Management
25.04.2008
Pro Sieben Sat 1: Peter Christmann muss gehen
Peter Christmann nimmt bei Pro Sieben Sat.1 seinen Hut. Der Manager, der im Vorstand des Münchner TV-Konzerns den Bereich Marketing und Sales verantwortet, wird das Unternehmen Ende Juni nach 13 Jahren verlassen.
Begründet wird die Entscheidung mit der aktuellen Performance der Gruppe im deutschen TV-Werbemarkt, die hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Die Initiative, den bestehenden Vertrag als Vorstand nicht zu verlängern, ging - zumindest laut Unternehmensangaben - von Christmann selbst aus. Dieser habe die Verantwortung für die jüngsten Ergebnisse übernehmen wollen und den Aufsichtsrat daher gebeten, seinen Rücktritt anzunehmen. Dass Christmann tatsächlich aus freien Stücken geht, darf aber bezweifelt werden. Bereits seit Monaten kursieren Gerüchte, dass der Manager wegen des von Seven One im Zuge der Kartellermittlungen eingeführten und nach heftiger Kritik mehrfach korrigierten TV-Vermarktungsmodells intern schwer unter Druck stand. Im Januar 2008 war Christmann im Zuge der kartellrechtlichen Untersuchungen wie auch IP-Manager Martin Krapf gar ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.
Allem Lob zum Trotz - mit der jüngsten Geschäftsentwicklung bei Pro Sieben Sat 1 kann de Posch nicht zufrieden sein. Zwar weist das Unternehmen für die ersten drei Monate 2008 aufgrund der Erstkonsolidierung der SBS Broadcasting Group ein Umatzplus von 45,5 Prozent auf 729,1 Millionen Euro aus. Auf Basis des Proforma-Vergleichs mit der kombinierten Gruppe im 1. Quartal 2007 verzeichneten die Konzernerlöse im 1. Quartal allerdings einen Rückgang um 2 Prozent auf 729 Millionen Euro.
Belastet wurden die Quartalsergebnisse im 1. Quartal 2008 insbesondere durch das Segment Free-TV im deutschsprachigen Raum, das einen Rückgang der externen Erlöse um 4,9 Prozent auf 417,1 Millionen Euro auswies. Das recurring EBITDA des Segments verringerte sich dementsprechend um 18,4 Prozent auf 57,6 Millionen Euro.
Der Umsatz- und Ergebnisrückgang resultierte laut Unternehmensangaben zum einen aus Unsicherheiten infolge des neuen Verkaufsmodells. Zum anderen sei dies eine zeitverzögerte Auswirkung der Quotenschwäche von Sat.1 im Jahr 2007.
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