Krisenkommunikation
21.02.2011
Guttenberg vor Scherbenhaufen - PR-Experte sieht nachhaltigen Imageschaden
Für Karl-Theodor zu Guttenberg wird die Luft immer dünner. Nach den Plagiatsvorwürfen im Zusammenhang mit seiner Dissertation lässt der Bundesverteidigungsminister seinen Doktortitel nun vorübergehend ruhen. Auch wenn der CSU-Politiker die Anschuldigungen am Freitag auf einer eilig einberufenen und wegen ihrer "Exklusivität" auch heftig kritisierten Pressekonferenz erneut "mit Nachdruck" abschmetterte, sehen Kommunikationsexperten bereits dunkle Wolken über der Marke Guttenberg aufziehen. Dirk Popp, Managing Partner und Experte für Krisen-PR bei der Kommunikationsagentur Ketchum Pleon, glaubt, dass Image und Glaubwürdigkeit Guttenbergs in diesem Fall "deutlich gelitten" haben - und hält auch personelle Konsequenzen für denkbar.
"Wenn man so will, sind die wichtigsten Teile seines Markenkerns, Ehrlichkeit und Bildung, beschädigt", sagt Ketchum-Pleon-Manager Dirk Popp gegenüber HORIZONT.NET. Wie groß der Scherbenhaufen wirklich ist, wird nach Ansicht Popps erst in einigen Wochen klar sein. Allerdings steht für den Krisen-PR-Experten schon jetzt fest, dass die vergleichsweise banale Plagiats-Thematik Guttenberg mehr schaden wird als "echte" Affären wie etwa die um das Bombardement zweier Tanklaster in Afghanistan oder zuletzt der Todesfall auf dem Marine-Ausbildungsschiff Gorch Fock. "Grund hierfür ist, dass er persönlich betroffen ist und jetzt nicht mehr so einfach als Krisenmanager agieren kann. Insgesamt kann man schon sagen, dass es als Minister eng für ihn werden könnte", glaubt Popp.
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