Fake-Bewertungen
05.10.2010
PR-Skandal: WeTab-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen zieht sich zurück
Es sollte die deutsche Antwort auf Apples iPad werden. Doch die Geschichte des WeTabs avanciert zu einem einzigen Fauxpas. Das jüngste PR-Desaster wird jetzt zum Fallstrick für den WeTab-Geschäftsführer Helmut Hoffer von Ankershoffen: Auf Amazon hatte er seinen Tablet-PC unter falschem Namen in den höchsten Tönen gelobt. Gestern Abend dann sein Geständnis.
Getarnt hatte sich Hoffer von Ankershoffen zum einen als Peter Glaser, einen bekannten Computerexperten. Den zweiten Fake-Eintrag tätigte er unter dem Namen Claudia Kaden, hinter dem sich das Profil seiner Ehefrau Sandra verbarg. Auf öffentliche Spekulationen des Bloggers Richard Gutjahr ("W wie WeDepp") hin löschte Hoffer von Ankershoffen seine Bewertungen. Diskussionen im Internet konnte er jedoch nicht verhindern. Schließlich knickte er ein. In einer Stellungnahme entschuldigt sich Hoffer von Ankershoffen: "Die beiden fraglichen Rezensionen auf Amazon habe ich privat verfasst, ohne mich mit der übrigen Geschäftsführung oder unserer Kommunikationsabteilung abzustimmen." Er wollte damit lediglich seine Freude über den Marktstart Ausdruck verleihen.
Die Geschichte des deutschen Tablet-PCs ist eine Geschichte voller Stolpersteine. Gleich die erste Präsentation im April ging schief: Die Macher zeigten der versammelten Journalistenschar einen Prototypen, der statt funktionierender Software eine eingebaute Videoschleife mit Funktionsbeschreibungen zeigte. Die nächsten "Pannen" folgten in kurzen Abständen: Namensänderung von WePad in WeTab ohne wirkliche Begründung, verschobener Verkaufsstart von Sommer auf September, kurzfristiger Austausch des Betriebssystems und fehlerhafte erste Geräte im Handel. jm
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