus dem Unternehmen auszuscheiden, wenn sich die Eigentümerverhältnisse verändern. Welche Gelder in einem solchen Fall fließen, wurde flexibel vereinbart. Vor kurzem hat die Südwestdeutsche Medien Holding die Mehrheit der Anteile am Süddeutschen Verlag übernommen.
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