HORIZONT.NET
20.08.2008

Mercedes Car Group

Olaf Göttgens vor Wechsel zu Rodenstock


Olaf Göttgens 

Olaf Göttgens

Die Mercedes Car Group verliert ihren weltweiten Markenchef. Einem Bericht der „FTD" zufolge steht Olaf Göttgens vor einem Wechsel zum Brillenhersteller Rodenstock, bei dem er Vorstandschef werden soll. Göttgens arbeitet seit knapp zweieinhalb Jahren beim Stuttgarter Autohersteller.
 

Olaf Göttgens ist ein ehrgeiziger Manager und brillianter Kontakter. Ein "Überflieger" der Marketingszene, wie ihn die "FTD" darstellt, ist der ehemalige Unternehmensberater nicht. Die Autoindustrie und die Marke Mercedes - das war Göttgens Traum, wie er immer wieder betont hat. Und zwar am besten als Vorstand des Autoherstellers. Allerdings hat sich gezeigt, dass dies wohl ein unrealisierbares Unterfangen war. Markenchef - ja, Markenvorstand - nein. Göttgens, der bei Daimler durchaus umstritten war, hat die Konsequenzen gezogen. Nun wird er Chef des Brillenunternehmens Rodenstock. Auch eine "schöne Herausforderung", um es auf Managerdeutsch zu sagen. Volker Schütz

Zuvor war der 1965 geborene Göttgens Chef von Deutschlands größter Agenturgruppe BBDO. Spekulationen über einen Abschied von Göttgens bei Mercedes gibt es bereits seit längerem. Vor einem halben Jahr nahm der Manager dazu in einem Interview mit HORIZONT Stellung. Auf die Frage, ob an den Wechselgerüchten etwas dran sein, antwortete Göttgens damals allerdings: "Nichts, ich bleibe bei Mercedes-Benz."
 
Nun sollen Göttgens und der Münchner Brillenhersteller handelseinig geworden sein – ein Vertrag ist laut "FTD" allerdings noch nicht unterschrieben. Rodenstock war - ebenso wie Göttgens - für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen. Ein Mercedes-Sprecher will den Bericht hingegen nicht bestätigen. "Wir nehmen zu Personal-Spekulationen grundsätzlich keine Stellung", heißt es auf Anfrage von HORIZONT.
 
Bei seinem neuen Arbeitgeber warten schwierige Aufgaben auf Göttgens. Rodenstock, das interimsweise vom Ex-Hugo-Boss-Chef Peter Littmann geführt wird, kämpft seit längerem mit Umsatzrückgängen. Das Unternehmen hat angekündigt, eine zweite Marke für junge und weibliche Kunden auflegen zu wollen. Sie soll im nächsten Jahr bei den Optikern im Regal stehen.
 
Bis zur Übernahme durch den britischen Finanzinvestor Permira war Rodenstock 125 Jahre lang ein Familienunternehmen. 2007 übernahm der Finanzinvestor Bridgestone die Firma für 700 Millionen Euro von Permira. vs/jh





Leser-Kommentare zu diesem Artikel (2)
Ulla sagte am 20.08.2008 um 10:08

Ein Verlust?

Wenn ich an die letzten Kampagnen von Mercedes denke (SL TV-Spot z.B.), bin ich mir nicht sicher, ob das so ein großer Verlust für die Stuttgarter ist.
Manfred Brandt sagte am 21.08.2008 um 01:09

Gewinn für Mercedes

Schließe mich der Vorrednerin an, wo ist der Verlust? Man kann Mercedes nur gratulieren, da sich jetzt ein grosses Tor für eine bessere und gute Zukunft auftut. Während VW / Audi mit einem überzeugenden Markenauftritt glänzt, gab es unter der Ägide von Göttgens doch nur Stückwerk. Und damit ist nicht der historische SL gemeint, den der ausgewiesene Nicht-Car-Guy in real und auf Youtube zerlegt hat.

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